
Münster. Die Gewerkschaft ver.di ruft die Beschäftigten der nordrhein-westfälischen Universitätskliniken im Rahmen der laufenden Länder-Tarifrunde zu einem zweitägigen Warnstreik auf. Auch die Mitarbeitenden des Universitätsklinikum Münster beteiligen sich an den Arbeitsniederlegungen. Der Streik beginnt am Dienstag, 27. Januar, und wird am Mittwoch, 28. Januar, fortgesetzt.
Hintergrund sind weiterhin festgefahrene Tarifverhandlungen zwischen der Tarifgemeinschaft deutscher Länder und den Gewerkschaften. In der zweiten Verhandlungsrunde Mitte Januar legten die Arbeitgeber nach Angaben von ver.di kein verbindliches Angebot vor.
ver.di kritisiert insbesondere die Vergütung der Beschäftigten an Universitätskliniken, die nach dem Tarifvertrag der Länder bezahlt werden. Nach Darstellung der Gewerkschaft liegt das Einkommensniveau unter dem vergleichbarer Berufsgruppen in kommunalen Krankenhäusern. Betroffen seien unter anderem Pflegekräfte, medizinisch-technische Dienste sowie weitere nichtärztliche Berufsgruppen.
Aus Sicht der Gewerkschaft steht diese Bezahlung in keinem angemessenen Verhältnis zu den Anforderungen im Klinikalltag. In Universitätskliniken würden besonders komplexe medizinische Fälle behandelt, zugleich seien Arbeitsdichte, Verantwortung und Qualifikationsanforderungen hoch.
ver.di fordert in der aktuellen Tarifrunde eine Entgelterhöhung von sieben Prozent, mindestens jedoch 300 Euro pro Monat. Zusätzlich sollen die Zuschläge für Arbeit zu ungünstigen Zeiten, etwa nachts, um 20 Prozentpunkte steigen. Für Auszubildende und Nachwuchskräfte verlangt die Gewerkschaft 200 Euro mehr im Monat sowie eine unbefristete Übernahme nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung.
Nach Einschätzung von ver.di drohen ohne spürbare Verbesserungen weitere Personalabgänge aus dem Gesundheitswesen. Der Fachkräftemangel verschärfe sich bereits jetzt, insbesondere an Universitätskliniken.
Während des Warnstreiks wird der Klinikbetrieb am Universitätsklinikum Münster an beiden Tagen deutlich eingeschränkt sein. Planbare Behandlungen und Termine könnten verschoben werden. Die Versorgung von Notfällen soll jedoch jederzeit gewährleistet bleiben. Dafür wurden laut ver.di entsprechende Notdienstvereinbarungen mit dem Klinikvorstand getroffen.
Die Streikposten werden an beiden Tagen ab den frühen Morgenstunden an der Domagkstraße 14 erwartet.
Wie es nach dem zweitägigen Warnstreik weitergeht, hängt vom Verlauf der nächsten Tarifverhandlungen ab. Diese sollen am 11. Februar in Potsdam fortgesetzt werden. Sollte es auch dort zu keiner Einigung kommen, schließt ver.di weitere Arbeitskampfmaßnahmen nicht aus.
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