
Camping ist für viele Menschen weit mehr als eine günstige Urlaubsform. Wohnwagen, Vorzelt und Parzelle werden über Jahre zum zweiten Zuhause, Nachbarn zu engen Freunden. Genau dort setzt die neue ZDF.reportage Leben auf dem Campingplatz – Zwischen Räumung und Neuanfang an. Das ZDF zeigt den 30-minütigen Film am Samstag, 11. Juli 2026, von 17.35 bis 18.05 Uhr. Verantwortlich für den Film ist Christina Georgi, die Kamera führte Reinhard Bettauer, den Schnitt übernahm Cedric Schleier. Die Reportage verbindet drei sehr unterschiedliche Schauplätze: einen Campingplatz im Harz, der geräumt werden muss, einen ambitionierten Neubau im Emsland und einen großen Nordseeplatz, dessen Zukunft durch die Insolvenz der Betreibergesellschaft unsicher geworden ist. video-arthouse.de +2 ZDF +2
Der emotionalste Teil der Reportage führt auf den Campingplatz Prahljust in Clausthal-Zellerfeld. Dort begleitet das Filmteam Karsten und Bernd beim Abschied von ihren langjährigen Stellplätzen. Karsten hat 22 Jahre auf dem Platz verbracht. Seine Kinder sind dort groß geworden, Wochenenden und Ferien wurden gemeinsam mit Freunden verlebt. Bernd war zwar erst viereinhalb Jahre Dauercamper, hielt sich aber rund 36 Wochen im Jahr auf seiner Parzelle auf. Beide hatten geplant, ihren Lebensabend am See zu verbringen. Nun müssen Wohnwagen, Anbauten und persönliche Erinnerungsstücke verschwinden. Die Reportage zeigt deshalb nicht nur praktische Abbauarbeiten, sondern den Verlust eines vertrauten sozialen Umfelds, das für die beiden Camper längst zu einer zweiten Heimat geworden war. ZDF +1
Die Räumung in Clausthal-Zellerfeld erfolgt nicht wegen einer gewöhnlichen Sanierung des bestehenden Platzes. Hintergrund ist ein komplizierter Grundstücksverkauf. Nach Darstellung des bisherigen Betreibers scheiterte zunächst der geplante Erwerb städtischer Flächen an der Finanzierung. Anschließend entschied sich die Stadt für einen anderen Käufer, der eine vollständige Räumung des betroffenen Geländes zur Voraussetzung machte. Für die Dauercamper bedeutete das Kündigungen und den Rückbau ihrer Parzellen. Die Perspektive von Karsten und Bernd steht damit beispielhaft für ein grundsätzliches Problem des Dauercampings: Selbst nach Jahrzehnten bleibt der Stellplatz gepachtet, während Investitionen, Erinnerungen und soziale Bindungen kaum zu ersetzen sind. Die Betroffenen müssen nicht nur ihren Wohnwagen versetzen, sondern sich von einem über Jahre gewachsenen Gemeinschaftsleben verabschieden. prahljust.de +1
Einen deutlichen Gegenpol bildet der neue Campingplatz Camping am Hasetal in Meppen. Heinz und Susanne geben die Schweine- und Bullenhaltung auf und richten ihren landwirtschaftlichen Betrieb vollständig neu aus. Ihr Konzept setzt auf Komfort und weitgehend digitale Abläufe. Gäste sollen online buchen, über eine Nummernschilderkennung auf das Gelände fahren und an vielen Stellplätzen ein eigenes Badezimmer nutzen können. Die Reportage begleitet das Paar in der entscheidenden Bauphase vor der geplanten Eröffnung. Der lange Winter hat den Zeitplan durcheinandergebracht. Rezeption, Straßen, Spielplatz und Außendusche sind noch nicht vollständig fertig. Während in Clausthal-Zellerfeld abgebaut wird, kämpfen Heinz und Susanne darum, rechtzeitig einen neuen touristischen Betrieb entstehen zu lassen. Dabei wechseln sich Vorfreude, Zeitdruck und die Sorge ab, ob alle Arbeiten bis zum Start erledigt werden können. ZDF +1
Die im Film noch offene Frage nach dem Start hat sich inzwischen geklärt. Camping am Hasetal wurde am 20. Mai 2026 offiziell eröffnet. Der Platz verfügt nach Betreiberangaben über 118 Campingstellplätze mit eigener Sanitäranlage, acht Chalets mit Seeblick und Solaranlagen auf den Gebäuden. Einzelne Abschlussarbeiten liefen auch nach der Eröffnung weiter. Für die TV-Reportage entsteht daraus ein besonderer Spannungsbogen: Das Publikum sieht zunächst unfertige Wege, Bauarbeiten und den Druck, einen ambitionierten Zeitplan einzuhalten. Aus heutiger Sicht steht fest, dass Heinz und Susanne den Schritt aus der klassischen Landwirtschaft in den Campingtourismus tatsächlich vollzogen haben. Ihr Neubeginn zeigt zugleich, wie sich moderne Campingplätze verändern. Digitale Buchungssysteme, Privatsanitär und komfortable Unterkünfte sollen eine Zielgruppe ansprechen, die Naturerlebnis und Bequemlichkeit miteinander verbinden möchte. Camping am Hasetal +1
Der dritte Schauplatz liegt direkt an der Nordseeküste. Der Campingplatz Schillig gehört mit rund 1500 Parzellen zu den größten Anlagen seiner Art in Deutschland. Dort porträtiert die Reportage unter anderem Kristina und Manfred, die ihren Stellplatz als Wochenend-Zuhause genießen. Hinter der scheinbaren Idylle steht jedoch ein ungelöster Konflikt. Die gemeindeeigene Wangerland Touristik GmbH befindet sich im Insolvenzverfahren, der laufende Campingplatz soll im Rahmen eines Bieterverfahrens an einen Investor verkauft werden. Für die Camper geht es deshalb nicht nur um die nächste Saison, sondern um die Frage, ob bestehende Strukturen, Verträge und die vertraute Atmosphäre unter einem neuen Eigentümer erhalten bleiben. Die Sorge richtet sich weniger auf eine unmittelbar bevorstehende Schließung als auf die langfristigen Pläne eines künftigen Betreibers. ndr.de +3 ZDF +3 ZDF +3
Christina Georgi ordnet die drei Geschichten nicht als klassische Reisesendung, sondern als Sozialreportage über Bindung, wirtschaftlichen Wandel und unsichere Lebenspläne. Karsten und Bernd stehen für den schmerzhaften Abschied, Heinz und Susanne für unternehmerischen Mut und Kristina und Manfred für das Warten auf eine verlässliche Zukunft. Der Betrieb in Schillig läuft 2026 weiter, bestehende Saisonverträge behalten nach Angaben des Platzes ihre Gültigkeit. Dennoch bleibt die Suche nach einem langfristigen Investor der entscheidende Unsicherheitsfaktor. Leben auf dem Campingplatz – Zwischen Räumung und Neuanfang zeigt damit, wie eng Freizeit, Heimatgefühl und wirtschaftliche Entscheidungen miteinander verbunden sind. Die Erstausstrahlung läuft am Samstag um 17.35 Uhr im ZDF. Die 30-minütige Reportage steht außerdem im Streamingangebot des Senders zur Verfügung. Wangerland +2 ZDF +2
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