Störung der Totenruhe im Lukas-Krankenhaus: Zahl der Fälle steigt von zwei auf sieben

Eine junge Frau mit einer akuten Pilzvergiftung in Münster wartet auf eine lebensrettende Lebertransplantation.
Foto: Parentingupstream

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m Lukas-Krankenhaus in Bünde erschüttert ein schwerer Verdacht die Öffentlichkeit. Ermittler gehen davon aus, dass ein ehemaliger Mitarbeiter sich mehrfach heimlich Zugang zur Prosektur verschafft und dort Straftaten an Leichnamen begangen hat. Die Zahl der bekannten Fälle hat sich innerhalb weniger Tage deutlich erhöht. Der Beschuldigte sitzt inzwischen in Untersuchungshaft.

Sieben statt zwei Fälle: Ermittlungen deutlich ausgeweitet

Ausgangspunkt der Ermittlungen waren zunächst zwei angezeigte Vorfälle. Nach Angaben der Ermittlungsbehörden hat sich dieser Verdacht inzwischen erheblich ausgeweitet. Mittlerweile gehen Staatsanwaltschaft und Polizei von sieben Fällen aus. Ausschlaggebend dafür war die Auswertung sichergestellter Datenträger, auf denen Videoaufnahmen entdeckt worden sein sollen, die konkrete Tatbezüge aufweisen und dem Beschuldigten zugerechnet werden.

Die Taten sollen sich über mehrere Monate erstreckt haben. Als möglicher Tatzeitraum gelten nach aktuellem Stand Juni, November und Dezember 2025.

Tatort Prosektur im Lukas-Krankenhaus

Die mutmaßlichen Taten sollen sich in der Pathologie des Lukas-Krankenhaus Bünde ereignet haben. Das Krankenhaus ist Teil des Verbunds der Kreiskliniken Herford-Bünde. Der Beschuldigte war dort nach bisherigen Erkenntnissen bis Ende Juni 2025 als Hilfskraft tätig und unter anderem mit Reinigungsarbeiten in der Prosektur betraut.

Den Ermittlern zufolge soll der Mann sich auch nach dem Ende seiner Tätigkeit nachts unbefugt Zutritt zu den Räumlichkeiten verschafft haben.

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Durchsuchung in Hiddenhausen und Festnahme

Im Zuge der Ermittlungen durchsuchten Polizeikräfte das Wohnhaus des Beschuldigten in Hiddenhausen. Dabei wurden Beweismittel sichergestellt, die nach Einschätzung der Ermittler den Tatverdacht weiter erhärteten. Zudem wurde dem Mann eine DNA-Probe entnommen.

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Der 39-jährige deutsche Staatsangehörige war zunächst auf freiem Fuß. Nach neuen Erkenntnissen wurde er jedoch am 24. Januar festgenommen und einem Haftrichter vorgeführt. Seitdem befindet er sich in Untersuchungshaft.

Staatsanwaltschaft spricht von Störung der Totenruhe

Die Ermittlungen werden gemeinsam von der Polizei im Kreis Herford und der Staatsanwaltschaft Bielefeld geführt. Juristisch steht der Vorwurf der Störung der Totenruhe im Raum. Dieser Straftatbestand ist im Strafgesetzbuch geregelt und kann mit Freiheitsstrafe oder Geldstrafe geahndet werden.

Offiziell bestätigt sind bislang ausschließlich die Vorwürfe rund um die mutmaßlichen Handlungen in der Prosektur sowie der erweiterte Tatzeitraum. Weitere in Medienberichten genannte Aspekte, etwa Funde bei der Durchsuchung oder mögliche Bezüge zu anderen Ermittlungen, sind nach Behördenangaben nicht Teil der bisherigen Anklagepunkte.

Ermittlungen dauern an

Die Ermittler prüfen derzeit weitere mögliche Zusammenhänge und werten die sichergestellten Beweise weiter aus. Ob zusätzliche Anklagepunkte hinzukommen oder sich der Tatkomplex noch erweitert, ist derzeit offen. Klar ist jedoch: Der Fall hat nicht nur im Kreis Herford, sondern weit darüber hinaus für großes Entsetzen gesorgt.

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