
Münster. Die Reaktivierung der Bahnstrecke zwischen Münster und Sendenhorst kommt später als gehofft. Obwohl die Bezirksregierung Münster Ende Januar 2026 den Planfeststellungsbeschluss erlassen und Anfang Februar öffentlich bekannt gemacht hat, hält die Westfälische Landes-Eisenbahn (WLE) einen Betriebsstart im Jahr 2027 inzwischen für unrealistisch.
In einer Sitzung der Bezirksvertretung Münster-Südost vermied das Unternehmen ein neues konkretes Datum. Klar ist jedoch: Selbst bei optimalem Verlauf würden Bau, Ausschreibungen und vorgeschriebene Testphasen mindestens zwei Jahre beanspruchen.
Mit dem Planfeststellungsbeschluss besteht grundsätzlich Baurecht für die Strecke 9213 im Abschnitt Münster–Sendenhorst. Die Unterlagen sind seit dem 23. Februar online einsehbar. Zugleich wurde die sofortige Vollziehung angeordnet. Das bedeutet, dass das Projekt juristisch unmittelbar umgesetzt werden dürfte, auch wenn Klagen möglich bleiben.
Dennoch wollen die Projektpartner zunächst prüfen, ob Rechtsmittel gegen den Beschluss eingelegt werden. Das Klagerisiko wird als gering eingeschätzt. Hintergrund sind unter anderem umfangreiche und eher konservativ angesetzte Lärmschutzberechnungen.
Nach Einschätzung der WLE gliedert sich der weitere Ablauf in mehrere Abschnitte. Rund 18 Monate sind für Bauarbeiten veranschlagt. Hinzu kommen etwa drei Monate für europaweite Ausschreibungsverfahren sowie weitere drei Monate für Probefahrten und technische Abnahmen.
Damit summieren sich allein diese Schritte auf mindestens 24 Monate. Ein Start im Jahr 2027 erscheint unter diesen Voraussetzungen kaum haltbar.
Das Projekt umfasst weit mehr als eine bloße Wiederaufnahme des Verkehrs. Geplant sind eine vollständige Erneuerung der Gleisanlagen, Anpassungen und Neubauten von Bahnübergängen, Entwässerungsmaßnahmen sowie abschnittsweise zweigleisige Bereiche.
Auch Haltepunkte werden neu geschaffen oder modernisiert. Im Münsteraner Stadtgebiet sind fünf Stationen vorgesehen: Halle Münsterland, Loddenheide, Gremmendorf, Angelmodde und Wolbeck. Von dort soll die Strecke über Albersloh bis nach Sendenhorst führen.
Die Verbindung ist Bestandteil des geplanten S-Bahn-Systems im Münsterland. Vorgesehen sind batterieelektrische Triebzüge, die im Bereich des Hauptbahnhofs unter Oberleitung Energie aufnehmen können.
Das Angebotskonzept sieht drei Züge pro Stunde zwischen Münster Hauptbahnhof und Wolbeck vor. Zwei davon sollen weiter bis Sendenhorst verkehren. Die Fahrzeit wird mit rund 16 Minuten bis Wolbeck und etwa 30 Minuten bis Sendenhorst kalkuliert.
Planungen gehen von über 10.000 Fahrgästen pro Werktag aus. Bereits 2024 war das Projekt mit Kosten von rund 133 Millionen Euro beziffert worden. Der Nutzen-Kosten-Indikator lag bei 1,36 und damit oberhalb der Fördergrenze. Eine Finanzierung über das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) ist vorgesehen.
Vor Ort, insbesondere in Albersloh und Sendenhorst, sind zusätzliche Haltepunkte eingeplant. Auch über zusätzliche zweigleisige Abschnitte wurde in früheren Planungen diskutiert.
Ein konkreter Termin für die Wiederaufnahme des Zugverkehrs steht derzeit nicht fest. Die WLE hält die Umsetzung jedoch weiterhin für sehr wahrscheinlich. Entscheidend wird sein, ob gegen den Planfeststellungsbeschluss geklagt wird und wie schnell Detailplanung, Förderanträge und Ausschreibungen abgeschlossen werden können.
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