
Münster. Auf der Thierstraße in Münsters Süden soll der Radverkehr künftig mehr Raum bekommen. Der Ausschuss für Verkehr und Mobilität hat am Mittwoch, 17. Juni, beschlossen, den Abschnitt der Thierstraße zwischen der Amelsbürener Straße und Hünenburg/Grafschaft für ein Jahr als Fahrradstraße zu erproben. Die Umsetzung ist für das Frühjahr 2027 vorgesehen.
Geplant ist eine sogenannte Fahrradstraße Basis mit Tempo 30. Damit soll die Verbindung für Radfahrende sicherer und attraktiver werden, ohne den Kfz-Verkehr vollständig auszuschließen. Autos sollen die Strecke weiterhin nutzen können, der Durchgangsverkehr soll jedoch deutlich reduziert werden.
Die Thierstraße ist Teil der Veloroute 8 zwischen Ascheberg und Münster. Für Radfahrende verbindet sie Amelsbüren mit Berg Fidel und weiter mit der Innenstadt. Gleichzeitig wird die Straße auch vom Autoverkehr genutzt, teils als Ausweichroute.
Nach Einschätzung der Stadt entstehen auf der schmalen Fahrbahn immer wieder Konflikte zwischen Rad- und Kfz-Verkehr. Die geplante Fahrradstraße soll diese Situation entschärfen und die Rolle der Thierstraße als wichtige Radverbindung stärken.
Mit dem Beschluss entscheidet sich die Politik vorerst gegen einen separaten Radweg entlang der Thierstraße. Stattdessen soll die neue Verkehrsregel zunächst ein Jahr lang getestet werden. Während dieser Zeit will die Stadt Verkehrszählungen durchführen und die Entwicklung auf der Strecke beobachten.
Erst nach dieser Erprobungsphase soll entschieden werden, ob die Fahrradstraße dauerhaft eingerichtet wird oder ob Anpassungen nötig sind. Die Stadt sammelt damit zunächst praktische Erfahrungen, bevor eine endgültige Lösung festgelegt wird.
Die Fahrradstraße Basis ist eine vereinfachte und ressourcenschonende Form der klassischen Fahrradstraße. Sie wird in Münster vor allem dort eingesetzt, wo Übergangslösungen sinnvoll sind oder wo Straßen im ländlicheren Raum liegen.
Erkennbar ist sie durch rote Markierungen am Fahrbahnrand und Fahrradpiktogramme auf der Straße. Vollflächige rote Markierungen sind nur an Kreuzungen vorgesehen. Anfang 2026 wurden bereits der Hessenweg und die Kötterstraße nach diesem Modell umgestaltet.
Ziel der neuen Regelung ist es, den Radverkehr auf der Thierstraße zu stärken und den Autoverkehr stärker auf Anlieger zu begrenzen. Für Menschen, die dort wohnen oder ein Ziel an der Strecke haben, bleibt die Nutzung grundsätzlich möglich.
Der Durchgangsverkehr soll dagegen zurückgehen. Damit fügt sich die geplante Fahrradstraße in Münsters Strategie ein, wichtige Radverbindungen zwischen Stadtteilen und Innenstadt sicherer zu machen und Konflikte auf engen Straßenabschnitten zu verringern.
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