Von Ostwestfalen nach Nordamerika: Merkur baut Exportgeschäft aus

Einbruch in eine Spielhalle in Münster: Täter verwüsten den Innenraum und öffnen Spielautomaten.
Foto: Bruno

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Lübbecke. Deutschlands größter Glücksspielkonzern richtet den Blick stärker auf Nordamerika. Merkur aus Espelkamp will den Absatz von Spielautomaten in den USA und in Kanada in den kommenden Jahren deutlich steigern. Nach dem Einstieg bei einem kleineren US-Unternehmen läuft der Vertrieb bereits an. Die Geräte dafür kommen weiterhin aus Ostwestfalen.

Übernahme in den USA öffnet Merkur die Tür

Grundlage für den Ausbau ist die Übernahme der US-Firma Gaming Arts. Die Nevada Gaming Commission hatte dem Kauf im Mai 2025 zugestimmt. Abgeschlossen wurde die Transaktion laut Merkur am 15. September 2025. Mit dem Zukauf sichert sich der Konzern nicht nur einen Standort in Las Vegas, sondern auch einen direkten Zugang zu einem streng regulierten und stark umkämpften Markt.

Merkur selbst beschreibt den Schritt als wichtigen Teil seiner Rückkehr in den US-Markt. Schon 1998 hatte das Unternehmen eine Herstellerlizenz in Nevada erhalten, zog sich später aber wieder zurück. Nun versucht der Konzern einen neuen Anlauf, diesmal mit eigenem US-Partner und bestehender lokaler Struktur.

Produktion soll weiter aus Lübbecke kommen

Für Ostwestfalen ist vor allem ein Punkt wichtig: Die Geräte sollen weiterhin im Werk in Lübbecke produziert werden. Von dort aus sollen die Spielautomaten nach Nordamerika exportiert werden. Damit bekommt die Expansion in die USA und nach Kanada auch eine klare regionale Dimension, weil ein wachsender Teil des Geschäfts direkt an den Produktionsstandort in Ostwestfalen geknüpft ist.

Nach dem aktuellen Plan soll Gaming Arts künftig vor allem Software und Marktzugang beisteuern. Die Hardware kommt dagegen aus Deutschland. Merkur verbindet damit die eigene Fertigung in Ostwestfalen mit der Vertriebs- und Zulassungsstruktur in den Vereinigten Staaten.

Merkur setzt auf einen Markt mit wenigen großen Anbietern

Aus Sicht des Konzerns ist der US-Markt attraktiv, weil er groß ist und zugleich von wenigen Anbietern dominiert wird. Aktuelle Berichte nennen Aristocrat Gaming, IGT und Light & Wonder als wichtigste Wettbewerber. Merkur sieht darin offenbar eine Chance, weil Spielbanken und Betreiber nach weiteren Herstellern suchen könnten. Genau in diese Lücke will das Unternehmen aus Espelkamp nun vorstoßen.

Neben klassischen Spielautomaten dürfte dabei auch das digitale Geschäft wichtiger werden. In den aktuellen Berichten wird beschrieben, dass Merkur in Nordamerika nicht nur auf Hardware setzt, sondern perspektivisch auch Online- und virtuelle Spiele ausbauen will. Damit wäre der Schritt nach Nordamerika nicht nur ein Exportprojekt, sondern Teil einer breiteren Internationalisierungsstrategie.

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Konzernumbau und Expansion fallen in eine Phase des Wandels

Der Vorstoß nach Nordamerika fällt in eine Zeit, in der sich das Unternehmen selbst neu aufstellt. Die frühere Gauselmann-Gruppe tritt inzwischen als Merkur Group beziehungsweise Merkur.com AG auf. Zudem steht mit Lars Felderhoff eine neue Führungsspitze für den Konzern, nachdem Firmengründer Paul Gauselmann sich aus der operativen Leitung zurückgezogen hat.

Auch wirtschaftlich ist die Gruppe groß aufgestellt. Im Geschäftsbericht für 2024 weist Merkur einen Umsatz von rund 2,77 Milliarden Euro aus und nennt weltweit 14.595 Beschäftigte. Das zeigt die Größenordnung, in der sich der Ausbau des Nordamerika-Geschäfts bewegt

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