FMO verliert an Passagieren: München-Strecke wächst, Frankfurt-Aus bleibt spürbar

Der FMO verzeichnet im dritten Quartal 2025 leicht sinkende Passagierzahlen. Gründe, Entwicklungen und NRW-Vergleich im Überblick.
Olivia Anne Snyder

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Münster/Osnabrück. Der Flughafen Münster/Osnabrück hat im dritten Quartal 2025 insgesamt 475.333 Passagiere gezählt. Damit liegt der Wert rund 2,6 Prozent unter dem Vorjahreszeitraum. Dieser Rückgang setzt die Entwicklung aus dem ersten Halbjahr fort und steht im Gegensatz zum landesweiten Trend, denn zahlreiche NRW-Flughäfen verzeichneten steigende Abflugzahlen.

Wegfall der Frankfurt-Strecke bestimmt die Statistik

Ausschlaggebend für die niedrigeren Zahlen ist weiterhin die Einstellung der Lufthansa-Verbindung nach Frankfurt zum Herbst 2024. Im dritten Quartal des Vorjahres hatten rund 26.200 Fluggäste diese Strecke genutzt. Diese Passagiere fehlen nun vollständig. Der Effekt zeigt sich besonders deutlich, da touristische Verbindungen und andere Linien am FMO weitgehend stabil geblieben sind.

München gewinnt an Bedeutung – reicht aber nicht zur Kompensation

Nach dem Wegfall der Frankfurt-Verbindung setzt Lufthansa stärker auf München als Zubringer-Drehkreuz. Die Zahl der Passagiere auf dieser Route ist im Jahresvergleich deutlich gestiegen: von 53.900 im dritten Quartal 2024 auf 61.500 im gleichen Zeitraum 2025. Etwa ein Drittel der früheren Frankfurt-Reisenden nutzt heute die Verbindung nach München. Langfristig streben Lufthansa und der FMO an, rund die Hälfte dieser Passagiere auf die süddeutsche Hub-Strecke zu verlagern. Trotz dieser Entwicklung reicht das Plus bislang nicht aus, um die Verluste vollständig auszugleichen.

Abflüge am FMO über Vor-Corona-Niveau

Während der FMO insgesamt weniger Reisende verzeichnet, fallen die Rückgänge bei den Abflügen mild aus. Die Zahl der abfliegenden Passagiere sank lediglich um 1,4 Prozent. NRW-weit lag das Plus bei 4,3 Prozent. Auffällig ist der Vergleich mit der Zeit vor der Pandemie: Der FMO liegt hier deutlich über dem Niveau von 2019. Im dritten Quartal dieses Jahres starteten rund 241.304 Menschen vom FMO – rund 65.000 mehr als 2019.

Vergleich mit anderen Flughäfen in NRW

Die Entwicklung innerhalb Nordrhein-Westfalens fällt sehr unterschiedlich aus. Der Flughafen Dortmund verzeichnet mit einem Wachstum von 7,1 Prozent den stärksten Zuwachs im Land, gestützt durch ein weiter ausgebautes Angebot von Low-Cost-Airlines. Paderborn/Lippstadt hingegen meldet den deutlichsten Rückgang. Hier wirkt sich vor allem die eingestellte Lufthansa-Verbindung nach München aus, die erst ab dem 1. September durch die neue Airline Skyhub PAD ersetzt wurde.

Einordnung: Strukturwandel im Regionalflugverkehr

Der Wegfall regionaler Lufthansa-Verbindungen wie FMO–Frankfurt oder PAD–München ist Teil einer bundesweiten Konsolidierung. Kapazitäten werden stärker auf größere Hubs und saisonale Nachfrage verlagert. Gleichzeitig profitieren Flughäfen wie Dortmund besonders von einem erweiterten Low-Cost-Portfolio, während der FMO weiterhin von Ryanair-, SunExpress- und touristischen Angeboten getragen wird. Trotz kurzfristiger Einbußen bleibt das Passagieraufkommen in Münster/Osnabrück überdurchschnittlich stabil.

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