Premiere in Münster: Erste funktionsfähige Batteriezelle aus europäischer Fertigung

In Münster wurde erstmals eine funktionsfähige Batteriezelle an der Fraunhofer FFB produziert. Das Projekt stärkt Europas Batterieforschung, wird aber teurer als geplant.
Foto: Fraunhofer FFB

Teilen:

Münster. An der Fraunhofer-Einrichtung Forschungsfertigung Batteriezelle (FFB) in Münster ist erstmals eine elektrisch funktionsfähige Lithium-Ionen-Batteriezelle hergestellt worden. Die Premiere gilt als wichtiger Schritt für den Aufbau einer eigenständigen europäischen Batteriefertigung und stärkt den Forschungsstandort Münster.

Durchgängige Prozesskette mit europäischer Technik

Nach Angaben der Fraunhofer-Gesellschaft wurde in Münster erstmals eine vollständig durchgängige Prozesskette umgesetzt, die ausschließlich auf europäischer Anlagentechnik basiert. Diese reicht von der Elektrodenfertigung bis zur fertig geladenen Batteriezelle. Ziel der Forschungsfertigung ist es, neue Produktionsverfahren unter realistischen Bedingungen zu erproben und für die industrielle Anwendung vorzubereiten.

Die hergestellte Zelle ist elektrisch funktionsfähig und markiert damit den Übergang von der reinen Anlageninbetriebnahme zur praktischen Batteriezellproduktion.

Bedeutung für den Standort Münster und Europa

Bundesforschungsministerin Dorothee Bär bezeichnete die erfolgreiche Produktion als entscheidenden Meilenstein für Batterien „made in Germany“. Auch aus Nordrhein-Westfalen kommt Unterstützung: NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur sieht in der FFB Münster ein gelungenes Zusammenspiel von Forschung, Entwicklung und industriellem Transfer. Das Projekt könne dazu beitragen, Europa in der Batterietechnologie unabhängiger und wettbewerbsfähiger zu machen.

Die Forschungsfertigung soll Unternehmen künftig ermöglichen, neue Zellkonzepte und Produktionsschritte zu testen, bevor sie in den industriellen Maßstab überführt werden.

Deutlich steigende Kosten für den Fabrikaufbau

Parallel zu dem technologischen Fortschritt werden jedoch auch steigende Kosten bekannt. Das Bundesforschungsministerium teilte mit, dass sich die ursprünglich geplanten Ausgaben für den Aufbau der Fabrik deutlich erhöhen. Statt der zunächst kalkulierten 500 Millionen Euro werden inzwischen rund 750 Millionen Euro veranschlagt. Als Hauptgrund nennt das Ministerium die inflationsbedingt gestiegenen Bau- und Anlagenkosten.

Der Bund betont zugleich, dass die notwendigen Mittel trotz der Mehrkosten bereitgestellt werden sollen, um das Projekt wie geplant umzusetzen.

Das lesen andere gerade

Auch NRW erhöht seinen Finanzierungsbeitrag

Nicht nur der Bund, auch das Land Nordrhein-Westfalen rechnet mit höheren Ausgaben. Der ursprünglich vorgesehene Landesanteil von 180 Millionen Euro wurde bereits auf 320 Millionen Euro angehoben. Damit unterstreicht NRW die strategische Bedeutung der Forschungsfertigung für den Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort.

Die Fraunhofer FFB in Münster gilt als eines der zentralen Projekte zur Stärkung der europäischen Batterieproduktion und zur Verringerung der Abhängigkeit von außereuropäischen Herstellern.

Teilen:

Münster Map
Zum Aktivieren tippen
Route anzeigen

Mehr Beiträge:

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu