Kabel Eins nimmt IKEA unter die Lupe: Was die neue Doku zeigt

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Grzegorz Walczak

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IKEA bei Kabel Eins steht am Sonntagabend, 9. August 2026, im Mittelpunkt einer neuen Ausgabe von „Die Lieblingsmarken der Deutschen“. Ab 20:15 Uhr untersucht die Dokumentation den Erfolg des schwedischen Möbelkonzerns und fragt unter anderem, wie belastbar bekannte IKEA Produkte im Alltag sind, wie das Geschäftsmodell in unterschiedlichen Ländern funktioniert und wie sich der Anspruch an mehr Nachhaltigkeit mit den Dimensionen eines globalen Möbelhändlers verbinden lässt. Im linearen Programm ist für die Sendung bei Kabel Eins ein Sendeplatz bis 22:20 Uhr vorgesehen.

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Die neue IKEA Doku prüft Qualität und das globale System

Die IKEA Ausgabe gehört zur fünften Staffel von „Die Lieblingsmarken der Deutschen“ und ist deren dritte Folge. Inhaltlich geht die Sendung über eine reine Firmengeschichte hinaus. Ein Schwerpunkt liegt auf der Frage, wie sich typische IKEA Möbel und das bekannte Design im Alltag bewähren. Außerdem beschäftigt sich die Dokumentation mit dem weltweit standardisierten Einkaufserlebnis und damit, ob das oft wiedererkennbare IKEA Konzept in unterschiedlichen Ländern tatsächlich nach demselben Muster funktioniert.

Als weiterer zentraler Punkt ist Nachhaltigkeit angekündigt. Das ist für IKEA besonders relevant, weil das Unternehmen mit großen Mengen an Holz, Textilien, Metall, Kunststoffen, Transportleistungen und Verpackungsmaterial arbeitet. Gleichzeitig versucht IKEA, Kreislaufangebote auszubauen, gebrauchte Möbel erneut zu verkaufen, Materialien stärker wiederzuverwenden und seine Klimabelastung zu senken. Damit behandelt die Doku einen Konflikt, der weit über IKEA hinausreicht: Wie nachhaltig kann ein Konzern sein, dessen Geschäftsmodell auf dem Verkauf großer Mengen neuer Einrichtungsprodukte beruht?

Vom Versandhandel zum weltweiten Möbelkonzern

Die Geschichte von IKEA begann 1943 in Schweden. Ingvar Kamprad gründete das Unternehmen im Alter von 17 Jahren. Der Firmenname setzt sich aus seinen Initialen sowie den Anfangsbuchstaben von Elmtaryd und Agunnaryd zusammen, dem Hof und dem Ort seiner Herkunft. Zunächst verkaufte das Unternehmen verschiedene Waren im Versandhandel. Möbel wurden später zum Kern des Geschäfts. 1953 eröffnete in Älmhult der erste IKEA Schauraum.

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Ein zentraler Bestandteil des späteren Erfolgs wurde die Idee, Möbel platzsparend zu verpacken und einen Teil der Arbeit auf die Kundinnen und Kunden zu verlagern. Selbstmontage und flache Verpackungen senkten Transport und Lagerkosten. Gleichzeitig entwickelten sich die großen Einrichtungshäuser zu einer eigenen Einkaufswelt mit vorgegebenen Wegen, vollständig eingerichteten Wohnräumen, Restaurant, Markthalle und Selbstbedienungslager. Deutschland wurde zu einem der wichtigsten Märkte des Unternehmens. Das erste deutsche IKEA Einrichtungshaus eröffnete 1974.

IKEA setzt in Deutschland Milliarden um

Die wirtschaftliche Bedeutung des deutschen Marktes ist beträchtlich. Für das Geschäftsjahr 2024, das Ende August 2024 endete, wies IKEA Deutschland einen Gesamtumsatz von 6,161 Milliarden Euro aus. Davon entfielen 266 Millionen Euro auf IKEA Food. Das Unternehmen bezifferte seinen Anteil am deutschen Einrichtungsmarkt auf 11,6 Prozent. Rund 79,5 Millionen Besuche wurden innerhalb dieses Geschäftsjahres in den deutschen Einrichtungshäusern registriert, dazu kamen 252,6 Millionen Besuche der Internetangebote.

In seinen neueren Unternehmensangaben führt IKEA 55 Einrichtungshaus Standorte sowie 15 Planungsstudios in Deutschland auf. Rund 20.000 Menschen arbeiten für das Unternehmen. Hinzu kommen neue Verkaufsformen. Ende Juni 2026 eröffnete IKEA beispielsweise in Ingolstadt ein deutlich kleineres Einrichtungshaus mit rund 2.950 Quadratmetern Gesamtfläche. Es kombiniert ein begrenztes direkt verfügbares Sortiment mit Beratung und digitalen Bestellmöglichkeiten. Damit reagiert IKEA auf einen Möbelhandel, der längst nicht mehr ausschließlich über riesige Häuser am Stadtrand funktioniert.

Billy und Köttbullar wurden selbst zu Marken

Zum Erfolg von IKEA gehören Produkte, deren Namen weit über klassische Möbelwerbung hinaus bekannt geworden sind. Besonders prominent ist das Bücherregal Billy. Es wurde Ende der 1970er Jahre entwickelt und erschien 1979 im IKEA Katalog. Das Unternehmen bezeichnet Billy bis heute als eines seiner erfolgreichsten Produkte. Das einfache Regal steht beispielhaft für das Prinzip, standardisierte Möbel mit vergleichsweise schlichtem Design über Jahrzehnte weiterzuentwickeln.

Fast ebenso wichtig für das Markenbild ist inzwischen das Essen. IKEA experimentierte bereits Ende der 1950er Jahre mit gastronomischen Angeboten. Restaurants wurden anschließend Teil des Einrichtungshauskonzepts. Die heute weltweit bekannten schwedischen Fleischbällchen kamen 1985 hinzu. IKEA zufolge entwickelte Koch Severin Sjöstedt die Rezeptur nach mehrmonatigen Tests. Inzwischen gibt es neben klassischen Fleischbällchen auch Varianten aus Geflügel und pflanzlichen Zutaten. Die Gastronomie ist damit nicht nur Zusatzgeschäft, sondern Teil der Markenstrategie. Allein IKEA Food kam in Deutschland im Geschäftsjahr 2024 auf 266 Millionen Euro Umsatz.

Nachhaltigkeit wird zum Prüfstein des Geschäftsmodells

IKEA präsentiert den Umbau zu einem ressourcenschonenderen Unternehmen inzwischen als wichtigen Teil seiner Strategie. Dazu gehören erneuerbare Energien, Photovoltaikanlagen an Standorten, elektrische Lieferfahrzeuge, Rückkaufangebote für gebrauchte Möbel und der sogenannte Zweite Chance Markt. Deutschlandweit soll außerdem die Ladeinfrastruktur für Elektroautos ausgebaut werden. IKEA plant bis 2028 mehr als 1.000 Ladepunkte an seinen Standorten.

Die Größenordnung des Geschäfts macht die Aufgabe allerdings anspruchsvoll. Weltweit lagen die IKEA Einzelhandelsumsätze im Geschäftsjahr 2025 bei 44,6 Milliarden Euro. Entsprechend groß sind Materialbedarf und internationale Lieferketten. Besonders Holz spielt für das Sortiment eine zentrale Rolle. IKEA verweist bei seiner Beschaffung unter anderem auf Zertifizierungsstandards und auf das Ziel, Ressourcen stärker in Kreisläufen zu führen. Genau an diesem Verhältnis zwischen Massenmarkt, niedrigen Preisen, Materialverbrauch und Klimazielen setzt auch die Nachhaltigkeitsfrage der neuen Kabel Eins Dokumentation an.

Auch Steuern und Tarifkonflikte gehören zum Konzernumfeld

Zur wirtschaftlichen Einordnung von IKEA gehört außerdem die ungewöhnlich komplexe Konzernstruktur. Das weltweite IKEA Geschäft besteht nicht einfach aus einer einzigen Gesellschaft. Unter anderem sind das operative Handelsgeschäft großer Teile des Filialnetzes und die Rechte am IKEA Konzept organisatorisch getrennt. Die Europäische Kommission untersucht seit Jahren die steuerliche Behandlung von Inter IKEA in den Niederlanden. Auch in ihrem im Mai 2026 veröffentlichten Wettbewerbsbericht für das Jahr 2025 wurde das Verfahren weiterhin als anhängiger Fall geführt. Eine abschließende Feststellung unzulässiger Beihilfen ist daraus nicht abzuleiten.

Auch bei den Beschäftigten gab es 2026 öffentliche Auseinandersetzungen. Im laufenden Tarifkonflikt des deutschen Einzelhandels beteiligten sich Mitarbeiter mehrerer IKEA Häuser an Warnstreiks der Gewerkschaft Verdi. Dabei geht es um die Tarifbedingungen der gesamten Branche. Solche Arbeitskämpfe sind daher nicht mit einem nachgewiesenen besonderen Fehlverhalten von IKEA gleichzusetzen. Ob Steuerstruktur oder Tarifkonflikt in der neuen Dokumentation selbst ausführlicher behandelt werden, ist in der veröffentlichten Inhaltsbeschreibung nicht ausgewiesen.

Wann die IKEA Folge läuft und wo sie zu sehen ist

Kabel Eins zeigt „Die Lieblingsmarken der Deutschen: IKEA“ am Sonntag, 9. August 2026, ab 20:15 Uhr. Der lineare Sendeplatz reicht bis 22:20 Uhr und umfasst damit 125 Minuten einschließlich Werbeunterbrechungen. Die eigentliche Folge hat bei Joyn eine Laufzeit von 87 Minuten. Dort wird die IKEA Ausgabe als dritte Folge der fünften Staffel angeboten. Die TV Ausstrahlung am 9. August ist als deutsche Fernsehpremiere ausgewiesen.

Eine unmittelbare lineare Wiederholung der IKEA Folge ist derzeit nicht in der veröffentlichten Programmvorschau aufgeführt. Am folgenden Sonntag, 16. August, zeigt Kabel Eins zur gleichen Zeit stattdessen eine ältere Ausgabe über Coca Cola. Die Reihe selbst hat seit ihrem Start zahlreiche bekannte Unternehmen und Konsummarken behandelt. Frühere Folgen beschäftigten sich unter anderem mit Aldi, Lego, McDonald’s, Lidl, Coca Cola, Adidas und Puma, Volkswagen, BMW, Edeka, Rewe, Red Bull, Haribo, Bahlsen und Sony.

Diese Marken stehen in der aktuellen Staffel im Mittelpunkt

Die fünfte Staffel ist im Sommer 2026 mit einem etwas breiteren Ansatz gestartet. Die erste neue Ausgabe beschäftigte sich mit deutschen Spielzeugmarken und stellte Playmobil, Märklin und Carrera in den Mittelpunkt. Eine Woche später folgte eine Sendung über bekannte deutsche Biermarken wie Krombacher, Bitburger und Warsteiner. IKEA bildet am 9. August die dritte neue Folge dieser Staffel.

Weitere neue Folgen der fünften Staffel sind bislang nicht konkret ausgewiesen. Damit ist die IKEA Dokumentation vorerst der aktuelle Abschluss der veröffentlichten neuen Episoden. Sie verbindet einen bekannten Markennamen mit Themen, die über Möbel und Einrichtung hinausgehen: globale Expansion, Konsumgewohnheiten, Produktqualität und Nachhaltigkeit. Gerade diese Mischung erklärt, warum IKEA inzwischen nicht nur als Möbelhändler, sondern als international wiedererkennbare Konsummarke betrachtet wird.

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