
Düsseldorf. Die nordrhein-westfälische SPD stellt früh die personellen Weichen für die Landtagswahl 2027. Parteiintern gilt es als beschlossen, dass Jochen Ott, Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion, als Spitzenkandidat ins Rennen gehen soll. Damit würde der Oppositionsführer den amtierenden Ministerpräsidenten Hendrik Wüst herausfordern.
Nach Informationen aus Parteikreisen hat das SPD-Präsidium den 51-Jährigen am Freitag dem Landesvorstand zur Nominierung vorgeschlagen. Die Empfehlung fiel demnach einstimmig aus. Formal entschieden werden soll die Personalie auf dem Aufstellungsparteitag der NRW-SPD, der für den 13. Juni geplant ist. Dort dürfte Ott offiziell zum Spitzenkandidaten gekürt werden.
Mit der frühen Festlegung setzt die SPD auf einen langen Vorlauf. Hintergrund ist die anhaltend schwierige Lage der Partei im bevölkerungsreichsten Bundesland. Seit 2017 ist die SPD in Nordrhein-Westfalen nicht mehr an der Regierung beteiligt. Aktuell regiert eine schwarz-grüne Koalition unter Führung von Hendrik Wüst, der das Amt im Oktober 2021 nach dem Wechsel von Armin Laschet auf Bundesebene übernommen hatte.
Die CDU will ihren eigenen Spitzenkandidaten erst im kommenden Jahr benennen. Ob Wüst selbst erneut antritt, soll ebenfalls erst dann entschieden werden.
Bei der Landtagswahl 2022 kam die CDU auf 35,7 Prozent, die SPD erreichte 26,7 Prozent. Auch bei der Kommunalwahl in NRW im September 2025 blieb die SPD mit 22,1 Prozent deutlich hinter der CDU zurück, die landesweit 33,3 Prozent erzielte. In aktuellen Umfragen wird die SPD teils nur noch bei 18 bis 19 Prozent gesehen, während die CDU stellenweise an die 40-Prozent-Marke heranreicht.
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Vor diesem Hintergrund soll Ott die Partei frühzeitig in Stellung bringen und wieder näher an frühere Wahlergebnisse heranführen.
Jochen Ott wurde 1974 geboren und stammt aus Köln. Er ist verheiratet, Vater von drei Töchtern und lebt im Kölner Norden. Beruflich war Ott viele Jahre als Lehrer tätig, bevor er vollständig in die Landespolitik wechselte. Sein Lehramtsstudium absolvierte er unter anderem in Köln und London.
Der SPD trat Ott bereits 1992 bei. Innerhalb der Partei übernahm er früh Führungsaufgaben, war lange Vorsitzender der Kölner SPD und bekleidete mehrere Funktionen auf Landesebene. Dem nordrhein-westfälischen Landtag gehört er seit 2010 an, seit Mai 2023 führt er die SPD-Fraktion als Vorsitzender und ist damit Oppositionsführer.
In Porträts wird Ott vor allem als bildungspolitisch versiert beschrieben. Zugleich gilt er als rhetorisch scharf und angriffslustig, wobei er selbst betont, politische Auseinandersetzungen inhaltlich führen zu wollen. Als politisches Leitbild nennt er den sogenannten Rheinischen Kapitalismus, der wirtschaftliche Leistungsfähigkeit mit sozialem Ausgleich verbinden soll.
Neben seiner parlamentarischen Arbeit war und ist Ott in verschiedenen Gremien engagiert, unter anderem im Umfeld der NRW.BANK und im WDR-Rundfunkrat. Auch ehrenamtliche Funktionen gehören zu seinem Profil.
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