Preußen Münster warnt vor starren Regeln bei Stadionverboten

Am Bahnhof Oelde kam es am Samstagabend zu heftigen Krawallen zwischen bis zu 500 Fans von Hannover 96 und RW Essen. Der Bahnhof wurde gesperrt, Ermittlungen laufen.
Symbolbild: Polizei vor dem Stadion (Fußball, Männer, 3. Liga, 1. FC Magdeburg – FSV Zwickau), Foto: Steffen Prößdorf, Lizenz: CC BY-SA 4.0.

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Münster/Frankfurt. Preußen Münster begrüßt, dass lokale Stadionverbotskommissionen auch künftig über Stadionverbote entscheiden sollen. Gleichzeitig sieht der Verein die geplanten Änderungen von DFB und DFL kritisch, weil starre Mindestvorgaben nach Einschätzung des Clubs die differenzierte Prüfung einzelner Fälle erschweren könnten.

Im Zentrum der Debatte steht die Überarbeitung der Stadionverbots-Richtlinien. Aus Sicht von Preußen Münster ist vor allem wichtig, dass lokale Gremien weiter eigenständig über Festsetzung, Aussetzung oder Aufhebung von Stadionverboten befinden können. Gerade der direkte Kontakt zu Betroffenen gilt für den Verein als entscheidender Baustein, um Hintergründe aufzuarbeiten und nachvollziehbare Maßnahmen zu ermöglichen.

Preußen Münster setzt weiter auf lokale Entscheidungen und Dialog

Für Preußen Münster bleibt die Arbeit der lokalen Stadionverbotskommission ein zentraler Bestandteil der Fan und Sicherheitsarbeit. Der Verein hebt hervor, dass diese Gremien nicht nur über mögliche Maßnahmen entscheiden, sondern durch ihren unmittelbaren Zugang zu den betroffenen Personen auch Gespräche ermöglichen, in denen Vorfälle eingeordnet und individuelle Entwicklungen berücksichtigt werden können. Genau dieser Austausch soll aus Sicht des Clubs verhindern, dass Stadionverbote allein als starres Sanktionsinstrument verstanden werden.

Positiv bewertet Preußen Münster deshalb, dass die lokale Kommission auch im überarbeiteten Modell weiterhin für die wesentlichen Entscheidungen zuständig bleiben soll. Ebenso sieht der Verein es als sinnvoll an, dass die neue zentrale Fachaufsicht vor allem eine kontrollierende und begleitende Rolle übernehmen soll. Für den Club ist das ein Signal, dass die Verantwortung vor Ort nicht vollständig an eine übergeordnete Instanz abgegeben wird.

Aus Sicht des Vereins liegt darin ein wesentlicher Vorteil. Fanarbeit, Prävention und Sicherheitsfragen greifen im Stadionumfeld eng ineinander. Wer Einzelfälle fair bewerten will, braucht nach Überzeugung des Clubs nicht nur Aktenlage und Verdachtsmomente, sondern auch die Möglichkeit, Entwicklungen und Hintergründe aus nächster Nähe zu betrachten. Preußen Münster sieht darin einen wichtigen Beitrag zu einem nachvollziehbaren und verantwortungsvollen Umgang mit Stadionverboten.

Kritik an Mindestdauer und hohem Zeitdruck bei der Abstimmung

Deutlich kritischer fällt die Einschätzung des Vereins bei den geplanten Mindestvorgaben für Stadionverbote aus. Preußen Münster macht klar, dass bei begründetem Tatverdacht Maßnahmen grundsätzlich möglich sein müssen. Problematisch sei jedoch, wenn der Entscheidungsspielraum der lokalen Kommissionen durch feste zeitliche Untergrenzen spürbar verengt werde. Eine Mindestdauer von drei Monaten könne in einzelnen Fällen dazu führen, dass Besonderheiten nicht mehr ausreichend berücksichtigt werden.

Gerade darin sieht der Verein ein Risiko für die bisherige Praxis. Nach Auffassung von Preußen Münster hat sich die differenzierte Einzelfallprüfung bewährt, weil sie Raum für angemessene und verhältnismäßige Entscheidungen lässt. Wird dieser Spielraum kleiner, könnte das zulasten eines Systems gehen, das bislang auf Abwägung, Dialog und Prävention setzt. Der Club warnt damit vor einer Entwicklung, bei der pauschale Vorgaben stärker ins Gewicht fallen als die konkrete Situation vor Ort.

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Zugleich kritisiert Preußen Münster den engen Zeitrahmen bei der aktuellen Abstimmung. Aus Sicht des Vereins wäre eine frühere und umfassendere Einbindung aller relevanten Akteure sinnvoll gewesen. Dazu zählen für den Club nicht nur die Vereine selbst, sondern auch Fanvertretungen, Faninstitutionen und bestehende Dialogstrukturen. Preußen Münster unterstreicht, dass tragfähige Lösungen im Umgang mit Stadionverboten nur dann entstehen, wenn Vereine, Fans, Polizei, Kommunen und Verbände gemeinsam an einem Strang ziehen. Genau dieses konstruktive Miteinander stellt der Verein nun in den Mittelpunkt seiner Forderungen.

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