
Fürth. Fast 53 Jahre nach dem Tod der zwölfjährigen Marion Baier rückt ein ungeklärter Mordfall aus Bayern erneut in den Fokus der Ermittler. Die Kriminalpolizei Fürth hat das Verfahren wieder aufgenommen und prüft eine mögliche Verbindung zu einem weiteren Verbrechen. Wie die Polizei mitteilt, soll ein Fernsehbeitrag neue Hinweise aus der Bevölkerung liefern und damit Bewegung in einen der ältesten ungeklärten Fälle der Region bringen.
Der Mord an Marion Baier erschütterte im Sommer 1973 die Stadt Oberasbach im Landkreis Fürth. Das damals zwölfjährige Mädchen war nach dem Besuch eines Fischerfestes in der benachbarten Stadt Zirndorf nicht nach Hause zurückgekehrt. Wenig später wurde sie tot aufgefunden. Bis heute ist nicht geklärt, wer für die Tat verantwortlich ist.
Nach Angaben der Polizei wurden die Ermittlungen inzwischen intensiviert. Hintergrund sind neue Erkenntnisse, die zur Einrichtung einer speziellen Arbeitsgruppe mit dem Namen „Hainberg“ geführt haben. Diese überprüft unter anderem Parallelen zu einem weiteren ungeklärten Mordfall, der sich 1981 im Allgäu ereignete. Die Ermittler gehen Hinweisen nach, die auf Ähnlichkeiten im Tatgeschehen hindeuten könnten. Damit reagiert die Polizei auf die Einschätzung, dass frühere Ermittlungsansätze mit heutigen Methoden möglicherweise neu bewertet werden müssen.
Im Zentrum der aktuellen Ermittlungen stehen vor allem Zeitzeugen. Menschen, die sich in der Nacht vom 1. auf den 2. Juli 1973 rund um das Fischerfest oder im Bereich des Neubaugebiets an der Hainbergstraße aufgehalten haben, könnten entscheidende Beobachtungen gemacht haben. Auch Fotos oder private Aufnahmen aus jener Nacht gelten als potenziell wertvolle Beweismittel. Die Polizei bittet ausdrücklich darum, solches Material zur Verfügung zu stellen.
Zusätzliche Aufmerksamkeit erhoffen sich die Ermittler durch einen Beitrag in der ZDF-Sendung Aktenzeichen XY… Ungelöst. In der Ausgabe am 21. Januar 2026 wird der Mordfall Sonja Hurler aus Kempten thematisiert. Die Polizei Fürth sieht in diesem Fall mögliche Überschneidungen zum Mord an Marion Baier und setzt deshalb auch auf Hinweise aus dem weiteren Umfeld. Die Sendung richtet sich ausdrücklich an Zuschauerinnen und Zuschauer aus dem Raum Nürnberg, Fürth, Zirndorf und Oberasbach, aber auch an Menschen, die sich an Ereignisse aus den 1970er-Jahren erinnern können.
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Unabhängig von der Fernsehausstrahlung bittet die Kriminalpolizei Fürth weiterhin um Hinweise aus der Bevölkerung. Gesucht werden Personen, die Marion Baier kannten, sie am Abend des Fischerfestes gesehen haben oder Angaben zu ihren Kontakten machen können. Auch scheinbar nebensächliche Beobachtungen könnten aus heutiger Sicht von Bedeutung sein. Um die Aufklärung zu unterstützen, hat das Bayerische Landeskriminalamt eine Belohnung in Höhe von 10.000 Euro ausgesetzt. Diese richtet sich ausschließlich an Privatpersonen und soll einen zusätzlichen Anreiz schaffen, bislang unbekannte Informationen zu melden.
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