Teilzeit bei Lehrkräften in NRW: Neue Zahlen auch für Münster relevant

Teilzeit bei Lehrkräften in NRW: Neue Zahlen auch für Münster relevant
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Münster. In Nordrhein-Westfalen arbeitet ein erheblicher Teil der Lehrkräfte nicht in Vollzeit. Aktuelle Zahlen der Landesregierung geben einen Überblick darüber, wie verbreitet Teilzeit an allgemein- und berufsbildenden Schulen ist und aus welchen Gründen Lehrerinnen und Lehrer ihre Arbeitszeit reduzieren. Die Daten sind auch für Münster von Interesse, da sie landesweite Strukturen und Entwicklungen im Schulbereich sichtbar machen.

Grundlage der Zahlen ist eine Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der SPD-Landtagsabgeordneten Dilek Engin vom 24. Oktober 2025. Mit der Anfrage sollte erhoben werden, wie viele Lehrkräfte in Nordrhein-Westfalen in Teilzeit arbeiten und welche Gründe dabei eine Rolle spielen.

Mehr als 81.000 Lehrkräfte in NRW arbeiten in Teilzeit

Zum Stichtag 1. September 2025 waren in Nordrhein-Westfalen insgesamt 81.622 Lehrkräfte in Teilzeit beschäftigt. Das geht aus der Antwort des Ministeriums für Schule und Bildung hervor, die auf einem Datenstand vom 31. Oktober 2025 basiert. Erfasst wurden ausschließlich Lehrkräfte an öffentlichen Schulen. Die Angaben stammen aus den landeseigenen Schul- und Personalverwaltungssystemen.

Den größten Anteil machen Teilzeitbeschäftigungen aus familiären Gründen aus. Rund 47.000 Lehrkräfte reduzierten ihre Arbeitszeit, um Familie und Beruf miteinander vereinbaren zu können. Hinzu kommen mehrere tausend Fälle von Teilzeit während der Elternzeit sowie voraussetzungslose Teilzeitmodelle. Auch weitere Gründe spielen eine Rolle, etwa individuelle Lebenssituationen oder dauerhaft hohe Anforderungen im schulischen Alltag.

Die Landesregierung betont, dass Anträge auf Teilzeit aus familiären Gründen unter Beachtung zwingender dienstlicher Belange genehmigt werden. Zugleich weist sie die Darstellung zurück, familienpolitische Teilzeit werde eingeschränkt oder Lehrkräfte würden aus dem Schulsystem gedrängt. Die veröffentlichten Zahlen geben jedoch einen Eindruck vom Umfang der Teilzeitbeschäftigung an den Schulen.

Gesundheitliche Gründe und soziale Rahmenbedingungen

Neben familiären Aspekten werden in der Antwort auch gesundheitliche Gründe thematisiert. Seit dem 1. Januar 2023 wurde bei insgesamt 1.218 verbeamteten Lehrkräften in Nordrhein-Westfalen eine Teildienstfähigkeit festgestellt. Betroffene können aus gesundheitlichen Gründen dauerhaft nicht mehr im vollen Umfang arbeiten, was sich in der Statistik der Teilzeitbeschäftigungen niederschlägt.

Darüber hinaus wertet die Landesregierung die Teilzeitquoten nach Schulsozialindex aus. Dabei zeigt sich, dass Teilzeitbeschäftigung an Schulen mit unterschiedlichen sozialen Rahmenbedingungen vorkommt. Die Verteilung erstreckt sich über alle Sozialindexstufen und Schulformen. Die Daten lassen damit Rückschlüsse auf strukturelle Herausforderungen im Schulwesen zu, ohne einzelne Regionen oder Kommunen gesondert auszuweisen.

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Für Städte wie Münster liefern die Zahlen vor allem einen landesweiten Kontext. Sie zeigen, in welchem Umfang Teilzeit im Schulbereich genutzt wird und welche Gründe dabei dominieren. Die Antwort aus dem Landtag bildet damit eine statistische Grundlage für die weitere Diskussion über Arbeitsbedingungen und Personalstrukturen an Schulen in Nordrhein-Westfalen.

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