
Sassenberg. Mehr als 12.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche, ein Familienbetrieb mit Geschichte und ein fester Bestandteil des Einzelhandel Sassenberg – im Sommer endet die Ära Möbel Brameyer Sassenberg. Das Unternehmen an der Drostenstraße wird seinen Betrieb nach über sechs Jahrzehnten einstellen. Als mögliches Datum gilt der 30. Juni.
Die Belegschaft wurde bereits intern über die bevorstehende Schließung informiert. Der Verkauf soll bis zum Sommer regulär fortgeführt werden, ehe ein geplanter Abverkauf beginnt. Eine Insolvenz steht nach vorliegenden Informationen nicht im Raum. Vielmehr handelt es sich um eine unternehmerische Entscheidung zur Aufgabe des Standorts. Ob eine Nachfolge oder Übernahme für das Möbelhaus Sassenberg realistisch ist, bleibt offen.
Mit dem Ende des Traditionsunternehmen Sassenberg verliert die Stadt einen langjährigen Anbieter im stationären Möbelhandel, der über viele Jahre Kundschaft aus der gesamten Region anzog.
Die Entwicklung in Sassenberg steht im Zusammenhang mit einer angespannten Gesamtsituation der Branche. Die deutsche Möbelindustrie verzeichnet seit mehreren Jahren rückläufige Umsätze. Nach Angaben des Verbands der Deutschen Möbelindustrie sank der Branchenumsatz im Jahr 2025 um 3,4 Prozent. Es war das dritte Jahr in Folge mit einem Minus. Der Gesamtumsatz erreichte einen der niedrigsten Werte seit 2009.
Als belastende Faktoren gelten unter anderem eine zurückhaltende Konsumstimmung sowie gestiegene Kosten in Produktion und Handel. Besonders stark betroffen sind Polstermöbel und klassische Wohnmöbel. Viele Betriebe berichten davon, dass sich das Nachfrageverhalten nach der Corona-Pandemie nicht nachhaltig stabilisiert habe.
Vor diesem Hintergrund ist auch die Entscheidung in Sassenberg zu sehen. Nach Informationen aus dem Unternehmensumfeld befindet sich Möbel Brameyer Sassenberg nicht in einer akuten wirtschaftlichen Notlage. Die Aufgabe des Standorts wird vielmehr als Reaktion auf eine längerfristige Marktentwicklung gewertet. Für den Einzelhandel Sassenberg bedeutet das dennoch einen spürbaren Einschnitt.
Gegründet wurde das Unternehmen 1961 durch den Polsterer- und Dekorateurmeister Albert Brameyer. In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich aus dem Handwerksbetrieb ein großflächiges Möbelhaus an der Drostenstraße. Der Standort wurde mehrfach erweitert und modernisiert und blieb dabei im Familienbesitz. Zuletzt wurde das Unternehmen in zweiter Generation geführt.
Auf rund 12.500 Quadratmetern präsentierte das Möbelhaus Sassenberg Wohnmöbel, Küchenlösungen sowie ergänzende Service- und Montageleistungen. Der Betrieb war über die Stadtgrenzen hinaus bekannt und galt für viele Kundinnen und Kunden als feste Adresse im regionalen Möbelhandel.
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