Familie am Donnerkogel per Hubschrauber ins Tal geflogen

Symbolbild: Blaulicht auf dem Dach eines Einsatzfahrzeugs
Symbolbild Feuerwehreinsatz

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Die Rettung am Klettersteig Donnerkogel hat am Wochenende einen Hubschraubereinsatz im Dachsteingebirge ausgelöst. Eine dreiköpfige tschechische Familie musste am Abend des 8. August 2026 vom Großen Donnerkogel im Bezirk Gmunden ausgeflogen werden. Ausschlaggebend war nach Angaben der Polizei die zunehmende Erschöpfung der zehnjährigen Tochter. Verletzt wurde niemand. Die Familie hatte den eigentlichen Klettersteig bereits hinter sich und den Gipfel erreicht. Die Notlage entstand anschließend beim Abstieg, als die drei auf rund 2.000 Metern Seehöhe an einer Wegkreuzung irrtümlich in Richtung Strichkogel abbogen.

Familie gerät nach der Klettersteigtour in Bergnot

Nach Angaben der Landespolizeidirektion Oberösterreich bestand die Familie aus einem 44 Jahre alten Vater, seiner 39 Jahre alten Freundin und der zehnjährigen Tochter. Die drei begaben sich am Samstag gegen 11 Uhr zum Einstieg des Klettersteigs auf den Großen Donnerkogel. Sie erreichten den Gipfel und begannen anschließend den Abstieg über den markierten Normalweg. Damit war die eigentliche Begehung des Klettersteigs bereits abgeschlossen.

Im Bereich einer Wegkreuzung auf etwa 2.000 Metern Höhe nahm die Familie jedoch irrtümlich die Richtung zum Strichkogel. Im Laufe des Abends machten sich bei dem Mädchen zunehmend Erschöpfungserscheinungen bemerkbar. Gegen 18.30 Uhr setzte die Familie deshalb einen ersten Notruf ab. Nach einem Telefongespräch mit der Alpinpolizei versuchten die drei zunächst, ihren Weg selbstständig fortzusetzen. Als sich der Zustand der Tochter weiter verschlechterte, verständigten sie gegen 19.15 Uhr erneut die Einsatzkräfte.

Flugpolizei bringt alle drei unverletzt ins Tal

Nach dem zweiten Notruf wurde die Flugpolizei eingesetzt. Die Familie konnte mit dem Polizeihubschrauber aus dem alpinen Gelände aufgenommen und ins Tal geflogen werden. Nach den offiziellen Angaben blieben der Vater, seine Freundin und die Tochter unverletzt. Angaben über eine medizinische Weiterbehandlung machte die Polizei nicht.

Eine Beteiligung der Bergrettung an genau diesem Einsatz wurde in der Polizeimeldung nicht genannt. Ebenso gab es zunächst keine behördliche Mitteilung über eine Sperrung des Klettersteigs infolge der Rettungsaktion. Der Fall war damit kein bestätigter Absturz oder Kletterunfall. Entscheidend für den Einsatz waren der falsche Abzweig beim Abstieg und die zunehmende Erschöpfung des Kindes.

Der Ablauf zeigt zugleich, dass Schwierigkeiten am Donnerkogel nicht zwingend während des technisch gesicherten Klettersteigs entstehen müssen. Auch der weitere Weg durch alpines Gelände verlangt Kondition, Orientierung und ausreichende zeitliche Reserven.

Himmelsleiter macht den Großen Donnerkogel weithin bekannt

Der Große Donnerkogel erreicht eine Höhe von 2.054 Metern und liegt im Gosaukamm des Dachsteingebirges im Grenzraum zwischen Oberösterreich und Salzburg. Besonders bekannt ist der dortige Klettersteig wegen der sogenannten Himmelsleiter. Die Bergrettung Salzburg beschreibt sie als eine etwa 40 Meter lange Riesenleiter. Sie ist frei und ausgesprochen exponiert zwischen Felsbereichen angebracht und zählt zu den auffälligsten Passagen der Route.

Die Bekanntheit bringt besondere Herausforderungen für die Einsatzkräfte mit sich. Bergretter aus Annaberg und Gosau haben in den vergangenen Jahren wiederholt Menschen im Bereich des Donnerkogels helfen müssen. Die Bergrettung Salzburg verwies bereits früher darauf, dass der Klettersteig viele Besucher anzieht und Notlagen unter anderem entstehen können, wenn Tourenplanung, Kondition oder Wetterentwicklung unterschätzt werden.

Wie schwierig Rettungen in diesem Gelände sein können, zeigte ein Einsatz im Mai 2025. Damals stürzte ein Klettersteiggeher im Umfeld der Himmelsleiter rund 40 Meter über steiles Gelände ab. Die Position der Leiter erschwerte eine direkte Taubergung. Bergretter und mehrere Hubschrauberteams mussten zusammenarbeiten. Der Verletzte wurde schließlich nachts mit einer Außenwinde ausgeflogen.

Anspruchsvolles Gelände verlangt Erfahrung und Reserven

Der Donnerkogel ist trotz seiner Bekanntheit keine Unternehmung, die allein wegen der vorhandenen Stahlseile und Leitern mit einer gewöhnlichen Wanderung gleichgesetzt werden kann. Die Bergrettung beschreibt sowohl den Klettersteig als auch Teile des anschließenden Geländes als alpin und anspruchsvoll. Auch der Normalweg kann für eine terrestrische Rettung schwierig sein. Deshalb wurde von der Bergrettung Annaberg eine spezielle Rettungstrasse im Bereich zwischen Himmelsleiter und tiefer gelegenen Abschnitten vorbereitet.

Eine einheitliche Buchstabenbewertung des Donnerkogel-Klettersteigs wird in den einschlägigen Mitteilungen von Polizei und Bergrettung nicht angegeben. Auf eine nicht behördlich belegte Einstufung wird deshalb verzichtet. Entscheidend ist unabhängig davon, dass die Strecke Klettersteigerfahrung, Trittsicherheit, ausreichende Kondition und einen sicheren Umgang mit der Sicherungsausrüstung voraussetzt.

Zur grundlegenden Ausstattung eines Klettersteiggehers gehören Klettergurt, Klettersteigset und Helm. Die Bergrettung hat nach anderen Klettersteigeinsätzen ausdrücklich davor gewarnt, gesicherte Steige ohne entsprechende Ausrüstung zu begehen. Hinzu kommen für längere alpine Unternehmungen unter anderem Erste-Hilfe-Ausrüstung, Wetterschutz, warme Kleidung, ausreichend Getränke, ein geladenes Mobiltelefon und eine Stirnlampe.

Donnerkogel beschäftigt die Bergrettung seit Jahren

Eine belastbare Gesamtzahl ausschließlich für Einsätze am Donnerkogel im laufenden Jahr 2026 wurde bislang nicht veröffentlicht. Dass das Gebiet die Rettungsorganisationen regelmäßig fordert, ist jedoch dokumentiert. Im August 2025 musste die Bergrettung Gosau beispielsweise an nur einem Tag zweimal zum Donnerkogel ausrücken.

Beim ersten Einsatz hatte ein Mitglied einer vierköpfigen Klettersteiggruppe gesundheitliche Probleme und konnte nach einem Notausstieg kaum noch selbst weitergehen. Ein Polizeihubschrauber brachte zwei Personen ins Tal. Wenig später wurden die Bergretter erneut alarmiert. Zwei Menschen waren nach rund sechs Stunden im Klettersteig von der Dunkelheit überrascht worden und verfügten nach Angaben der Bergrettung lediglich über ihre Mobiltelefone als Lichtquelle. Die Einsatzkräfte stiegen zu ihnen auf und begleiteten sie sicher ins Tal.

Auch auf Salzburger Seite werden Einsätze am Donnerkogel vorbereitet. Annaberg und Abtenau übten 2025 gemeinsam mit Alpinpolizei und BMI-Hubschrauber einen größeren Rettungseinsatz. Hintergrund war ausdrücklich die Möglichkeit, dass mehrere Menschen in exponiertem Gelände gerettet werden müssen, während ein Hubschrauber wegen des Wetters keine direkte Bergung vornehmen kann.

Einsatzaufkommen in den österreichischen Bergen bleibt hoch

Für Oberösterreich weist die jüngste abgeschlossene Bilanz der Alpinpolizei für die Alpinsaison 2024/25 insgesamt 506 Einsätze aus. Dabei wurden 13 Todesopfer registriert. Auf Wandern, Bergsteigen und Hochtouren entfielen 172 Einsätze. Als wiederkehrende Gründe für Notlagen nennt die Alpinpolizei schlechte Vorbereitung, mangelhafte Ausrüstung, eine Überschätzung der eigenen Fähigkeiten sowie Wetterumschwünge.

Auch bundesweit bewegen sich die Zahlen auf einem hohen Niveau. Der Österreichische Bergrettungsdienst registrierte im gesamten Jahr 2025 insgesamt 10.912 Einsätze. Dabei wurden 11.104 Menschen geborgen. 8.518 waren verletzt, 2.233 unverletzt und 234 Menschen konnten nur noch tot geborgen werden.

Die Alpinpolizei registrierte in ihrer Saisonstatistik vom 1. November 2024 bis 31. Oktober 2025 rund 10.900 bekannt gewordene Unfälle und Notfälle im österreichischen Berggebiet. 269 Menschen kamen dabei ums Leben. Allein auf Wandern und Bergsteigen entfielen 2.453 erfasste Ereignisse. Bei den Todesfällen standen medizinische Notfälle und Abstürze besonders weit oben in der Statistik.

Eine abgeschlossene österreichweite Bilanz speziell für den Sommer 2026 kann am 10. August noch nicht vorliegen. Das laufende Einsatzgeschehen ist dennoch erheblich. Allein die Bergrettung Salzburg wies Anfang August bereits 575 Einsätze und 477 geborgene Personen für das laufende Jahr aus. Diese Werte betreffen das gesamte Bundesland Salzburg und dürfen nicht mit der Zahl der Einsätze am Donnerkogel gleichgesetzt werden.

Tourenplanung beginnt lange vor dem Einstieg

Die Bergrettung nennt eine gründliche Vorbereitung als eine der wichtigsten Voraussetzungen für sichere Touren. Dazu gehört, Wetterprognosen zu prüfen, Länge und Höhenmeter einer Route realistisch einzuschätzen und die Schwierigkeit mit der eigenen Erfahrung und Kondition abzugleichen. Gerade lange Klettersteige verlangen Reserven für den Abstieg. Der Gipfel ist nicht das Ende einer Bergtour.

Eine wichtige Rolle spielt auch das Zeitmanagement. Wer zu spät startet oder wesentlich langsamer vorankommt als geplant, kann in Dunkelheit geraten. Eine Stirnlampe gehört deshalb auch bei einer grundsätzlich für den Tag geplanten Tour zur sinnvollen Notfallausstattung. Mobiltelefone können für Notrufe und Orientierung wichtig sein, sollten aber nicht die einzige Lichtquelle sein.

Bei Hitze steigt zudem das Risiko für Erschöpfungs- und Kreislaufprobleme. Die Bergrettung Salzburg weist darauf hin, dass besonders Kinder und ältere Menschen empfindlicher auf hohe Temperaturen reagieren können. Ausreichendes Trinken und ein früher Start können die Belastung reduzieren.

Wetter und rechtzeitiges Umkehren sind entscheidend

Besondere Vorsicht ist bei Gewittergefahr geboten. Stahlseile und exponierte Grate machen Klettersteige bei aufziehenden Gewittern zu einem besonders ungünstigen Aufenthaltsort. Die Bergrettung empfiehlt deshalb, Wetterprognosen bereits bei der Tourenplanung einzubeziehen und Touren möglichst früh zu beginnen.

Ebenso wichtig ist die Bereitschaft, eine Unternehmung abzubrechen. Müdigkeit, Orientierungsprobleme, deutlich langsameres Vorankommen als geplant oder eine Wetterverschlechterung können Gründe sein, rechtzeitig umzukehren. Der alpine Notruf der Bergrettung in Österreich ist unter 140 erreichbar, der europäische Notruf unter 112.

Der Einsatz vom Wochenende am Großen Donnerkogel endete glimpflich. Die zehnjährige Tochter und ihre beiden Begleiter kamen unverletzt ins Tal. Gleichzeitig macht der Fall deutlich, dass auch nach einem erfolgreich bewältigten Klettersteig noch eine anspruchsvolle Phase der Tour folgen kann. Kondition, Orientierung, Zeitplanung und vollständige Ausrüstung bleiben deshalb bis zur sicheren Rückkehr entscheidend.

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