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Wüst zeigt sich kritisch: Castor-Transporte nach Ahaus sorgen für neuen Protest

Urteil des Oberverwaltungsgerichts: Atommüll-Transport nach Ahaus erlaubt. Das BASE hat Castor-Transporte von Jülich nach Ahaus genehmigt. 152 Behälter mit Brennelementen dürfen bis 2027 ins Zwischenlager gebracht werden
Foto: kalhh

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Münster/Ahaus. Die geplanten Castor-Transporte nach Ahaus geraten erneut in die öffentliche Kritik. Nachdem sich NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) erstmals kritisch zu den atomaren Transporten äußerte, fordern mehrere Anti-Atomkraft-Initiativen aus dem Münsterland und Jülich jetzt konkrete politische Schritte. Schon am heutigen Sonntag um 14 Uhr haben sie zu einem Protestmarsch am Zwischenlager Ahaus aufgerufen.

„Ich kann gut verzichten“ – Wüst distanziert sich von Castor-Plänen

Gegenüber der Rheinischen Post sagte Ministerpräsident Wüst, er könne „auf jeden Castor-Transport gut verzichten“. Doch diese Äußerung reicht den Initiativen nicht. Sie werfen ihm vor, zwar Kritik zu äußern, aber keine konkreten Maßnahmen einzuleiten. Besonders empört sind sie über seine Aussage, die Transporte sollten „ohne großes Tamtam“ stattfinden. Für die Protestgruppen ist klar: Nicht der Widerstand sei das Problem, sondern die Transporte selbst – inklusive Polizeigroßeinsätzen auf maroden NRW-Autobahnen.

Vier Forderungen an die Landesregierung

Bereits am Donnerstag hatten die Initiativen einen zweiten Brandbrief an Hendrik Wüst sowie NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne) geschickt. Darin formulierten sie vier konkrete Forderungen:

  1. Einladung zu Last-Minute-Gesprächen mit Bund und bayerischer Staatsregierung.

  2. Übereignung zweier Grundstücke in Jülich an den Bund – für ein neues Zwischenlager vor Ort.

  3. Rechtliche Schritte gegen den Sofortvollzug der 152 Castor-Transporte und Unterstützung des BUND-Widerspruchs beim Bundesamt BASE.

  4. Direkter Besuch von Wüst und Neubaur in Ahaus und Jülich, um den Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern zu suchen.

Kritik an fehlender Endlagerlösung

Ein weiteres zentrales Problem sei die völlig ungeklärte Endlagerfrage. Die Genehmigung für das Zwischenlager Ahaus läuft im Jahr 2036 aus – ein neues Genehmigungsverfahren startet frühestens 2028. Die Gewerkschaft der Polizei nannte die Transporte daher eine „Mammutaufgabe ohne Sinn“ und sprach von einem „Wahnsinn“.

Janna Dujesiefken von der Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ macht deutlich: „Noch stehen die Castor-Behälter in Jülich und München-Garching. Wenn Wüst diese Transporte für unsinnig hält, dann erwarten wir, dass er auch politisch alles daran setzt, sie zu verhindern.“

Sonntagsspaziergang als Auftakt – Großdemo im Oktober

Zum heutigen Sonntagsspaziergang um 14 Uhr am Zwischenlager Ahaus-Ammeln werden zahlreiche Teilnehmer erwartet. Die genaue Zahl soll gegen 15 Uhr bekanntgegeben werden. Bereits am Dienstag hatten 120 bis 130 Menschen spontan in Ahaus demonstriert, auch in Jülich gab es eine Mahnwache.

Für den 4. Oktober 2025 ist eine große Demonstration in der Ahauser Innenstadt geplant. Weitere Protestaktionen befinden sich in Vorbereitung.

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