
Münster. Die Universität Münster gehört zu den zehn am besten platzierten deutschen Hochschulen im aktuellen Leiden-Ranking. Nach einem Rückgang im vergangenen Jahr schafft sie 2026 den Sprung von Platz 13 auf Rang acht und verbessert sich auch international deutlich. Besonders die Natur- und Ingenieurwissenschaften können mit ihrer Forschungsleistung überzeugen. Doch was steckt hinter dem Aufstieg, und wie aussagekräftig ist das Ranking tatsächlich?
Das am 4. November 2026 veröffentlichte Leiden-Ranking umfasst insgesamt 1.618 Universitäten aus 78 Ländern und Gebieten. Die Universität Münster verbessert sich gegenüber dem Vorjahr um fünf Plätze in Deutschland und 63 Positionen im weltweiten Vergleich. Während sie 2025 noch bundesweit auf Rang 13 und international auf Platz 388 gelegen hatte, erreicht sie nun deutschlandweit Platz acht und weltweit Rang 325. An ihre Ergebnisse aus dem Jahr 2024 kommt die Hochschule allerdings noch nicht heran. Damals belegte Münster national den sechsten und international den 267. Platz.
Für die Platzierungen ist der sogenannte Indikator „PP Top 10 %“ entscheidend. Er misst, welcher Anteil der wissenschaftlichen Veröffentlichungen einer Universität zu den zehn Prozent der meistzitierten Arbeiten im jeweiligen Fachgebiet und Veröffentlichungsjahr gehört. An der Universität Münster beträgt dieser Anteil 11,6 Prozent und liegt damit 1,6 Prozentpunkte über dem statistischen Referenzwert von zehn Prozent. Das Ergebnis deutet darauf hin, dass die berücksichtigten Forschungsarbeiten der Hochschule überdurchschnittlich häufig zitiert werden.
Besonders erfolgreich sind die Natur- und Ingenieurwissenschaften der Universität Münster. In dieser Fächergruppe gehören 13,3 Prozent der berücksichtigten Veröffentlichungen zu den zehn Prozent der meistzitierten wissenschaftlichen Arbeiten ihres jeweiligen Fachgebiets. Damit erreicht die Hochschule deutschlandweit Platz vier und international Rang 196. Auch Mathematik und Informatik erzielen überdurchschnittliche Ergebnisse. Hier liegt der Anteil besonders häufig zitierter Publikationen bei 12,2 Prozent. Im nationalen Vergleich bedeutet dies Platz sieben, weltweit erreicht die Fächergruppe Rang 258. Die Zahlen verdeutlichen insbesondere die internationale wissenschaftliche Sichtbarkeit dieser Forschungsbereiche.
Das Leiden-Ranking wird jährlich vom Centre for Science and Technology Studies (CWTS) der niederländischen Universität Leiden veröffentlicht. Anders als viele andere Hochschulrankings konzentriert es sich auf wissenschaftliche Publikationen und deren Zitierungen. Kriterien wie Studienbedingungen, Lehrqualität oder die Zufriedenheit der Studierenden spielen bei der Bewertung keine Rolle. Die aktuelle Traditional Edition basiert auf Analysen der wissenschaftlichen Datenbank „Web of Science“ von Clarivate. Berücksichtigt werden Veröffentlichungen aus den Jahren 2021 bis 2024, deren Zitierungen bis Ende 2025 erfasst wurden.
Allerdings bildet das Ranking nicht die gesamte wissenschaftliche Leistung einer Universität ab. Im Mittelpunkt stehen bestimmte englischsprachige Fachartikel und wissenschaftliche Übersichtsarbeiten. Bücher, Konferenzbeiträge und zahlreiche Veröffentlichungen in nationalen Fachzeitschriften bleiben unberücksichtigt. Insbesondere geistes- und sozialwissenschaftliche Fächer können dadurch weniger stark repräsentiert sein. Auch das CWTS weist darauf hin, dass Zitationszahlen nur begrenzte Aussagen über die tatsächliche Qualität wissenschaftlicher Forschung ermöglichen. Veränderungen einzelner Rangplätze sollten deshalb nicht automatisch als grundsätzliche Verbesserung oder Verschlechterung der Forschungsqualität verstanden werden.
Mit der aktuellen Ausgabe steht das Leiden-Ranking vor einer grundlegenden Veränderung. Ab 2027 soll ausschließlich die sogenannte Open Edition fortgeführt werden. Diese existiert bereits seit 2024 und umfasst in der Ausgabe 2026 mehr als 3.000 Universitäten weltweit. Anders als die bisherige Traditional Edition verwendet die offene Variante Daten der bibliografischen Datenbank OpenAlex. Dadurch sollen die Datengrundlagen und Berechnungsmethoden transparenter und vollständig reproduzierbar werden.
Die Umstellung verändert zugleich die Vergleichsbasis. Da sich die zugrunde liegenden Datenbanken und die erfassten Publikationen unterscheiden, lassen sich die Ergebnisse der Traditional Edition und der Open Edition nicht unmittelbar miteinander vergleichen.
Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu