
Coesfeld. Im Kreis Coesfeld steht am Mittwoch, 14. Januar 2026, ein seit Jahren diskutiertes Infrastrukturprojekt erneut auf der Tagesordnung. Der Beirat bei der Unteren Naturschutzbehörde befasst sich öffentlich mit der geplanten Veloroute entlang der K60 zwischen Senden und Münster-Albachten. Konkret geht es um notwendige Befreiungen von Auflagen in Landschafts- und Naturschutzgebieten. Ohne diese rechtlichen Schritte kann das Vorhaben nicht umgesetzt werden. Der Kreis kündigt an, dass bei einem positiven Verlauf der Beratungen der Baustart noch in diesem Jahr erfolgen soll.
Auf der Tagesordnung des Beirats steht die Frage, ob Eingriffe entlang der geplanten Trasse rechtlich zulässig sind. Dabei geht es unter anderem um den Bau des Radwegs selbst, um notwendige Gehölzentnahmen und um Anpassungen an Gräben und Nebenanlagen. Diese Befreiungen sind Voraussetzung dafür, dass das seit Jahren geplante Velorouten-Projekt umgesetzt werden kann. Die Sitzung findet am 14. Januar um 16.30 Uhr im Kreishaus I in Coesfeld statt und ist öffentlich.
Die Idee eines Radwegs entlang der K60 wird bereits seit 2015 diskutiert. Entgegen der öffentlichen Wahrnehmung lagen die größten Verzögerungen nach Darstellung des Kreises jedoch nicht im Naturschutzrecht, sondern im Grunderwerb. Inzwischen seien mit allen betroffenen Eigentümern Vereinbarungen geschlossen worden. Damit gilt die Trasse als gesichert und ein zentraler Hemmschuh des Projekts ist aus dem Weg geräumt.
Die Verbindung zwischen Senden und Münster-Albachten ist kürzer als alternative Routen, bislang jedoch deutlich unsicherer. Auf dem Gebiet des Kreises Coesfeld fehlte bisher ein begleitender Radweg, gleichzeitig gilt dort Tempo 100. Auf münsterischem Stadtgebiet ist die Situation etwas entschärft, unter anderem durch Tempo 70 und einen Mehrzweckstreifen. Eine durchgehende, sichere Führung existiert bislang nicht. Die geplante Veloroute soll genau hier ansetzen und eine attraktive Alltagsverbindung schaffen.
Vorgesehen ist ein rund 1,8 Kilometer langer Radweg in drei Meter Breite, ausgelegt nach dem Standard der Velorouten. Der Neubau beginnt an der Kreuzung B235/K60 und verläuft rechts der Fahrbahn in Richtung Albachten. Entlang der Strecke sind sichere Querungen vorgesehen, unter anderem mit Mittelinseln an der Osthofstraße sowie im Bereich Bredenbeck an der B235.
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Der Zeitplan sieht einen gestuften Baubeginn vor. Bereits im Februar sollen Rodungs- und Baufeldfreimachungsarbeiten starten. Diese sind aus artenschutzrechtlichen Gründen nur in bestimmten Zeitfenstern zulässig. Die eigentlichen Bauarbeiten am Radweg sollen im Sommer 2026 beginnen und voraussichtlich rund acht Monate dauern.
Da die Trasse durch Landschafts- und Naturschutzgebiete führt, sind Ausgleichsmaßnahmen vorgesehen. Eingriffe sollen über Öko- und Waldökokonten kompensiert werden, unter anderem in Bereichen bei Ottmarsbocholt und Olfen. Auch Abstimmungen mit der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Münster sind Teil des Verfahrens, da das Projekt bis ins Stadtgebiet hineinreicht.
Frühere Kreisvorlagen beziffern die Kosten für den Radweg auf rund 1,17 Millionen Euro. Etwa 1,05 Millionen Euro davon sollen über Fördermittel der Bezirksregierung Münster finanziert werden. Die verbleibenden Eigenanteile entfallen auf die Gemeinde Senden sowie auf die Stadt Münster. Ob die Zahlen inzwischen angepasst wurden, ist Teil der aktuellen Beratungen.