
Es beginnt oft harmlos: „Nur eine Folge.“ Und plötzlich ist es halb eins. In Münster passiert das jeden Abend – in WG-Küchen, in Reihenhäusern, in Studentenbuden. Serien sind das neue Feierabendritual. Aber was läuft hier eigentlich wirklich? Welche Titel schaffen es auf Münsters Sofas – und über welchen Dienst?
Eine kleine Umfrage gibt darauf eine überraschend klare Antwort. Nicht, weil Münster sich auf eine Serie geeinigt hätte. Sondern weil sich bei der Frage „Wo guckst du?“ ein gemeinsamer Nenner zeigt – während bei der Frage „Was guckst du?“ alles auseinandergeht.
Wenn man die Antworten nebeneinanderlegt, wirkt es fast wie ein Treffpunkt, nur digital: Netflix ist der meistgenannte Anbieter – mit rund 52 Prozent der Nennungen. Wer in Münster über Serien spricht, landet damit oft automatisch bei demselben Regal. Nicht, weil alle dasselbe schauen, sondern weil viele ihre Serien im selben System finden.
Dahinter folgen Prime Video mit rund 13 Prozent, Disney+ und die ARD-Mediathek mit jeweils knapp 10 Prozent. Die ZDF-Mediathek liegt bei rund 6 Prozent.
Ein Detail sticht dabei heraus, das leicht übersehen wird: Öffentlich-rechtliche Mediatheken kommen zusammen auf rund 19 Prozent. Das ist mehr als „ab und zu mal“ – das ist sichtbar. Während Algorithmen und internationale Hypes den Ton angeben, bleiben Mediatheken in Münster offenbar ein fester Bestandteil des Serienalltags.
Wer jetzt eine eindeutige Hitliste erwartet, wird überrascht. Denn bei den Serien gibt es keinen Titel, der die Runde „besetzt“. Stattdessen zeigt sich: Münster schaut breit, verschieden, manchmal komplett gegensätzlich. Knapp 90 Prozent der genannten Titel tauchen nur ein einziges Mal auf. Das ist keine Serie, die „alle“ gucken – das sind viele kleine Serienwelten nebeneinander.
Einen echten Spitzenreiter gibt es trotzdem: „Stranger Things“ wird mit rund 13 Prozent am häufigsten genannt. Dahinter folgen „Modern Family“ und der „Tatort“ mit jeweils rund 6 Prozent. Und dann? Dann wird es genau so bunt, wie Münster eben ist.
Auf der Liste stehen internationale Schwergewichte wie „Breaking Bad“, „The Last of Us“, „Game of Thrones“ oder „House of the Dragon“ – aber auch klassische und deutschsprachige Formate wie „Der Bergdoktor“, „GZSZ“, „Inspector Barnaby“ oder „Downton Abbey“. Krimi, Comedy, Drama, Kult – alles findet seinen Platz. Nur eben selten derselbe.
Fast noch spannender als das, was genannt wird, ist das, was fehlt: der eine Titel, bei dem man sagt: „Klar, da kann jeder mitreden.“ Genau diesen gemeinsamen Serien-Moment gibt es in dieser Umfrage nicht. Das gemeinsame Stück entsteht an anderer Stelle – beim Anbieter.
Diese Umfrage ist keine wissenschaftliche Bestandsaufnahme und kein „Das schaut Münster“-Urteil. Aber sie ist eine Momentaufnahme, die sich sehr nach Alltag anfühlt: Ein großer Dienst verbindet viele – der Geschmack selbst bleibt individuell.
Und das hat eine praktische Konsequenz. Wer gerade eine neue Serie sucht, sollte in Münster weniger auf „Top 10“-Listen starren – und mehr fragen: „Was hat dich zuletzt so gepackt, dass du weitergucken musstest?“ Denn wenn fast jeder Titel nur einmal genannt wird, ist das kein Nachteil. Es ist ein Hinweis darauf, wie gut persönliche Empfehlungen hier funktionieren können.
Münster streamt viel. Münster streamt oft am selben Ort. Aber Münster schaut auf ganz unterschiedliche Weise.
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