
Münster. Am Coesfelder Kreuz entsteht derzeit ein neuer Forschungsbau für die Mathematik. Das Centre for Mathematics Münster (CMM) soll künftig ein zentraler Ort für internationale Spitzenforschung sein. Der Neubau wächst seit 2022 auf einem bislang unbebauten Grundstück zwischen Orléans-Ring und Einsteinstraße in unmittelbarer Nähe zum Fachbereich Mathematik und Informatik der Universität Münster. Geplant ist, das Gebäude Anfang 2027 zu eröffnen.
Der Bau soll nicht nur moderne Arbeitsräume für Forschende bieten, sondern auch architektonisch neue Wege gehen. Im Mittelpunkt steht ein offenes Raumkonzept, das Begegnungen zwischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern erleichtern soll. Besonders auffällig ist dabei eine große Treppenanlage im Atrium, die zum prägenden Element des Gebäudes werden soll.
Im Zentrum des Gebäudes entsteht eine markante Treppenkonstruktion. Geplant sind drei Treppenläufe mit jeweils rund zwölf Metern Länge, die bis in die vierte Etage führen. Die Treppe liegt im Atrium und verbindet alle Ebenen miteinander. Gleichzeitig soll sie als architektonisches Herzstück des Gebäudes wirken und den offenen Charakter des Innenraums unterstreichen.
Für Statik, Rohbau und den Bau- und Liegenschaftsbetrieb Nordrhein-Westfalen als Bauherr ist diese Konstruktion eine besondere Herausforderung. Die Treppe soll bewusst leicht wirken und keine Sichtachsen blockieren. Unter der großen Freitreppe wurde im Rohbau außerdem eine kupferne Zeitkapsel platziert, die später an die Bauphase des Forschungsgebäudes erinnern soll.
Die Architektur des Gebäudes folgt einer klaren Leitidee: möglichst viele Sichtbeziehungen innerhalb des Hauses zu ermöglichen. Wände und Türen werden deshalb nur sparsam eingesetzt. Statt abgeschlossener Bereiche entstehen offene Räume, in denen Flure, Arbeitsplätze und Begegnungszonen miteinander verbunden wirken.
Das zentrale Atrium spielt dabei eine wichtige Rolle. Von hier aus sind alle vier Obergeschosse erreichbar, gleichzeitig ermöglichen große Fensterflächen und eine Dachöffnung viel Tageslicht im Gebäude. Die Öffnung im Dach soll später verglast werden und den Innenraum zusätzlich mit natürlichem Licht versorgen.
Hinter dem Architekturkonzept steht eine wissenschaftliche Idee. Die Planer orientieren sich am Prinzip des sogenannten organisierten Zufalls. Gemeint ist eine räumliche Struktur, die ungeplante Begegnungen zwischen Forschenden wahrscheinlicher machen soll. Kurze Wege, offene Flächen und zentrale Treffpunkte sollen den Austausch zwischen verschiedenen Arbeitsgruppen erleichtern.
Auch der Innenausbau greift diese Idee auf. In vielen Bereichen werden Schiebetafeln installiert, auf denen mathematische Formeln, Skizzen oder Gedanken direkt festgehalten werden können. Inhalte bleiben sichtbar und können von anderen Forschenden aufgegriffen werden. Die Architektur soll damit nicht nur Räume schaffen, sondern auch neue Ideen fördern.
Das Centre for Mathematics Münster wird künftig vor allem den Exzellenzcluster Mathematics Münster beherbergen. Das Gebäude soll ein zentraler Treffpunkt für Mathematikerinnen und Mathematiker aus aller Welt werden und internationale Kooperationen erleichtern.
Die Nutzfläche des Gebäudes beträgt rund 3.500 Quadratmeter. Insgesamt umfasst der Bau eine Bruttogrundfläche von etwa 8.000 Quadratmetern. Auch äußerlich soll das Gebäude auffallen: Vorgesehen ist eine Metallfassade mit wabenartiger Struktur, die dem Bau ein eigenständiges Erscheinungsbild geben soll.
Neben Forschung und Architektur spielt auch Nachhaltigkeit eine Rolle. Auf dem Dach sind sowohl eine Begrünung als auch Photovoltaikmodule vorgesehen. Dadurch soll ein Teil des Energiebedarfs direkt am Gebäude erzeugt werden.
Im Untergeschoss entstehen neben Technikräumen auch rund 170 Fahrradstellplätze. Zusätzlich ist im Umfeld des Gebäudes eine beheizbare Fahrradrampe geplant, die den Zugang besonders im Winter erleichtern soll. Gleichzeitig stellt die offene Bauweise besondere Anforderungen an die Gebäudetechnik, etwa bei Brandschutz und Lüftung.
Für das Centre for Mathematics Münster werden Gesamtkosten von rund 39,4 Millionen Euro genannt. Ein großer Teil davon wird durch Fördermittel von Bund und Land finanziert, deren Anteil bei etwa 31 Millionen Euro liegt. Beim Baufortschritt wurde bereits ein wichtiger Meilenstein erreicht: Innerhalb von knapp einem Jahr konnten sechs Geschosse errichtet werden.
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