Neuer Linken-Chef im ZDF: Pantisano stellt sich dem Sommerinterview

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Luigi Pantisano ist heute Gast bei „Berlin direkt“

Pantisano führt die Linke gemeinsam mit Ines Schwerdtner. Der 1979 in Waiblingen geborene Politiker war zehn Jahre Mitglied des Stuttgarter Gemeinderats, arbeitete unter anderem als Quartiersmanager und gehört inzwischen dem Bundestag an. Beim Linken-Parteitag im Juni 2026 wurde er mit 53,3 Prozent zum Co-Vorsitzenden gewählt. Schwerdtner erhielt bei ihrer Wiederwahl deutlich mehr Zustimmung. Schon vor und unmittelbar nach seiner Wahl sorgten Äußerungen Pantisanos über CDU und AfD für heftige politische Reaktionen.

Der Linken-Chef räumte anschließend Fehler ein und korrigierte seine Aussagen. In einem aktuellen ZDF-Porträt vor dem Sommerinterview bezeichnet er sich selbst als einen Parteivorsitzenden, der noch lerne. Gerade diese ersten Wochen im Amt dürften deshalb einen Schwerpunkt des Gesprächs bilden. Hinzu kommt die Frage, welchen Kurs die Linke unter ihrer neuen Doppelspitze einschlagen will und wie Pantisano seine Partei von SPD, Grünen und zugleich von der Union abgrenzen möchte.

Diana Zimmermann führt das Gespräch im ZDF

Als Interviewerin ist Diana Zimmermann angekündigt, Leiterin des ZDF-Hauptstadtstudios. Das geht sowohl aus der offiziellen Programmübersicht als auch aus dem vom Sender veröffentlichten Trailer zur Sommerinterview-Reihe hervor. „Berlin direkt“ wird regulär von mehreren Journalistinnen und Journalisten präsentiert. Bei den Sommerinterviews wechseln sich in diesem Jahr vor allem Zimmermann und Wulf Schmiese ab.

Das Gespräch beginnt am Sonntag, 9. August 2026, um 19.10 Uhr und endet planmäßig gegen 19.30 Uhr. Direkt danach folgt im ZDF die „Terra X“-Dokumentation „Azuchi: Die Burg des Samurai“. Für die Sommerinterviews sieht der Sender jeweils ungefähr 20 Minuten vor. Die bisherigen Ausgaben dieses Jahres lagen ebenfalls ungefähr in diesem Bereich.

Diese Themen dürften für Pantisano besonders wichtig werden

Pantisanos bisherige Amtszeit liefert reichlich Gesprächsstoff. Nach seiner Wahl musste er sich mit der Kritik an seinen Aussagen über CDU und AfD auseinandersetzen. Gleichzeitig versucht er, der Linken ein deutliches sozialpolitisches Profil zu geben. Wohnen, soziale Ungleichheit, Arbeitsbedingungen und die Verteilung wirtschaftlicher Lasten gehören zu den Themen, mit denen Pantisano und seine Partei zuletzt öffentlich aufgetreten sind.

Hinzu kommen die anstehenden Landtagswahlen. Besonders die politischen Mehrheitsverhältnisse in Sachsen-Anhalt spielen bundesweit eine wichtige Rolle, weil dort die Frage nach möglichen parlamentarischen Mehrheiten jenseits der AfD zusätzliche Brisanz entwickelt hat. Auch die grundsätzliche Haltung der CDU zur Zusammenarbeit mit der Linken ist dadurch erneut zu einem bundespolitischen Thema geworden. Welche Rolle Pantisano für seine Partei in diesen Auseinandersetzungen spielen will, dürfte deshalb ebenfalls relevant sein.

Wo das Sommerinterview mit Pantisano stattfindet

Das ZDF verfolgt bei seiner Sommerreihe ein bewusst anderes Konzept als bei klassischen Studiogesprächen. Die Interviews finden nach Angaben des Senders an Orten statt, mit denen die Gesprächspartner etwas verbindet. Dadurch sollen die Politiker außerhalb des üblichen Hauptstadtstudios erlebt werden.

Bei Pantisano führt die Spur nach Baden-Württemberg. Der Linken-Chef stammt aus Waiblingen und war lange kommunalpolitisch in Stuttgart aktiv. Ein unmittelbar vor dem Sommerinterview veröffentlichtes ZDF-Porträt begleitet ihn in Stuttgart und auf dem Weg zu einer Gewerkschaftskundgebung in Neckarsulm. Einen konkreten Ort für das eigentliche Sommerinterview hat das ZDF in seinen offiziellen Programminformationen zunächst nicht genannt. Eine genaue Kulisse sollte deshalb nicht vor der Ausstrahlung als bestätigt dargestellt werden.

Steinmeier, Merz, Söder und Bas waren bereits zu Gast

Pantisano ist der fünfte Gesprächspartner der diesjährigen Reihe. Zum Auftakt am 12. Juli sprach Diana Zimmermann mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Er begrüßte unter anderem Reformvorhaben der Bundesregierung, sprach über das Verhältnis Deutschlands zu den USA und verteidigte die Kosten für die Sanierung seines Berliner Amtssitzes.

Eine Woche später folgte Bundeskanzler Friedrich Merz. Das Gespräch sorgte vor allem mit seinen Aussagen zur damaligen Krise in der Unionsfraktion für Aufmerksamkeit. Merz äußerte sich zur Nachfolge des zurückgetretenen Fraktionschefs Jens Spahn und schloss auch Veränderungen im Bundeskabinett nicht aus. Zudem grenzte er die Union gegenüber AfD, Linken und Grünen ab.

Söder und Bas setzten die Sommerinterviews fort

Am 26. Juli stellte sich CSU-Chef und bayerischer Ministerpräsident Markus Söder den Fragen von Wulf Schmiese. Thema waren unter anderem die Union, das Verhältnis zur AfD und die bundespolitische Strategie der CSU. Söder stellte sich gegen eine Annäherung seiner Partei an die AfD und äußerte sich außerdem zu politischen Personalfragen innerhalb der Union.

Am vergangenen Sonntag war SPD-Co-Vorsitzende und Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas zu Gast. Sie sprach über die schwachen Werte ihrer Partei, die Rolle der SPD in der schwarz-roten Bundesregierung und die geplante Rentenreform. Bas stellte die Regierungsbeteiligung ihrer Partei als besondere politische Verantwortung dar und zeigte sich zugleich offen dafür, einzelne Punkte des Rentenpakets weiter zu diskutieren.

Zwei weitere Sommerinterviews folgen noch

Nach Pantisano sind noch zwei Gespräche vorgesehen. Am Sonntag, 16. August, spricht Grünen-Vorsitzender Felix Banaszak mit Wulf Schmiese. Den Abschluss der diesjährigen Reihe bildet am 23. August AfD-Bundessprecherin Alice Weidel, ebenfalls im Gespräch mit Schmiese.

Insgesamt umfasst die Staffel damit sieben Ausgaben zwischen dem 12. Juli und 23. August. Die Tradition reicht weit zurück. Das erste ZDF-Sommerinterview wurde bereits 1988 im Rahmen der damaligen Sendung „Bonn direkt“ ausgestrahlt. Seitdem hat sich das Format zu einem festen Bestandteil des politischen Fernsehprogramms während der parlamentarischen Sommerpause entwickelt.

Sommerinterview auch im ZDF-Streaming verfügbar

Wer die Sendung um 19.10 Uhr verpasst, kann das Gespräch über das Streamingangebot des ZDF abrufen. Die Sommerinterviews stehen jeweils am Sendetag online zur Verfügung. Die bereits ausgestrahlten Gespräche mit Steinmeier, Merz, Söder und Bas sind dort ebenfalls abrufbar. Zusätzlich bietet das ZDF die Sendungen mit Untertiteln sowie online in einer Version mit Deutscher Gebärdensprache an.

Das ZDF ergänzt die Interviews außerdem um das Format „PolitiX“. Ab dem jeweils folgenden Mittwoch werden dort einzelne Themen und Aussagen aus dem Gespräch noch einmal vertieft. Für Pantisano beginnt der Sonntagabend allerdings zunächst mit der klassischen Aufgabe eines Sommerinterviews: In rund 20 Minuten muss der neue Parteivorsitzende erklären, wofür er und seine Linke künftig stehen wollen.ARTIKELENDE

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