Schwere Vorwürfe: Ex-Mitarbeiter soll Leichen im Krankenhaus missbraucht haben

Eine junge Frau mit einer akuten Pilzvergiftung in Münster wartet auf eine lebensrettende Lebertransplantation.
Foto: Parentingupstream

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Bünde. Nach schweren Vorwürfen gegen einen ehemaligen Mitarbeiter des Lukas-Krankenhaus Bünde ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Störung der Totenruhe. Im Mittelpunkt steht ein 39-jähriger Mann aus dem Kreis Herford, der bis zum Sommer 2025 als Hilfskraft in der Klinik tätig gewesen sein soll. Die Ermittler gehen derzeit von mindestens zwei betroffenen Verstorbenen aus.

Verdacht richtet sich gegen frühere Hilfskraft

Der Beschuldigte soll sich nach bisherigem Ermittlungsstand an zwei Leichen sexuell vergangen haben. Die Taten betreffen eine Frau und einen Mann im Seniorenalter. Entdeckt wurden die Fälle zu unterschiedlichen Zeitpunkten: einer im Sommer, ein weiterer kurz vor dem Jahreswechsel. Beide Vorfälle sollen sich in den Räumen der Prosektur ereignet haben.

Der Mann war nach Angaben der Ermittler bis Ende Juni 2025 im Krankenhaus beschäftigt und unter anderem mit Reinigungsarbeiten betraut. Dadurch habe er Zugang zu sensiblen Bereichen gehabt und über entsprechende Ortskenntnisse verfügt.

Unregelmäßigkeiten führten zu Anzeige

Ausgelöst wurden die Ermittlungen durch Auffälligkeiten, die Mitarbeitenden der Klinik in der Pathologie aufgefallen waren. Die Klinikleitung schaltete daraufhin umgehend die Behörden ein. Zeugenaussagen aus dem Umfeld der Prosektur führten die Ermittler schließlich zu dem ehemaligen Mitarbeiter.

Die Staatsanwaltschaft Bielefeld spricht von Hinweisen aus der Auffindesituation der Leichen sowie vom Spurenbild, die auf mögliche sexuelle Handlungen hindeuteten. Diese Indizien bildeten die Grundlage für weitergehende Ermittlungsmaßnahmen.

Durchsuchung und DNA-Abgleich

Am 21. Januar 2026 durchsuchte die Kriminalpolizei die Wohnadresse des Beschuldigten in Hiddenhausen. Dabei wurden Datenträger sichergestellt. Zudem entnahmen die Beamten eine Speichelprobe, um DNA-Spuren abzugleichen. Der Mann selbst machte bislang keine Angaben zur Sache und äußerte sich im Verhör nicht zu den Vorwürfen.

Trotz der Schwere der Anschuldigungen befindet sich der 39-Jährige derzeit auf freiem Fuß. Die Ermittlungen dauern an.

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Rechtlicher Hintergrund und Einordnung

Der Tatvorwurf lautet auf Störung der Totenruhe. Dieser Straftatbestand ist in § 168 des Strafgesetzbuches geregelt und kann je nach Ausgestaltung mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder mit einer Geldstrafe geahndet werden.

Das Lukas-Krankenhaus Bünde gehört gemeinsam mit dem Klinikum Herford zum Verbund der Kreiskliniken Herford-Bünde. Der Klinikverbund erklärte, man habe bereits beim ersten Verdacht Anzeige erstattet. Die vollständige Aufklärung habe höchste Priorität, zugleich gelte das besondere Mitgefühl den Angehörigen der Verstorbenen.

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