
Münster/Deutschland. Die Zahl der Tierversuche in Deutschland ist im Jahr 2024 insgesamt gesunken, doch die regionale Verteilung zeigt weiterhin deutliche Schwerpunkte. Vor allem Bayern, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg führen erneut die bundesweite Statistik an. Auch Münster taucht in den aktuellen Auswertungen auf, weil hier Einrichtungen ansässig sind, die in einzelnen Versuchsbereichen eine besondere Bedeutung haben. Grundlage der Zahlen ist die offizielle Tierversuchsstatistik der Bundesländer, die vom Bundesinstitut für Risikobewertung veröffentlicht wird.
Bundesweit wurden 2024 insgesamt 3.063.569 Tiere statistisch erfasst. Davon kamen rund 1,95 Millionen Tiere direkt in Tierversuchen zum Einsatz oder wurden für wissenschaftliche Zwecke, etwa zur Organentnahme, getötet. Weitere 1,1 Millionen Tiere gelten als sogenannte Überschusstiere, die zwar gezüchtet, jedoch nicht verwendet und anschließend getötet wurden. Zwar ging die Gesamtzahl der erfassten Tiere gegenüber dem Vorjahr zurück, doch bleibt das Niveau hoch, weshalb das Thema weiterhin auch für die Münster Nachrichten relevant ist.
Im Vergleich der Bundesländer liegt Bayern mit 618.022 erfassten Tieren an der Spitze. Es folgt Nordrhein-Westfalen mit 549.555 Tieren, dicht gefolgt von Baden-Württemberg mit 457.229 Tieren. Damit entfallen erneut mehr als die Hälfte aller in Deutschland statistisch erfassten Tiere auf diese drei Bundesländer. Mit deutlichem Abstand schließen sich Hessen, Berlin und Niedersachsen an.
Die Zahlen machen deutlich, dass Tierversuche in Deutschland stark auf wenige Regionen konzentriert sind. Nordrhein-Westfalen nimmt dabei eine Schlüsselstellung ein, weil hier sowohl klassische Grundlagenforschung als auch regulatorische Versuche in größerem Umfang stattfinden. Diese Konzentration ist einer der Gründe, warum das Thema regelmäßig als Aktuelle Meldung Münster aufgegriffen wird, denn landespolitische Entscheidungen wirken sich unmittelbar auf einzelne Standorte aus.
Besonders auffällig ist Nordrhein-Westfalen bei den Versuchen mit nicht-menschlichen Primaten. Von den bundesweit 1.146 eingesetzten Affen entfiel im Jahr 2024 mehr als drei Viertel auf Labore in NRW. Der überwiegende Teil dieser Tiere wurde für regulatorische Zwecke eingesetzt, insbesondere für toxikologische Prüfungen im Rahmen von Zulassungsverfahren. Diese Versuche sind rechtlich vorgesehen, stehen jedoch seit Jahren im Zentrum gesellschaftlicher und politischer Debatten.
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Im bundesweiten Vergleich folgen bei den Primatenversuchen mit deutlichem Abstand Baden-Württemberg, Niedersachsen und Hessen. Die Konzentration in Nordrhein-Westfalen hebt das Bundesland deutlich von anderen Regionen ab und erklärt, warum die dortigen Standorte regelmäßig besondere Aufmerksamkeit erfahren.
Innerhalb Nordrhein-Westfalens wird Münster in den aktuellen Auswertungen besonders genannt, weil hier mit Labcorp ein Unternehmen ansässig ist, das bundesweit eine zentrale Rolle bei bestimmten Versuchstypen spielt. Nach Angaben des Vereins Ärzte gegen Tierversuche ist der Standort maßgeblich an einem großen Teil der in NRW eingesetzten Affen beteiligt. Die dort durchgeführten Versuche betreffen vor allem regulatorische Prüfungen, die für behördliche Verfahren erforderlich sind.
Damit erklärt sich, warum Münster im bundesweiten Kontext immer wieder auftaucht. Es geht dabei weniger um die Gesamtzahl aller Tierversuche vor Ort, sondern um die besondere Stellung einzelner Einrichtungen innerhalb eines stark konzentrierten Versuchsbereichs.
Neben Münster wird auch die Ruhr-Universität Bochum in den aktuellen Auswertungen zu Tierversuchen in Nordrhein-Westfalen genannt. Nach Angaben von Ärzte gegen Tierversuche werden dort seit vielen Jahren Tierversuche im Bereich der Hirnforschung durchgeführt, bei denen vor allem Tauben eingesetzt werden. Den Tieren werden Elektroden implantiert, zudem kommen invasive Eingriffe wie direkte Injektionen ins Gehirn zum Einsatz. Ziel der Versuche ist die Untersuchung neuronaler Prozesse, wobei die Tiere teils über längere Zeit in Versuchsanordnungen eingebunden sind.
Die Organisation weist darauf hin, dass Erkenntnisse aus dem Vogelgehirn nur eingeschränkt auf den Menschen übertragbar seien. Unabhängig davon fließen die an der Ruhr-Universität Bochum durchgeführten Versuche in die landesweite Tierversuchsstatistik ein und tragen damit zu den vergleichsweise hohen Zahlen Nordrhein-Westfalens im Bereich der Grundlagenforschung bei.
Insgesamt zeigt die Statistik für 2024, dass der Rückgang der Tierversuchszahlen die grundsätzliche Debatte nicht beendet hat. Die Versuche bleiben stark auf wenige Bundesländer konzentriert, wobei Nordrhein-Westfalen eine herausgehobene Stellung einnimmt. Münster und Bochum stehen dabei exemplarisch für unterschiedliche Bereiche, von regulatorischen Prüfungen bis zur Grundlagenforschung.
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