
Münster. Mehrere Hundert Menschen haben sich am Samstag vor dem Historischen Rathaus in Münster versammelt, um ein Zeichen der Solidarität mit der Ukraine zu setzen. Anlass war der bevorstehende vierte Jahrestag des russischen Großangriffs am 24. Februar. Mit Redebeiträgen, einer Mahnwache und einem anschließenden Solidaritätsmarsch erinnerte die Initiative gemeinsam mit städtischen und kirchlichen Partnern an die anhaltenden Folgen des Krieges – und forderte weitere Unterstützung für das angegriffene Land.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen persönliche Einordnungen und politische Appelle. Mariya Sharko, Vorsitzende des Vereins „Ukrainische Sprache und Kultur in Münster“, sprach über die Belastungen der vergangenen Jahre. Der Krieg habe unzählige Verluste verursacht und viele Menschen an ihre Grenzen gebracht. Zugleich machte sie deutlich, dass Resignation keine Option sei.
Oberbürgermeister Tilman Fuchs, seit November 2025 im Amt, betonte die fortdauernde Solidarität der Stadt. Münster verstehe sich als Friedensstadt. Der historische Bezug zum Westfälischen Frieden erinnere daran, dass internationale Konflikte politische Lösungen benötigen und langfristige Friedensordnungen möglich seien.
Auch Weihbischof Dr. Stefan Zekorn verwies auf die humanitäre Unterstützung durch das Bistum Münster. Er berichtete von Eindrücken eines Besuchs in Lwiw und warb für anhaltende Hilfe. Der Menschenrechtler Kajo Schukalla forderte darüber hinaus eine intensivere materielle Unterstützung der Ukraine durch westliche Staaten.
Die Kundgebung ist Teil der „Ukraine-Tage 2026“, die vom 19. bis 25. Februar stattfinden. Ziel der Reihe ist es, Solidarität sichtbar zu machen, Hintergründe zu vermitteln und Begegnungen zu ermöglichen. Koordiniert wird das Programm vom städtischen Büro Internationales gemeinsam mit zahlreichen Partnern aus Kultur, Kirche und Zivilgesellschaft.
Zum Programm zählen unter anderem Filmvorführungen, Lesungen, eine Ausstellung in der Überwasserkirche, ein ökumenisches Friedensgebet sowie eine Podiumsdiskussion unter dem Titel „Perspektiven zum Frieden“ in der Volkshochschule. Am 25. Februar endet die Reihe mit einem Gedenkkonzert in der Friedenskapelle, bei dem Werke ukrainischer Komponisten aufgeführt werden. Eine Videobotschaft aus Münsters Partnerstadt Winnyzja ist angekündigt.
Die Veranstaltungsreihe steht auch im Zusammenhang mit der Solidaritätspartnerschaft zwischen Münster und Winnyzja. Die offizielle Vereinbarung wurde im März 2023 im Rathaus unterzeichnet. Seitdem ist die Zusammenarbeit kontinuierlich vertieft worden.
Neben kulturellen Projekten umfasst die Partnerschaft medizinischen Austausch, angestrebte Klinikkooperationen sowie technische und logistische Unterstützung. Mitte Februar 2026 erreichte ein weiterer Hilfstransport Winnyzja. Überbracht wurden unter anderem ein Kleinbus mit Rollstuhlrampe und zwei Stromgeneratoren. Der Transport wurde in Kooperation mit Hilfsorganisationen organisiert.
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