
Münster. Nach mehreren Unfällen im Stadtgebiet von Münster sitzt ein 26-Jähriger in Untersuchungshaft. Das teilte die Polizei Münster mit. Demnach soll der Mann am 22. Dezember gegen 16:20 Uhr mit einem entwendeten Mercedes mehrere Kollisionen verursacht haben.
Nach bisherigem Ermittlungsstand beschädigte der 26-Jährige während der Unfallserie an insgesamt sechs Örtlichkeiten in Münster acht Fahrzeuge sowie ein Fahrrad. Drei Personen wurden durch die Unfälle leicht verletzt. Weitere Angaben zu Alter, Geschlecht oder dazu, wo genau die Unfälle passierten, machte die Polizei in der Mitteilung nicht.
Aus Sicht der Ermittler steht damit vor allem der Vorwurf im Raum, dass es nicht bei einem einzelnen Unfall blieb, sondern dass innerhalb kurzer Zeit mehrere Stellen im Stadtgebiet betroffen waren. Die Polizei beziffert die Zahl der beschädigten Fahrzeuge und des Fahrrads, nennt aber keine konkrete Schadenssumme. Auch zu möglichen Halterinnen oder Haltern der betroffenen Autos oder zu Umständen wie Wetter, Verkehrslage oder genauen Fahrbewegungen enthält die Mitteilung keine weiteren Details.
Fest steht laut Polizei jedoch die Gesamtbilanz der beschädigten Objekte und der leicht verletzten Personen. Die Ermittlungen laufen auf Grundlage dieser Vorwürfe weiter. Damit bleibt der Fall auch über Münster hinaus ein Thema, weil der Tatverdächtige laut Polizei nicht aus der Stadt stammt.
Die Polizei Münster führte nach eigenen Angaben gemeinsam mit der Polizei in Niedersachsen umfassende Maßnahmen durch. In diesem Zusammenhang durchsuchten die Einsatzkräfte die Wohnung des Mannes, der in Bad Bentheim lebt. Dabei stellten sie laut Mitteilung unter anderem Betäubungsmittel und das Mobiltelefon des Tatverdächtigen sicher.
Zur Motivation äußert sich die Polizei ebenfalls. Nach ihrer Einschätzung gibt es keine Hinweise auf eine politische Motivation. Stattdessen geht die Polizei derzeit von einer psychischen Ausnahmesituation aus. Diese Einschätzung verbindet die Behörde mit dem Ergebnis eines toxikologischen Gutachtens: Demnach stand der Mann zum Zeitpunkt der Unfälle unter dem Einfluss von Cannabis.
Darüber hinaus nennt die Polizei weitere Umstände, die aus ihrer Sicht strafrechtlich relevant sind. Der Mann, der die lettische Staatsangehörigkeit hat, war nach Angaben der Ermittler während der Fahrt nicht im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis. Außerdem leistete er bei seiner vorläufigen Festnahme und bei der Vorführung beim Amtsgericht erheblichen Widerstand, wie es in der Mitteilung heißt.
Bereits am 23. Dezember folgte ein Richter nach Angaben der Polizei dem Antrag der Staatsanwaltschaft und erließ Haftbefehl. Seitdem befindet sich der 26-Jährige in Untersuchungshaft. Als Tatvorwürfe nennt die Polizei Gefährdung des Straßenverkehrs, unerlaubtes Entfernen vom Unfallort, Fahren ohne Fahrerlaubnis und fahrlässige Körperverletzung.