
Münster/Berlin. Die Zahl junger Menschen ohne eigene Wohnung in Deutschland ist deutlich gestiegen. Nach Angaben der Bundesregierung galten zum 31. Januar 2025 mehr als 137.000 Minderjährige als wohnungslos. Damit hat sich die Zahl innerhalb weniger Jahre stark erhöht.
Die Daten gehen aus einer Antwort des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen auf eine parlamentarische Anfrage der Linksfraktion hervor. In der Auswertung wird deutlich, dass besonders junge Menschen von Wohnungslosigkeit betroffen sind.
Besonders viele Fälle werden aus Nordrhein-Westfalen gemeldet. In aktuellen Berichten wird das bevölkerungsreichste Bundesland als besonders stark betroffen beschrieben. Demnach lebten dort zuletzt rund 37.000 minderjährige Menschen ohne eigene Wohnung.
Die Statistik umfasst Menschen, die von Kommunen oder sozialen Einrichtungen untergebracht wurden, etwa in Notunterkünften oder Übergangswohnungen. Personen, die beispielsweise vorübergehend bei Freunden oder Verwandten wohnen, werden nicht vollständig erfasst.
Als mögliche Gründe für den Anstieg nennt die Bundesregierung unter anderem verbesserte Datenerfassungen sowie die Aufnahme von Geflüchteten aus der Ukraine, die in den Statistiken berücksichtigt werden.
Konkrete aktuelle Detailzahlen für einzelne Städte werden in der bundesweiten Auswertung nicht aufgeführt. Ältere kommunale Daten zeigen jedoch, dass auch Münster betroffen ist.
Nach der Jahresstatistik der Stadt Münster wurden zum 31. Januar 2023 insgesamt 2.785 wohnungslose Menschen gezählt, die von Behörden oder Trägern untergebracht waren. Darunter befanden sich 871 Minderjährige sowie 315 junge Erwachsene zwischen 18 und 24 Jahren.
Die Statistik bildet vor allem Menschen ab, die offiziell untergebracht sind. Wer vorübergehend bei Bekannten unterkommt oder ohne feste Unterkunft unterwegs ist, taucht darin nicht immer auf.
In Münster richtet sich ein Teil der sozialen Hilfsangebote gezielt an junge Menschen ohne festen Wohnsitz oder mit drohender Wohnungslosigkeit. Streetwork-Teams sprechen Jugendliche und junge Erwachsene etwa im Bereich der Innenstadt oder rund um den Hauptbahnhof an und vermitteln Hilfeangebote.
Neben kurzfristiger Unterbringung geht es dabei häufig auch um langfristige Perspektiven, etwa beim Übergang in Ausbildung, Arbeit oder eine eigene Wohnung.
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