
Münster/Bochum. Das anstehende Auswärtsspiel des SC Preußen Münster beim VfL Bochum am Samstag (30. August 2025) hat bereits im Vorfeld für massive Diskussionen gesorgt. Die Polizei Bochum hatte die Begegnung als „Spiel mit erhöhtem Sicherheitsrisiko“ eingestuft – obwohl zwischen den beiden Fangruppen seit Monaten eine offiziell gelebte Fanfreundschaft besteht. Acht Münsteraner Fans sollten sogar mit einem Bereichsbetretungsverbot belegt werden. Nach Kritik von mehreren Seiten ruderte die Polizei jedoch zurück.
In einem Schreiben informierte die Polizei acht Anhänger des SC Preußen Münster über die geplante Maßnahme. Die betroffenen Fans sollten am Spieltag den Bereich rund um das Ruhrstadion in Bochum nicht betreten dürfen. Grund sei das vermeintlich erhöhte Sicherheitsrisiko rund um die Partie in der 2. Bundesliga. Dabei gilt das Verhältnis der Fanlager als freundschaftlich und betont friedlich – zuletzt hatten beide Seiten mehrfach gemeinsame Aktionen durchgeführt.
Die Fanhilfe Münster reagierte scharf auf das Vorgehen der Polizei. In einem öffentlichen Statement bezeichnete sie die Einstufung der Partie als Risikospiel und die damit verbundenen Verbote als „absurd“. Insbesondere der Umstand, dass keinerlei konkrete Vorfälle oder belastbare Erkenntnisse über eine Gefahrenlage vorlagen, habe die Maßnahme aus Sicht der Fanhilfe als unverhältnismäßig erscheinen lassen.
Nach Bekanntwerden der Anhörungsschreiben schalteten sich beide Vereine ein. Sowohl der SC Preußen Münster als auch der VfL Bochum stellten sich öffentlich gegen die Maßnahme und signalisierten deutlich, dass sie eine andere Einschätzung der Sicherheitslage teilen. Daraufhin überdachte die Polizei Bochum ihre Risikobewertung. Die Betroffenen erhielten eine Rückmeldung: Die Bereichsbetretungsverbote werden nicht ausgesprochen.
Das Spiel am Samstag ist das erste Ligaduell der beiden Traditionsvereine seit vielen Jahren. Die Begegnung im Vonovia-Ruhrstadion – unter Fans liebevoll „anne Castroper“ genannt – gilt als sportlicher Höhepunkt des Spieltags. Aufgrund der geografischen Nähe und der gewachsenen Fanfreundschaft war die Vorfreude in beiden Lagern groß. Umso größer war das Unverständnis über die Sicherheitsbewertung durch die Polizei.
Auch wenn die Polizei letztlich auf die Maßnahmen verzichtete, bleibt ein fader Beigeschmack. Die Kritik an der ursprünglichen Entscheidung reißt nicht ab. Für viele Fans und Beobachter steht fest: Die pauschale Gefährdungseinschätzung gegenüber friedlichen Anhängern war nicht nur rechtlich fragwürdig, sondern vor allem ein Schlag gegen die gewachsene Fankultur.