Trauer um Ben Long: Darum geht es heute bei „Elefant, Tiger & Co.“

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Symbolfoto

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Elefant Tiger und Co Trauer um Ben Long steht am Montag, 10. August 2026, im Nachmittagsprogramm der ARD. Die rund 50-minütige Folge mit der Nummer 547 läuft von 16.10 Uhr bis 17 Uhr im Ersten. Anders als teilweise in Programmübersichten vermutet, ist die Ausstrahlung um 16.10 Uhr damit nicht im MDR Fernsehen zu sehen. Im Mittelpunkt steht ein trauriges Kapitel aus dem Leipziger Elefantentempel: das Schicksal des damals erst acht Monate alten Elefantenbullen Bền Lòng, meist Ben Long geschrieben. Daneben erzählt die Folge mehrere weitere Geschichten aus dem Zoo Leipzig, unter anderem von Capybaras, Orang-Utans und Krokodiltejus.

„Trauer um Ben Long“ erzählt vom Abschied im Elefantentempel

Der zentrale Handlungsstrang der Folge führt in den Elefantentempel des Zoo Leipzig. Bền Lòng hatte in den Wochen vor seinem Tod deutlich an Gewicht verloren. Nach Angaben des MDR verschlechterten sich zugleich seine Leberwerte trotz intensiver medizinischer Betreuung. Der Zoo Leipzig bestätigte damals, dass kritische Laborwerte der Leber und eine zu geringe Nahrungsaufnahme festgestellt worden waren. Das Jungtier wurde deshalb intensiv veterinärmedizinisch betreut. Zeitweise stabilisierte sich sein Zustand, insgesamt wurde der kleine Elefant jedoch immer schwächer.

Am 5. Oktober 2019 teilte der Zoo schließlich mit, dass Bền Lòng erlöst werden musste. Am Morgen habe er trotz medizinischer Unterstützung sowie der Hilfe seiner Ziehmutter Don Chung und der Tierpfleger nicht mehr aufstehen können. Der Zoo hatte bei der Behandlung zusätzlich Fachleute der Universitäts-Kinderklinik und des Zentrallabors der Universität Leipzig hinzugezogen. Nach der Entscheidung konnten die Elefantenkühe Don Chung und Rani Abschied von dem Jungtier nehmen. Weitergehende oder davon abweichende Todesumstände sind nicht belegt.

Wer Bền Lòng war und warum seine Geschichte besonders war

Bền Lòng wurde Ende Januar 2019 als Sohn der Elefantenkuh Hoa im Leipziger Elefantentempel geboren. Nach Angaben des Zoos brachte Hoa einen männlichen Elefanten mit einem Geburtsgewicht von 108 Kilogramm zur Welt. Seine weitere Entwicklung verlief jedoch unter ungewöhnlichen Bedingungen. Hoa nahm das Kalb nicht dauerhaft als Jungtier an. Deshalb musste Bền Lòng mit Ersatzmilch versorgt werden.

Eine wichtige Rolle übernahmen die Elefantenkühe Don Chung und Rani. Sie akzeptierten den jungen Bullen und begleiteten seine Entwicklung. Gerade diese Erfahrung wirkte im Leipziger Elefantenbestand über Bền Lòngs Leben hinaus nach. Als Rani im Januar 2020 selbst ein Kalb bekam, erklärte der Zoo, dass sie und Don Chung von den Erfahrungen bei der Betreuung Bền Lòngs profitiert hätten. Auch bei der späteren Eingliederung des jungen Elefanten Kiran verwies der Zoo auf diese zuvor gesammelten Erfahrungen. Bền Lòngs kurze Lebensgeschichte wurde damit zugleich Teil der Entwicklung der damaligen Leipziger Elefantenherde.

Vier junge Capybaras sorgen für Unruhe

Die Folge besteht aber nicht ausschließlich aus dem Abschied von Bền Lòng. Ein weiterer Schauplatz ist die Südamerika-Anlage. Dort haben die Capybaras Nachwuchs bekommen. Vier junge Wasserschweine befinden sich zunächst mit ihrer Mutter im Stall. Für die Pfleger stellt sich anschließend die Frage, wie die kleine Familie wieder mit den drei übrigen Capybaras auf der Außenanlage zusammengeführt werden kann. Eine zu lange Trennung könnte das soziale Gefüge der Gruppe erschweren.

Als der Zugang zur Anlage geöffnet wird, entwickelt sich die Situation allerdings anders als erwartet. Die Mutter läuft nach draußen, während die Jungtiere zunächst zurückbleiben. Die Sendung begleitet, wie das Zoo-Team mit dieser Situation umgeht. Die Geschichte entspricht damit einem typischen Prinzip von „Elefant, Tiger & Co.“: Statt künstlich erzeugter Konflikte entstehen die Handlungen aus alltäglichen Situationen in Tierhaltung, Versorgung und Gruppenmanagement.

Bei den Orang-Utans beschäftigt Suaq die Pfleger

Auch das Pongoland gehört zu den Schauplätzen. Tierpfleger Frank Schellhardt schaut dort nach dem jungen Orang-Utan-Weibchen Rima. Sie ist in der dargestellten Folge sieben Wochen alt und wird von ihrer Mutter Pini getragen. Nach der offiziellen Beschreibung besteht bei ihrer Entwicklung kein Anlass zur Sorge. Pini hat bereits Erfahrung mit Nachwuchs und kümmert sich um das Jungtier.

Mehr Aufmerksamkeit verlangt der damals zehnjährige Suaq. Der junge Orang-Utan provoziert seinen Vater Bimbo und testet offenbar dessen Geduld. Bimbo wird in der Sendungsbeschreibung als ausgesprochen gutmütig charakterisiert. Ob er auch auf die wiederholten Störversuche seines Sohnes ruhig reagiert, bildet den Spannungsbogen dieses Abschnitts. Frank Schellhardt ist damit der namentlich genannte Tierpfleger dieses Erzählstrangs. Weitere Pflegernamen werden in der offiziellen Inhaltsbeschreibung für die anderen Teilgeschichten nicht genannt.

Krokodiltejus sollen in ein saniertes Gehege ziehen

Die vierte Geschichte führt ins Terrarium. Dort wird das Gehege für Krokodiltejus erneuert. Ein Männchen und zwei Weibchen sollen anschließend die neue Anlage beziehen. Dahinter steht auch die Hoffnung auf Nachwuchs bei den Tieren. Vor dem Umsetzen bekommen die Echsen Weinbergschnecken angeboten.

Damit deckt die Folge sehr unterschiedliche Bereiche des Zooalltags ab. Neben der veterinärmedizinischen Betreuung eines schwer erkrankten Elefanten geht es um die Zusammenführung einer Wasserschweingruppe, die Entwicklung einer Orang-Utan-Familie und die Gestaltung einer Anlage für Reptilien. Gerade diese Mischung ist seit vielen Jahren charakteristisch für die Reihe. Einzelne Geschichten können ernst und emotional sein, andere zeigen eher Routine, Tierbeschäftigung, Nachwuchs oder praktische Aufgaben der Pfleger.

„Elefant, Tiger & Co.“ läuft seit 2003 als eigene Sendung

Die Wurzeln des Formats reichen bis 2002 zurück. Damals zeigte der MDR zunächst zwölf kurze Folgen innerhalb der Reihe „Hierzulande“. Die Resonanz fiel nach Angaben des Senders so positiv aus, dass daraus ein eigenständiges Format entwickelt wurde. Die erste reguläre Ausgabe von „Elefant, Tiger & Co.“ lief am 1. April 2003. Zunächst dauerten die Episoden etwa 15 Minuten, später etablierte sich das ungefähr 25-minütige Format.

Entwickelt wurde die Sendung maßgeblich von den Autoren Jan Tenhaven und Axel Friedrich. Eine prägende Stimme des Formats ist zudem Schauspieler und Musiker Christian Steyer. Inhaltlich begleitet die Kamera Tierpfleger und Tiere im Zoo Leipzig. Der MDR betont dabei seit Jahren den dokumentarischen Ansatz ohne Schauspieler und vorgegebenes Drehbuch. Geburt, Aufzucht, medizinische Versorgung, Fortpflanzung, Veränderungen innerhalb der Tiergruppen und auch der Tod von Tieren gehören zum Spektrum der Reihe.

Die Leipziger Reihe wurde zum Vorbild für weitere Zoo-Dokus

„Elefant, Tiger & Co.“ besitzt in der deutschen Fernsehgeschichte eine besondere Stellung. Der MDR bezeichnet die Produktion als stilprägendes Vorbild der deutschen Tier-Doku-Soaps. Nach dem Erfolg entstanden bei anderen Sendern vergleichbare Produktionen aus zoologischen Einrichtungen. Ein wesentlicher Unterschied zu klassischen Naturdokumentationen liegt dabei im Blickwinkel: Nicht Aufnahmen aus der Wildnis stehen im Mittelpunkt, sondern wiederkehrende Tiere und Menschen eines konkreten Zoos.

Dadurch können über mehrere Folgen hinweg Beziehungen zu einzelnen Tieren und Pflegern entstehen. Zugleich vermittelt das Format Wissen über Tierverhalten, Haltung, medizinische Versorgung und die Arbeit hinter den öffentlich zugänglichen Bereichen. Der MDR führt gerade diese Verbindung aus authentischen Beobachtungen, emotionalen Tiergeschichten und Wissensvermittlung als Grund für die generationenübergreifende Resonanz an. Die ursprünglichen Leipziger Folgen haben diesen Erzählstil inzwischen seit mehr als zwei Jahrzehnten geprägt.

Warum Geschichten aus Zoos dauerhaft ein Publikum finden

Der Erfolg solcher Formate lässt sich auch aus ihrer besonderen Erzählstruktur erklären. Zoos liefern einen überschaubaren Ort mit wiederkehrenden Akteuren, zugleich ist der Verlauf vieler Situationen nicht planbar. Ein Jungtier wird geboren, ein Tier muss medizinisch untersucht werden, eine Gruppe wird neu zusammengesetzt oder ein Bewohner wechselt die Anlage. Daraus entstehen abgeschlossene Geschichten, ohne dass ein fiktionales Drehbuch notwendig wäre. Genau dieses Prinzip stellt der MDR als einen Kern von „Elefant, Tiger & Co.“ heraus.

Hinzu kommt die menschliche Seite. Die Tierpfleger tauchen regelmäßig auf und erklären ihre Aufgaben, beobachten Veränderungen und müssen Entscheidungen im täglichen Umgang mit den Tieren treffen. So entstehen vertraute Gesichter neben den tierischen Protagonisten. Eine Folge wie „Trauer um Ben Long“ zeigt zugleich, dass das Format unangenehme Aspekte der Tierhaltung nicht grundsätzlich ausblendet. Krankheit, intensive medizinische Betreuung und der Tod eines jungen Tieres gehören hier ebenso zur dokumentierten Realität wie Nachwuchs und erfolgreiche Aufzucht.

„Trauer um Ben Long“ ist in der ARD Mediathek verfügbar

Wer die Fernsehausstrahlung am Montag um 16.10 Uhr verpasst, kann die Geschichte auch online verfolgen. Die ARD Mediathek führt „Trauer um Ben Long“ derzeit in zwei Teilen von jeweils rund 24 Minuten. Dort tragen die beiden Abschnitte die Titel „Aus den Augen, aus dem Sinn?“ und „Trauer im Elefantentempel“. Beide Videos sind mit Untertiteln verfügbar.

Für beide Teile weist die ARD Mediathek aktuell eine außergewöhnlich lange Verfügbarkeit aus: bis zum 10. August 2031 um 16.10 Uhr. Damit bleibt die Folge nach der Fernsehausstrahlung noch mehrere Jahre abrufbar. Eine unmittelbar folgende erneute Komplettausstrahlung derselben 50-minütigen Folge im Ersten ist derzeit nicht ausgewiesen. Bereits am Dienstag, 11. August, läuft um 16.10 Uhr im Ersten mit „Die Zugmaschine“ die nächste Folge aus dieser Reihe. Weitere Ausgaben von „Elefant, Tiger & Co.“ sind parallel regelmäßig im MDR-Programm zu sehen.

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