Rückreisewelle rollt durch Deutschland: Hier staut es sich am Sonntag

Münster sperrt Kanalpromenade an der Warendorfer Straße
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Die Verkehrslage Deutschland am Sonntag bleibt am 9. August 2026 vor allem auf den großen Nord-Süd-Verbindungen angespannt. Am Nachmittag treffen Rückkehrer aus den Ferienregionen auf Urlauber, die erst seit wenigen Tagen aus Bayern und Baden-Württemberg Richtung Süden, Küsten oder Nachbarländer unterwegs sind. Besonders betroffen waren am Nachmittag Abschnitte der A1, A3, A7, A8 und A9. Dazu kommen rund 1.000 Autobahnbaustellen sowie Grenzkontrollen bei der Einreise nach Deutschland. Der ADAC hatte den Sonntagnachmittag und Sonntagabend als Schwerpunkt der Rückreisewelle vorausgesagt.

A1 und A7: Lange Staus rund um Hamburg und in Schleswig-Holstein

Im Norden gehörten die A1 und die A7 am Sonntag zu den auffälligsten Staustrecken. Auf der A1 staute sich der Verkehr zeitweise zwischen Hamburg-Billstedt und dem Maschener Kreuz auf bis zu 15 Kilometern. Die zusätzliche Fahrzeit wurde mit rund 40 Minuten angegeben. Zwischen Stapelfeld und Bad Oldesloe kamen in Richtung Lübeck weitere rund neun Kilometer hinzu. Auf der A7 stockte der Verkehr unter anderem rund um den Hamburger Elbtunnel auf etwa sieben Kilometern.

Weiter nördlich waren auf der A7 ebenfalls längere Rückstaus zu verzeichnen. Zwischen Warder und Rendsburg wurden rund neun Kilometer und Verzögerungen von bis zu einer Stunde gemeldet. In südlicher Richtung staute es sich zwischen Owschlag und dem Kreuz Rendsburg auf rund zehn Kilometern. Baustellen verstärken die Engpässe im Norden zusätzlich. Dazu zählen Arbeiten an der A7 im Hamburger Raum sowie an der Rader Hochbrücke und auf der A1 im Bereich der Norderelbbrücke.

A3: Rückreiseverkehr zwischen Bayern, Hessen und Rheinland

Auch die A3 war am Sonntagnachmittag an mehreren Stellen belastet. Gegen 15.37 Uhr wurden zwischen Weibersbrunn und Hösbach in Richtung Frankfurt acht Kilometer stockender Verkehr registriert. Zwischen Aschaffenburg-West und Goldbach lief es in Gegenrichtung auf rund drei Kilometern nur schleppend. Zwischen Kelsterbach und dem Wiesbadener Kreuz waren ebenfalls etwa drei Kilometer betroffen. Weiter nördlich stockte der Verkehr zwischen Siebengebirge und dem Kreuz Bonn/Siegburg auf sechs Kilometern, dort betrug der Zeitverlust bis zu rund 15 Minuten.

Besonders deutlich zeigte sich der Ferienverkehr auch weiter südöstlich. Auf der A3 Nürnberg Richtung Passau wurden gegen 15.18 Uhr zwischen Garham/Vilshofen und Passau-Nord acht Kilometer Stau mit etwa 20 Minuten zusätzlicher Fahrzeit gemeldet. In der Gegenrichtung zwischen Iggensbach und dem Kreuz Deggendorf waren es neun Kilometer und rund 21 Minuten Verzögerung. Damit gehört die A3 weiterhin zu den zentralen Rückreiserouten aus Österreich und Südosteuropa Richtung Rhein-Main-Gebiet und Nordrhein-Westfalen.

A8 und A9: Rückreise aus dem Süden trifft auf Ferienverkehr

Auf der A8 konzentrierten sich die Probleme am Nachmittag auf mehrere Abschnitte. Zwischen Pforzheim-West und Pforzheim-Ost stockte der Verkehr in Richtung Stuttgart wegen einer Baustelle auf etwa vier Kilometern. In Gegenrichtung zwischen Heimsheim und Pforzheim-Ost wurden ebenfalls rund vier Kilometer gemeldet. Auf dem bayerischen Abschnitt Salzburg Richtung München liefen die Fahrzeuge zwischen Weyarn und dem Kreuz München-Süd gegen 15.18 Uhr auf etwa zehn Kilometern nur stockend. Der Zeitverlust lag bei rund 17 Minuten.

Auf der A9 zeigte sich die Belastung vor allem nördlich von München. Zwischen Ingolstadt-Süd und Denkendorf wurden in Richtung Nürnberg am Nachmittag sieben Kilometer Stau und etwa 21 Minuten Verzögerung gemeldet. In Richtung München stockte der Verkehr zwischen Denkendorf und Lenting auf etwa einem Kilometer. Zuvor hatte es auch im Bereich Bayreuth und auf weiteren Abschnitten der A9 Behinderungen gegeben. Die Strecke Nürnberg, Ingolstadt, München zählt für das gesamte Wochenende zu den vom ADAC besonders staugefährdeten Fernverbindungen.

A45 gesperrt, A61 ohne vergleichbaren Großstau

Auf der A45 sorgt an diesem Wochenende nicht allein der Reiseverkehr für Probleme. Die Fahrbahn in Richtung Hagen beziehungsweise Dortmund ist zwischen Dillenburg und Haiger/Burbach wegen Brückenarbeiten gesperrt. Die Sperrung begann am Freitagabend und soll nach der veröffentlichten Planung bis Montagmorgen, 10. August, gegen 5.30 Uhr dauern. Der Verkehr wird über die B277 umgeleitet. Zusätzlich war am Sonntagnachmittag zwischen Herborn-Süd und Herborn-West wegen eines defekten Fahrzeugs die rechte Spur blockiert.

Die A61 zwischen Mönchengladbach, Koblenz und dem Raum Ludwigshafen gehört zwar zu den klassischen Ferienrouten und wurde für dieses Wochenende als staugefährdet eingestuft. Ein mit den langen Rückstaus auf A1, A3, A7, A8 oder A9 vergleichbarer Großstau ließ sich am späten Sonntagnachmittag jedoch nicht belastbar feststellen. Eine größere Vollsperrung zwischen dem Kreuz Mönchengladbach und Mackenstein ist erst für das folgende Wochenende ab Freitag, 14. August, vorgesehen.

A93 und Brenner: Grenzroute bleibt besonders sensibel

Die A93 vom Inntaldreieck bis Kiefersfelden gehört während der Sommerferien zu den wichtigsten Verbindungen nach Tirol und Italien. Für den Sonntagnachmittag wurde auf diesem südlichen Abschnitt kein außergewöhnlich langer, belastbar bezifferter Rückstau gemeldet. Die Strecke bleibt dennoch stauanfällig, weil sich hier der Verkehr zur österreichischen A12 bündelt und bei der Einreise nach Deutschland Grenzkontrollen stattfinden. In Bayern gelten außerdem bei Stau Abfahrverbote für Durchgangsverkehr, damit Reisende nicht durch umliegende Ortschaften ausweichen.

Am Brenner bleibt die Luegbrücke auf der österreichischen A13 ein strukturelles Nadelöhr. Dort laufen seit 2025 umfangreiche Sanierungsarbeiten. Für stark belastete Reisetage gibt es besondere Verkehrsführungen und zusätzliche Beschränkungen für schwere Lastwagen. Die ASFINAG wies für die Verbindung von Kiefersfelden über Innsbruck zum Brenner zuletzt eine Fahrzeit von etwa eineinhalb Stunden aus, ohne außergewöhnliche Zusatzverzögerung auf diesem gesamten Abschnitt. Die Situation kann sich bei dichtem Rückreiseverkehr allerdings kurzfristig ändern.

Tauernautobahn und Gotthard bleiben klassische Engpässe

In Österreich zählt neben Brenner und Inntal besonders die A10 Tauernautobahn zwischen Salzburg und Villach zu den staugefährdeten Ferienachsen. Auch auf der A1 Westautobahn, der A9 Pyhrnautobahn, der A11 Richtung Slowenien und der Fernpassroute B179 ist an starken Reisewochenenden regelmäßig mit Verzögerungen zu rechnen. Auf mehreren Ausweichstrecken in Tirol und Salzburg gelten Durchfahrtsbeschränkungen, damit der Transitverkehr auf den Hauptachsen bleibt.

In der Schweiz steht vor allem die A2 über den Gotthard im Blick. Der ADAC zählt sowohl die Gotthardroute als auch die A13 über den San Bernardino während dieses Ferienwochenendes zu den besonders gefährdeten Strecken. Zusätzlich kann die Blockabfertigung vor dem Gotthard-Straßentunnel rasch längere Rückstaus entstehen lassen. Alternativen können je nach Ziel der Gotthardpass oder die San-Bernardino-Route sein. Eine pauschale feste Wartezeit für den Sonntagnachmittag ließ sich jedoch nicht belastbar für beide Tunnelportale bestätigen.

Grenzkontrollen können Rückkehr nach Deutschland verzögern

Zusätzliche Zeit sollten Rückkehrer an den deutschen Grenzen einplanen. Besonders anfällig für Verzögerungen sind nach Angaben zur Wochenendprognose die Übergänge Suben an der A3, Walserberg an der A8 und Kiefersfelden an der A93. Auch am Übergang Ellund an der A7 sowie an mehreren Übergängen zu Polen und Tschechien können Kontrollen den Verkehr verlangsamen. Eine flächendeckende, verlässlich bezifferte Wartezeit für alle Übergänge wurde für Sonntagnachmittag nicht veröffentlicht.

Auch an der Grenze zu den Niederlanden finden Kontrollen statt. Betroffen sein können unter anderem die wichtigen Verbindungen über die A3 bei Elten, die A40, die A30 und kleinere Grenzübergänge. Größere Rückstaus können sich dort vor allem dann entwickeln, wenn Ferienverkehr und Kontrollen gleichzeitig zusammentreffen. Für den Sonntagnachmittag lagen jedoch keine belastbaren Angaben vor, die eine außergewöhnlich lange Wartezeit an einem bestimmten deutsch-niederländischen Autobahnübergang belegen.

Ferienende sorgt für zusätzliche Rückreisewelle

Der Zeitpunkt des starken Rückreiseverkehrs ist kein Zufall. In Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland endeten die Sommerferien bereits am Freitag, 7. August. Am Mittwoch, 12. August, folgen Bremen und Niedersachsen. Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen haben noch bis Freitag, 14. August, Ferien, Schleswig-Holstein bis Samstag, 15. August. Hamburg folgt am 19. August sowie Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern am 22. August.

Gleichzeitig befindet sich ein großer Teil Deutschlands noch mitten in den Ferien. Nordrhein-Westfalen hat bis 1. September frei. Baden-Württemberg startete erst am 30. Juli und hat Ferien bis 12. September. In Bayern dauern die Sommerferien vom 3. August bis zum 14. September. Dadurch bewegen sich derzeit gleichzeitig Rückkehrer und neu gestartete Urlauber über die Fernstraßen. Gerade dieser gegenläufige Reiseverkehr macht die ersten Augustwochen besonders stauanfällig.

ADAC erwartet Entspannung erst nach dem Sonntagabend

Für den restlichen Sonntag ist vor allem bis in die Abendstunden weiterhin mit hohem Rückreiseverkehr zu rechnen. Der ADAC hatte den Sonntagnachmittag und Sonntagabend ausdrücklich als Höhepunkt für Heimkehrer aus Süddeutschland, den Küstenregionen und den europäischen Nachbarländern bezeichnet. Besonders staugefährdet bleiben A1, A3, A7, A8 und A9 sowie weitere Ferienachsen wie A5, A6, A81, A95, A96 und der Münchner Autobahnring A99.

Wer zeitlich flexibel ist, hat am Montag und Dienstag außerhalb des Berufsverkehrs bessere Chancen auf eine ruhigere Fahrt. Für längere Urlaubsstrecken empfiehlt der ADAC generell Reisetage unter der Woche und möglichst Zeiten außerhalb der morgendlichen und nachmittäglichen Pendlerwellen. Am Sonntag selbst steigt die Chance auf deutlich flüssigeren Verkehr erfahrungsgemäß nach dem Ende der klassischen Rückreisewelle am Abend.

Rund 1.000 Baustellen verschärfen die Verkehrslage

Neben den Ferienströmen bleiben Baustellen ein entscheidender Faktor. Der ADAC nennt bundesweit rund 1.000 Autobahnbaustellen. Besonders problematisch sind Engstellen auf ohnehin stark belasteten Reiserouten. Im Norden gehören dazu die Baustellen rund um Hamburg und die A7. Im Westen sorgt unter anderem die A45-Sperrung zwischen Dillenburg und Haiger/Burbach für Umwege. Auf der A8 bei Pforzheim führte eine Baustelle am Sonntagnachmittag in beiden Richtungen zu stockendem Verkehr.

Auch Reisende über die Alpen müssen Baustellen in ihre Planung einbeziehen. Die Arbeiten an der Luegbrücke auf der Brennerautobahn bleiben eines der wichtigsten Nadelöhre des europäischen Nord-Süd-Verkehrs. Der ADAC rät zudem davon ab, sich bei Stau blind von Navigationsgeräten auf Nebenstrecken schicken zu lassen. Gerade in Bayern, Tirol und Salzburg gelten auf zahlreichen Strecken Abfahrtssperren oder Durchfahrverbote für reinen Ausweichverkehr.

Bei Hitze ausreichend Wasser und Reserven einplanen

Für längere Autofahrten bei sommerlichen Temperaturen gehören ausreichend Getränke ins Fahrzeug, besonders wenn Kinder, ältere Menschen oder Tiere mitfahren. Wer auf einer langen Strecke unterwegs ist, sollte regelmäßige Pausen einplanen und den Tank beziehungsweise den Ladezustand nicht bis auf die letzte Reserve ausreizen. Ein ungeplanter mehrstündiger Stau kann den Energiebedarf durch Klimaanlage und Nebenverbraucher deutlich erhöhen.

Sobald der Verkehr auf der Autobahn zum Stillstand kommt oder nur noch mit Schrittgeschwindigkeit läuft, muss außerdem eine Rettungsgasse gebildet werden. Sie entsteht zwischen dem äußersten linken Fahrstreifen und der unmittelbar rechts danebenliegenden Spur. Wer einen Stau erreicht, sollte frühzeitig Geschwindigkeit reduzieren, Warnblinker einschalten und ausreichend Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug halten. Der ADAC erinnert zum Ferienverkehr ausdrücklich an die Pflicht zur Rettungsgasse.

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