Rund 21 Millionen Euro Förderung für Projekte im Münsterland und der Region

Rund 21 Millionen Euro Förderung für Projekte im Münsterland und der Region
Foto: Bezirksregierung Münster

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Münsterland. Rund 21 Millionen Euro aus dem EFRE/JTF-Programm gehen in das Münsterland und die Emscher-Lippe-Region. Die Bezirksregierung Münster hat dazu 29 Förderbescheide für mehrere Verbundprojekte und zwei Einzelvorhaben überreicht. Für das Münsterland ist die Förderung besonders relevant, weil Hochschulen, Unternehmen, Wirtschaftsförderungen und Kommunen aus der Region an mehreren zentralen Vorhaben beteiligt sind. Damit fließt Geld in Projekte, die Energiewende, Forschung, Innovation und Klimaanpassung im Regierungsbezirk voranbringen sollen.

Münster ist bei mehreren großen Förderprojekten zentral beteiligt

Vor allem Münster taucht in der Liste der geförderten Projekte mehrfach auf. Das gilt sowohl für wissenschaftsnahe Vorhaben als auch für Projekte, die auf den Transfer in Wirtschaft und Gesellschaft zielen. Damit wird deutlich, dass die Stadt innerhalb des Förderpakets eine Schlüsselrolle einnimmt. Beteiligt sind unter anderem die Universität Münster, die FH Münster, das Universitätsklinikum Münster, die Technologieförderung Münster, die Wirtschaftsförderung Münster und die IHK Nord Westfalen.

Besonders ins Gewicht fällt das Projekt „REFlexBatt 2.0“. Dafür sind insgesamt rund 5,5 Millionen Euro vorgesehen. Davon entfallen 5,2 Millionen Euro auf die Universität Münster als Projektkoordination, hinzu kommen rund 300.000 Euro für die Safion GmbH. Ziel ist laut Bezirksregierung der Ausbau einer flexiblen und modularen Pilotlinie zur automatisierten Fertigung von Batteriezellen im Kleinmaßstab. Gleichzeitig soll die Rückverfolgbarkeit der Produktion verbessert werden. Für den Forschungsstandort Münster ist das ein bedeutender Baustein, weil Batterietechnologien als zentrales Feld für die Energiewende gelten und die Übertragbarkeit von Laborprozessen auf größere Maßstäbe eine wichtige Voraussetzung für spätere industrielle Anwendungen ist.

Batterie und Wasserstoff, das Projekt HyBaT setzt auf Technologietransfer

Ein weiteres Vorhaben mit starkem Münsterland-Bezug ist „HyBaT“, kurz für Hydrogen Battery TransformationHub. Das Projekt erhält rund 2,5 Millionen Euro. Ziel ist es, den Wissens und Technologietransfer im Bereich Batterie und Wasserstofftechnologien in der Emscher-Lippe-Region und im Münsterland zu stärken. Vor allem kleinere und mittlere Unternehmen sollen beim Einstieg in diese Zukunftsmärkte unterstützt werden.

Koordiniert wird das Projekt von der Technologieförderung Münster GmbH, die rund 777.000 Euro erhält. Weitere Partner sind die WiN Emscher-Lippe GmbH mit rund 414.000 Euro, die IHK Nord Westfalen mit rund 164.000 Euro, die Universität Münster mit rund 486.000 Euro, die Westfälische Hochschule mit rund 414.000 Euro, die FH Münster mit rund 207.000 Euro sowie Münsterland e. V. mit rund 137.000 Euro. Gerade diese Zusammensetzung ist für das Münsterland interessant, weil sie Forschung, regionale Netzwerke und Wirtschaftsförderung zusammenführt. Nach Angaben der Bezirksregierung sind Weiterbildung, Erfahrungsaustausch und individuelle Unterstützung für Unternehmen zentrale Bausteine des Projekts.

ReNET-EV soll Energie in Gewerbegebieten im Münsterland besser organisieren

Direkt auf das Münsterland zugeschnitten ist auch das Projekt „ReNET-EV“, das insgesamt mit rund 1,5 Millionen Euro gefördert wird. Hinter dem Namen steht die Entwicklung regionaler netzdienlicher Energieverbünde in Gewerbegebieten. Die Idee dahinter ist, Energieversorgung in Gewerbegebieten stärker gemeinsam zu denken und dadurch klimafreundlicher und effizienter zu gestalten.

Die Wirtschaftsförderung Münster GmbH übernimmt die Projektkoordination und erhält dafür rund 368.000 Euro. Hinzu kommen rund 399.000 Euro für die FH Münster sowie weitere Mittel für mehrere Partner aus dem Münsterland, darunter die Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Borken mit rund 92.000 Euro, die Wirtschaftsförderung Kreis Coesfeld mit rund 92.000 Euro, die WESt im Kreis Steinfurt mit rund 92.000 Euro und die Gesellschaft für Wirtschaftsförderung im Kreis Warendorf mit rund 92.000 Euro. Außerdem ist die Kerith GmbH mit rund 368.000 Euro beteiligt. Untersucht werden zehn Pilotstandorte im Hinblick auf Energiebedarf, Potenziale und Infrastrukturen. Ziel ist es, optimale Versorgungskonzepte zu entwickeln, sodass Unternehmen Erzeugungsanlagen, Speicher und Leitungen besser gemeinsam nutzen können.

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3D-Druck in der Medizin, auch hier kommt ein großer Teil der Förderung nach Münster

Mit knapp 3,5 Millionen Euro gehört auch das Projekt „3D-Center UKM“ zu den größeren Fördervorhaben. Das Universitätsklinikum Münster leitet das Projekt im Auftrag der Universität Münster und erhält rund 2,788 Millionen Euro. Weitere Partner sind die InnoCoding GmbH mit rund 276.000 Euro und die FH Münster mit rund 422.000 Euro.

Im Kern geht es um den Aufbau einer Forschungsinfrastruktur für medizinischen 3D-Druck. Entwickelt und erforscht werden sollen unter anderem anatomische Modelle, chirurgische Instrumente, Implantate, Hilfsmittel sowie neue Werkstoffe und Beschichtungen. Damit bewegt sich das Projekt an der Schnittstelle von Medizin, Technik und Digitalisierung. Für Münster ist das auch deshalb bedeutsam, weil Universität, UKM und FH Münster bereits heute zu den prägenden Institutionen des Wissenschaftsstandorts gehören. Laut Bezirksregierung soll das Projekt zudem einen kontinuierlichen Transfer zwischen Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft sichern, also nicht nur im Labor wirken, sondern praktische Anwendungen fördern.

Telgte bekommt Geld für Klimaanpassung und Hitzeschutz

Neben Forschungs und Innovationsprojekten profitieren auch Kommunen im Münsterland direkt von den Fördermitteln. Ein Beispiel dafür ist die Stadt Telgte. Für das Projekt „Cooles Telgte“ sind rund 428.000 Euro vorgesehen. Dabei geht es um Klimafolgenanpassung, also um Maßnahmen, die die Auswirkungen steigender Temperaturen und extremer Wetterlagen im Alltag abmildern sollen.

Im Mittelpunkt stehen laut Presseinformation insbesondere vulnerable Gruppen, vor allem Kinder. Deshalb spielen Schulen und Kitas in dem Konzept eine zentrale Rolle. Vorgesehen sind unter anderem die Begrünung von Schulhöfen, die Entsiegelung von Flächen und die Installation von Trinkwasserstellen in der Innenstadt. Diese Maßnahmen sollen das Mikroklima verbessern, den Wasserhaushalt stärken und zugleich für mehr Aufenthaltsqualität sorgen. Für Telgte ist das Projekt damit mehr als ein reines Umweltvorhaben, weil es direkt auf den Alltag im Stadtraum zielt. Gleichzeitig passt es in eine Entwicklung, bei der viele Kommunen verstärkt auf Hitzeschutz und klimaangepasste Infrastruktur setzen.

Hörstel investiert mit Förderung in die energetische Sanierung einer Sporthalle

Auch Hörstel profitiert mit einem eigenständigen Projekt von den nun bewilligten Mitteln. Für die energetische Sanierung der St. Ludgerus Sporthalle sind rund 2,305 Millionen Euro vorgesehen. Nach Angaben der Bezirksregierung stammt die Halle aus dem Jahr 1968 und soll nun umfassend modernisiert werden. Ziel ist es, den Energieverbrauch deutlich zu senken und Heizung sowie Warmwasserbereitung auf regenerative Energieträger umzustellen.

Geplant sind unter anderem die Erneuerung der Heizungsanlage, der raumlufttechnischen Anlage und der Beleuchtung. Zusätzlich sollen der Hallenboden, die Decke und die Türen erneuert werden. Auch die Gebäudehülle, also Fassade und Fenster, wird energetisch saniert. Dabei sollen natürliche und nachwachsende Dämmstoffe verwendet werden. Ergänzt wird das durch moderne Mess und Regeltechnik, die an die Gebäudeleittechnik der Stadt angeschlossen werden soll. Für Hörstel ist die Förderung deshalb wichtig, weil sie nicht nur eine bauliche Modernisierung ermöglicht, sondern zugleich einen Beitrag zur Senkung von Energieverbrauch und laufenden Betriebskosten leisten soll.

Auch die Kreise Borken, Coesfeld, Steinfurt und Warendorf sind eingebunden

Zum Münsterland gehören nicht nur die Projekte mit Sitz in Münster, Telgte oder Hörstel. Auch mehrere regionale Wirtschaftsförderungen aus den Kreisen Borken, Coesfeld, Steinfurt und Warendorf sind eingebunden, vor allem beim Projekt ReNET-EV. Das zeigt, dass die Fördermittel nicht nur punktuell in einzelne Städte fließen, sondern auf regionale Zusammenarbeit setzen. Gerade bei Themen wie Energieversorgung, Infrastruktur und wirtschaftlicher Transformation spielt diese Vernetzung eine große Rolle.

Wenn mehrere Kreise an gemeinsamen Konzepten mitarbeiten, erhöht das die Chance, dass Ergebnisse später nicht nur an einem Ort bleiben. Stattdessen können Modelle und Strukturen übertragen werden. Für das Münsterland ist das besonders relevant, weil die Region wirtschaftlich stark von mittelständischen Unternehmen geprägt ist. Wenn diese Betriebe bei Energiefragen, Digitalisierung oder Technologietransfer besser unterstützt werden, kann das über einzelne Förderprojekte hinaus Wirkung entfalten. Die Bezirksregierung setzt damit nicht nur auf große Forschungsvorhaben, sondern auch auf regionale Anschlussfähigkeit.

Warum die neuen Förderbescheide für das Münsterland wichtig sind

Die jetzt bewilligten Mittel zeigen, dass das Münsterland bei mehreren Zukunftsthemen eine wichtige Rolle spielt. Denn ein erheblicher Teil der Vorhaben hat entweder seinen Sitz in Münster oder bindet Partner aus den Kreisen Borken, Coesfeld, Steinfurt und Warendorf ein. Dabei geht es nicht nur um wissenschaftliche Grundlagenarbeit, sondern auch um konkrete Anwendungen für Unternehmen, öffentliche Gebäude und Kommunen. Gerade diese Verbindung macht die Förderung für die Region bedeutsam, weil Forschungseinrichtungen, Wirtschaft und kommunale Akteure parallel unterstützt werden.

Nach Angaben der Bezirksregierung Münster stehen Themen wie Transformation, Forschung, Klimaanpassung und Energieeffizienz im Mittelpunkt. Das bedeutet, dass die Mittel nicht in einzelne isolierte Maßnahmen fließen, sondern in Projekte, die langfristig Wirkung entfalten sollen. Für das Münsterland ist das deshalb interessant, weil mehrere Förderlinien direkt an vorhandene Stärken der Region anknüpfen, etwa an die Hochschullandschaft in Münster, an die wirtschaftlichen Netzwerke in den Kreisen und an kommunale Vorhaben, die auf den Umgang mit Klimafolgen oder steigenden Energiekosten reagieren.

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