Windpark-Pläne bei Nottuln sorgen weiter für Widerstand: Protest in Münster

Die Stadtwerke Münster haben ihren Nachhaltigkeitsbericht 2024 veröffentlicht. Der Report zeigt Ziele und Projekte zu Klimaschutz, Wärme, ÖPNV, Strom und Glasfaser.
Foto: Caroline Muffert

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Münster. Der Konflikt um einen geplanten Windpark in der Bauerschaft Stockum bei Nottuln hat eine neue öffentliche Dimension erreicht. Eine Bürgerinitiative aus Nottuln hat eine Petition mit 1714 Unterschriften an die Stadtwerke Münster, die Gemeinde Nottuln und den Kreis Coesfeld übergeben. Der Kreis ist für das Genehmigungsverfahren zuständig. Mit der Aktion wollen die Initiatoren erreichen, dass auf den Bau mehrerer Windenergieanlagen in unmittelbarer Nähe zur Wohnbebauung verzichtet wird.

Begleitet wurde die Übergabe der Petition von einer Protestaktion in Münster. Am Dienstagabend versammelten sich Mitglieder der Bürgerinitiative vor der Zentrale der Stadtwerke. Die Mahnwache fiel zeitlich mit einer Sitzung des Aufsichtsrats des kommunalen Energieversorgers zusammen. Nach übereinstimmenden Medienberichten nahmen zeitweise rund 45 Personen an der Aktion teil. Der Protest richtete sich dabei ausdrücklich gegen die konkrete Standortwahl und nicht grundsätzlich gegen Windenergie.

Forderung nach größerem Abstand zur Wohnbebauung

Die Bürgerinitiative begründet ihren Widerstand vor allem mit den geplanten Abständen der Windenergieanlagen zur bestehenden Wohnbebauung in der Bauerschaft Stockum. Nach Angaben der Initiatoren sei die Sorge in Teilen der Bevölkerung groß, dass die Anlagen zu nah an Wohnhäuser heranrücken könnten. Gefordert wird ein größerer Abstand, der als Schutzgürtel zwischen Wohngebieten und Windkraftanlagen dienen soll.

Die Petition war im September 2025 gestartet worden und wurde am 27. Januar 2026 formell eingereicht. Sie richtet sich neben den Stadtwerken Münster auch an die Gemeinde Nottuln sowie an den Kreis Coesfeld. Vertreter der Initiative betonen, dass die Unterzeichnenden überwiegend aus Nottuln stammen oder einen engen Bezug zur Gemeinde haben. Parallel zur Petition kündigten sie an, rechtlich gegen bereits erteilte Vorbescheide vorgehen zu wollen.

Vorbescheide erteilt, endgültige Genehmigung noch offen

Für den geplanten Windpark liegen nach Angaben der Kreisverwaltung bereits Vorbescheide nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz vor. Diese betreffen mehrere Standorte in den Gemarkungen Nottuln, Darup und Limbergen und beziehen sich auf bis zu acht Windenergieanlagen. Die Vorbescheide stellen jedoch noch keine abschließende Genehmigung dar, sondern klären grundlegende planungsrechtliche Fragen.

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Ein vollständiger Genehmigungsantrag liegt bislang nicht vor. Prüfungen zu Aspekten wie Artenschutz, Schall- und Schattenwurf oder Landschaftsschutz sollen erst im weiteren Verfahren erfolgen. Im Rahmen der Vorbescheide wurde eine Umweltverträglichkeitsprüfung nicht als erforderlich eingestuft. Diese Entscheidung bezieht sich ausschließlich auf die aktuelle Verfahrensstufe und ersetzt keine weitergehenden Prüfungen im Hauptgenehmigungsverfahren.

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Stadtwerke verweisen auf formelles Verfahren und Beteiligung

Die Stadtwerke Münster verweisen darauf, dass das Projekt ein förmliches Genehmigungsverfahren nach geltendem Recht durchlaufen muss. Dieses sehe auch eine Beteiligung der Öffentlichkeit vor. Nach aktuellem Stand sollen die vollständigen Antragsunterlagen frühestens im Laufe des Jahres 2026 eingereicht werden. Eine mögliche Errichtung der Anlagen wird nach Angaben der Stadtwerke frühestens ab dem Jahr 2028 erwartet.

Nach Berechnungen der Stadtwerke könnte der Windpark rechnerisch Strom für rund 30.000 Haushalte liefern. Darüber hinaus verweisen sie auf gesetzlich vorgesehene Beteiligungsmöglichkeiten für Kommunen und Anwohner. Gemeinden im Umkreis von 2.500 Metern können demnach finanziell an den Erträgen beteiligt werden. Für Nottuln könnte dies einen jährlichen Betrag im sechsstelligen Bereich bedeuten. Ob diese Aspekte den bestehenden Widerstand mindern, ist derzeit offen.

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