
Münster. Vereine bekommen im Banner-Streit zunächst Entwarnung: An Münsters städtischen Sportanlagen sollen bestehende Werbeflächen vorerst nicht unter Druck geraten. Nach Informationen aus dem Umfeld mehrerer Clubs wird die Stadt keine Sanktionen oder kurzfristigen Aufforderungen aussprechen, Banner umgehend abzuhängen. Stattdessen soll kurzfristig eine Arbeitsgruppe mit Sportverwaltung, Stadtsportbund und Vereinsvertretern Regeln erarbeiten, die Sicherheitsfragen klären und zugleich die bisherige Praxis praxistauglich absichern.
Damit reagiert die Verwaltung auf den starken Widerstand vieler Sportvereine in Münster. Die Banner sind für zahlreiche Clubs eng mit lokalen Sponsoren verbunden und stellen eine wichtige Einnahmequelle dar. Entsprechend groß war die Sorge, dass ein rascher Rückbau finanzielle Folgen für den Vereinsbetrieb haben könnte. Das Thema stand deshalb auch im Mittelpunkt der Sitzung des Sportausschusses am Dienstag, 3. März.
Auslöser der Debatte war ein Schreiben der Stadt, in dem Vereine über mögliche Sicherheitsrisiken durch Werbebanner informiert worden waren. Hintergrund sind Überlegungen zur sogenannten Verkehrssicherungspflicht an Sportanlagen. Banner können bei starkem Wind zusätzliche Belastungen für Zäune darstellen.
In der Diskussion im Sportausschuss wurde jedoch deutlich, dass viele Vereine die Mitteilung als unmittelbare Aufforderung verstanden hatten, ihre Werbeflächen kurzfristig abzubauen. Vertreter der Verwaltung räumten ein, dass die Kommunikation in dieser Form zu Missverständnissen geführt habe.
Parallel zur politischen Beratung fand deshalb kurzfristig ein Gespräch zwischen Sportverwaltung, Stadtsportbund Münster und mehreren Vereinsvertretern statt. Ziel war es, die Situation zu klären und nach einer Lösung zu suchen, die sowohl Sicherheitsfragen berücksichtigt als auch die Interessen der Vereine einbezieht.
Ein zentraler Punkt der Diskussion ist die technische Bewertung der Banner. Viele Sportvereine verweisen darauf, dass ein großer Teil der verwendeten Werbeflächen aus sogenannten Mesh-Materialien besteht. Diese Planen sind perforiert und lassen Wind teilweise hindurch, wodurch sich die Belastung für Zäune reduziert.
Die Stadtverwaltung beurteilt diese Entlastung zurückhaltender und verweist darauf, dass auch durchlässige Banner weiterhin relevante Windlasten verursachen können. Deshalb soll nun genauer geprüft werden, welche Materialien und Befestigungen aus Sicherheitsgründen zulässig sind.
Aus dem sportlichen Umfeld wurde zudem darauf hingewiesen, dass schwerwiegende Zwischenfälle mit Bannern bislang selten bekannt geworden sind. In der Ausschusssitzung wurde unter anderem berichtet, dass problematische Fälle eher bei festen Konstruktionen oder Metallflächen aufgetreten seien als bei klassischen Planen.
Um den Konflikt dauerhaft zu klären, soll nun eine gemeinsame Arbeitsgruppe eingerichtet werden. Daran sollen Vertreter von Sportvereinen, des Stadtsportbundes Münster und der Sportverwaltung teilnehmen. Ziel ist es, möglichst zeitnah Vorschläge für eine verbindliche Regelung zu entwickeln.
Nach Informationen aus dem Umfeld der beteiligten Vereine soll dabei geprüft werden, wie sich die bisherige Praxis rechtssicher gestalten lässt, ohne neue bürokratische Hürden aufzubauen. Im Idealfall könnten klare Richtlinien festlegen, unter welchen Voraussetzungen Werbebanner an Sportanlagen in Münster weiterhin erlaubt sind.
Mehrere Vereine haben bereits signalisiert, an der Arbeitsgruppe mitzuwirken. Dazu gehören unter anderem TuS Hiltrup, Westfalia Kinderhaus, SC Nienberge, Concordia Albachten und SV Mauritz 06. Sie sollen ihre Erfahrungen aus dem Vereinsalltag in die Beratungen einbringen.
Bis konkrete Regeln vorliegen, deutet vieles darauf hin, dass bestehende Werbebanner an den Sportplätzen in Münster zunächst hängen bleiben dürfen. Für die Vereine bedeutet das vor allem eines: Zeit, gemeinsam mit der Stadt nach einer tragfähigen Lösung zu suchen.
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