Preußen Münster lässt in Kiel den Befreiungsschlag liegen

Preußen Münster Holstein Kiel
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Kiel. Preußen Münster hat beim 0:0 bei Holstein Kiel zwar seine Negativserie gestoppt, im Abstiegskampf aber dennoch eine große Chance liegen lassen. Im ersten Pflichtspiel unter Alois Schwartz zeigte sich der SCP im Holstein-Stadion vor 13.668 Zuschauern deutlich stabiler als zuletzt, verteidigte über weite Strecken konzentriert und war nach der Pause sogar die gefährlichere Mannschaft. Gerade deshalb fühlt sich dieser Punkt zwiespältig an: Er hält Münster im Rennen, nimmt aber kaum Druck vom Tabellenletzten, weil der Abstand auf die Konkurrenz weiter nur mit Siegen wirklich kleiner wird. Das kommende Heimspiel gegen Greuther Fürth am 11. April hat damit noch mehr Gewicht bekommen.

Zäher Beginn, früher Rückschlag und ein Spiel auf Messers Schneide

Schon die ersten Minuten zeigten, worum es an diesem Nachmittag ging. Kiel trat mit mehr Ballbesitz auf, Münster dagegen mit klar erkennbarer Vorsicht. Der SCP stand tief, verdichtete die Räume und ließ die Gastgeber zunächst anlaufen, ohne selbst früh ins Risiko zu gehen. Dass Ivezic schon in der Anfangsphase nach einem Foul an Amenyido verwarnt wurde, passte zum rauen Ton dieser Partie. Für Münster wurde es früh ungemütlich, weil Oliver Batista Meier nach einer Schulterblessur bereits in der 16. Minute vom Platz musste. Für ihn kam Lars Lokotsch, was die ohnehin eher auf Sicherheit angelegte Statik des Spiels zusätzlich veränderte.

Kiel hatte in dieser Phase mehr Kontrolle, aber kaum echte Durchschlagskraft. Davidsen kam einmal per Kopf nicht präzise genug zum Abschluss, später musste Johannes Schenk bei einer Flanke aufmerksam eingreifen. Münster konzentrierte sich fast vollständig auf Kompaktheit, Grätschen, zweite Bälle und enge Wege zum eigenen Tor. Offensiv kam zunächst wenig. Erst nach rund einer halben Stunde setzte der SCP ein erstes Ausrufezeichen: Mees brachte den Ball gefährlich herein, Amenyido setzte zum Fallrückzieher an, traf aber nicht sauber, und Lokotsch brachte den Nachfassversuch per Kopf ebenfalls nicht im Tor unter. Es war eine der wenigen Szenen des ersten Durchgangs, die tatsächlich nach Führung roch. Ansonsten blieb die Partie das, was man im Tabellenkeller oft sieht: viel Kampf, viele Unterbrechungen, wenig Spielfluss. Zur Pause stand es folgerichtig 0:0.

Nach der Pause war Münster näher am Sieg und genau das macht das Remis so bitter

Direkt nach dem Seitenwechsel änderte sich zunächst wenig am Charakter der Partie. Schulz sah früh Gelb, Kiel schob etwas an, Münster musste mehrere Standards und Ecken verteidigen. Doch im Verlauf der zweiten Hälfte gewann der SCP sichtbar an Zugriff. Die Angriffe wurden klarer, die Umschaltmomente schärfer, und plötzlich lag das Spiel nicht mehr nur im Bereich der Kontrolle, sondern auch der verpassten Möglichkeiten. In der 66. Minute spielte Münster einen aussichtsreichen Konter über Makridis und Amenyido, doch Mees brachte die Szene nicht sauber zu Ende. Kurz darauf tauchte Lokotsch nach einem weiteren schnellen Vorstoß gefährlich auf, wurde aber gerade noch von Timon Weiner gestoppt. Wenige Minuten später wurde ein Abschluss von Amenyido im letzten Moment geblockt, danach setzte Heuer den Ball in guter Position vorbei.

Kiel reagierte mit Wechseln und einer Schlussoffensive, blieb aber trotz mehrerer Ecken und Freistoßsituationen erstaunlich harmlos. Münster verteidigte jetzt mit einer Konsequenz, die in dieser Saison nicht immer zu sehen war. Heuers Gelbe Karte in der 84. Minute, als er Kapralik stoppen musste, war sinnbildlich für diese Phase: kein Schönwetterfußball, sondern nackter Überlebenskampf. Und dann kam noch die Szene, die das Urteil über diesen Nachmittag endgültig schärft. Tief in der Nachspielzeit lief Münster einen Konter, Hendrix spielte den starken Pass in die Tiefe, doch Oscar Vilhelmsson vertrödelte die beste Chance des Spiels. Auch Bouchama kam danach nicht schnell genug zum Abschluss. Es blieb beim 0:0, obwohl Münster im zweiten Durchgang dem Treffer näher war als Kiel. Genau deshalb ist dieser Punkt zwar zählbar, aber kein wirklicher Befreiungsschlag. Im Tabellenkeller bleibt der SCP unter Zugzwang.

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