
Münster. Der Weltfrauentag hat in Münster am Sonntag zahlreiche Menschen auf die Straße gebracht. Gleich zwei Demonstrationen zum Internationalen Frauentag Münster zogen durch die Innenstadt und machten unterschiedliche feministische Positionen sichtbar. Nach Angaben der Polizei beteiligten sich insgesamt mehrere tausend Menschen an den Kundgebungen und Demonstrationszügen, die an verschiedenen Orten der Innenstadt starteten und unterschiedliche Routen nahmen.
Während eine Demonstration vom Hauptbahnhof aus startete, versammelte sich ein deutlich größerer Zug in der Stubengasse. Beide Veranstaltungen waren organisatorisch getrennt, standen aber im Kontext des Weltfrauentags Münster und thematisierten Fragen der Gleichstellung, gesellschaftlichen Teilhabe und des Schutzes vor Gewalt. Die Demonstrationen verliefen nach Angaben der Polizei überwiegend friedlich, auch wenn es im Verlauf des Nachmittags zu einzelnen Zwischenfällen kam.
Am Hauptbahnhof formierten sich laut Polizei rund 400 Menschen zu einer Demonstration unter der Bezeichnung „Internationaler Frauenkampftag“. Der Demonstrationszug bewegte sich anschließend durch Teile der Innenstadt und führte schließlich bis in den Bereich der Aaseekugeln. Während der Kundgebung wurden verschiedene politische Forderungen formuliert. Dazu gehörten unter anderem gleiche Bezahlung für Frauen und Männer, Kritik an Waffenlieferungen in Konfliktgebiete sowie Forderungen nach Änderungen im Abtreibungsrecht.
Parallel dazu fand in der Stubengasse eine deutlich größere Versammlung statt. Dort kamen nach Schätzungen der Polizei etwa 1850 Menschen zusammen. Diese Demonstration stand unter dem Motto eines internationalen feministischen Kampftages und richtete sich gegen gesellschaftliche Strukturen, die von den Organisierenden als patriarchal beschrieben werden.
Beide Veranstaltungen wurden bewusst getrennt organisiert. Hintergrund sind unterschiedliche politische Ansätze innerhalb der beteiligten Gruppen. Nach Angaben aus dem Umfeld der Veranstalter handelte es sich jedoch nicht um Gegendemonstrationen. Vielmehr sollten zwei unterschiedliche Formen feministischen Protests parallel stattfinden, ohne sich gegenseitig zu behindern.
Ein weiterer Unterschied zeigte sich in der Ausrichtung der Veranstaltungen. Bei der Demonstration in der Stubengasse waren ausdrücklich Menschen aller Geschlechter willkommen. Gleichzeitig baten die Organisierenden darum, auf politische oder nationale Fahnen zu verzichten. Beim Demonstrationszug vom Hauptbahnhof waren hingegen verschiedene politische Fahnen und Symbole sichtbar.
Zum Auftakt der Demonstrationen kamen mehrere Rednerinnen aus unterschiedlichen Initiativen zu Wort. In der Stubengasse sprachen Vertreterinnen verschiedener Organisationen, die sich mit Fragen der sexuellen Selbstbestimmung, der Unterstützung von Sexarbeiterinnen oder der Arbeit von Frauenhäusern befassen.
In den Redebeiträgen ging es unter anderem um strukturelle Benachteiligung von Frauen sowie um gesellschaftliche Themen wie unbezahlte Care-Arbeit, Gewalt gegen Frauen und mangelnde finanzielle Ausstattung von Hilfsstrukturen. Auch die Situation von Beratungsstellen und Frauenhäusern wurde thematisiert. Aus Sicht der beteiligten Initiativen fehlt es vielerorts an ausreichenden finanziellen Mitteln, um den Bedarf an Unterstützung zu decken.
Darüber hinaus richteten sich Beiträge gegen Diskriminierung und Hasskriminalität gegenüber Frauen sowie gegenüber Menschen, die sich als lesbisch, intergeschlechtlich, trans oder nichtbinär definieren. Die Demonstrierenden verbanden diese Themen mit der Kritik an gesellschaftlichen Machtstrukturen, die nach ihrer Einschätzung zu Ungleichbehandlung und Gewalt beitragen.
Die Demonstration aus der Stubengasse zog anschließend durch Teile der Innenstadt und endete schließlich auf dem Hafenplatz. Auch dort wurde die Veranstaltung mit weiteren Beiträgen abgeschlossen.
Die Polizei begleitete beide Demonstrationen mit einem Einsatz in der Innenstadt. Nach Angaben der Beamten verliefen die Veranstaltungen insgesamt ruhig und ohne größere Störungen.
Während des Einsatzes registrierte die Polizei jedoch mehrere Vorfälle. Am Ludgerikreisel entzündeten vermummte Personen einen Rauchtopf. In diesem Zusammenhang wurde eine Anzeige aufgenommen.
Zudem wurden zwei weitere Anzeigen aus dem Umfeld der Demonstrationen registriert. Nach Angaben der Polizei wurde eine Person aus dem Demonstrationszug sexuell beleidigt. In einem weiteren Fall soll eine Person bespuckt worden sein. Auch hierzu wurden Ermittlungen eingeleitet.
Trotz dieser Vorfälle blieb die Lage in der Innenstadt über weite Strecken ruhig. Nachdem die Demonstrationszüge ihre Ziele erreicht hatten, lösten sich die Versammlungen am späten Nachmittag auf. Für Münster endete der Weltfrauentag damit mit zwei sichtbaren politischen Aktionen im öffentlichen Raum, die unterschiedliche Perspektiven auf Feminismus und Gleichstellung zum Ausdruck brachten.
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