Holstein Kiel holt Flügelspieler Gyan de Regt aus Rotterdam

Lecker aufs Land heute im SWR: Folge 104 aus dem Landkreis Rottweil
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Der Gyan de Regt Wechsel zu Holstein Kiel steht unmittelbar vor dem Abschluss. Der 22 Jahre alte niederländische Flügelspieler verlässt Excelsior Rotterdam und soll bei den Störchen einen Vierjahresvertrag bis zum Sommer 2030 erhalten. De Regt hat den bevorstehenden Transfer bereits selbst bestätigt. Nach übereinstimmenden Berichten soll Holstein rund zwei Millionen Euro an Excelsior zahlen. Diese Ablösesumme ist von Kiel bislang nicht offiziell veröffentlicht worden. Auch eine eigene Transfermitteilung des Zweitligisten stand am Mittwochabend noch aus. Für Holstein wäre De Regt dennoch ein bemerkenswerter Zugang, weil der Verein mit ihm Geschwindigkeit, Tiefe und zusätzliche Abschlussqualität für die offensiven Außenbahnen gewinnt.

Gyan de Regt bestätigt seinen Wechsel zu Holstein Kiel

Die entscheidende Bestätigung kam zunächst vom Spieler selbst. Nach Excelsiors 4:0-Auswärtssieg beim SC Cambuur am Freitag, 7. August, erklärte De Regt gegenüber ESPN in den Niederlanden, dass er am Vortag erfahren habe, dass sich die beiden Vereine geeinigt hätten. Trotz des bevorstehenden Transfers wollte er beim Eredivisie-Auftakt noch einmal für Excelsior auflaufen. De Regt stand 85 Minuten auf dem Platz und bereitete die Führung der Rotterdamer vor.

Auch über die Größenordnung des Geschäfts sprach der Offensivspieler ungewöhnlich offen. Nach seiner Darstellung habe Excelsiors technische Leitung gut verhandelt, bei der Ablöse gehe es um etwa zwei Millionen Euro. Voetbal International hatte ebenfalls von einer Vereinbarung in dieser Größenordnung berichtet. Die Kieler Nachrichten führen den Transfer inzwischen als fix und nennen einen Vertrag über vier Jahre. Damit wäre De Regt bis zum 30. Juni 2030 an die KSV gebunden.

Die Ablösesumme bleibt dennoch eine berichtete und nicht von Holstein Kiel offiziell bezifferte Zahl. Das ist im Profifußball nicht ungewöhnlich, weil Vereine die finanziellen Bedingungen von Transfers häufig nicht veröffentlichen.

De Regt ist ein klassischer Flügelspieler mit Tempo

Sportlich besitzt der Niederländer ein Profil, das sich relativ klar beschreiben lässt. De Regt wird vor allem auf dem linken offensiven Flügel eingesetzt. Von dort kann der Rechtsfuß nach innen ziehen und selbst zum Abschluss kommen. Gleichzeitig ist er in der Lage, außen am Gegenspieler vorbeizugehen und anschließend den Ball in den Strafraum zu bringen.

Bei seiner Verpflichtung durch Excelsior im Sommer 2025 bezeichnete der Rotterdamer Club ihn als schnellen Flügelspieler mit ausgeprägtem Tiefgang. De Regt selbst erklärte damals, dass er die linke Angriffsseite bevorzuge. Dort könne er mit seinem stärkeren rechten Fuß ins Zentrum ziehen oder über die Außenbahn gehen. Gerade diese Variabilität dürfte für Holstein interessant sein.

De Regt ist kein klassischer Strafraumstürmer. Sein Spiel lebt stärker von Dynamik, Läufen hinter die gegnerische Abwehr und Eins-gegen-eins-Situationen. Er kann Breite schaffen, aber ebenso Halbräume besetzen. Dazu kommt die Fähigkeit, Chancen für Mitspieler vorzubereiten. In einer Mannschaft, die früh Druck erzeugen und nach Ballgewinnen schnell nach vorne spielen möchte, sind diese Eigenschaften besonders wertvoll.

Seine spektakulärste Aktion der vergangenen Saison war zudem ein Fallrückziehertor gegen Fortuna Sittard im Oktober 2025. Der Treffer wurde später zum Eredivisie-Tor des Jahres gewählt. Entscheidend für seine sportliche Bewertung ist allerdings weniger dieses einzelne Tor als seine Konstanz über eine komplette Erstligasaison.

Drei Tore und sieben Vorlagen in seiner ersten Excelsior-Saison

De Regt war erst im Sommer 2025 ablösefrei von Vitesse zu Excelsior gewechselt. Sein damaliger Vertrag lief zunächst bis 2027 und enthielt eine Option für eine weitere Saison. Für den Rotterdamer Club entwickelte sich die Verpflichtung damit innerhalb eines Jahres sportlich und finanziell zu einem Erfolg.

In der Eredivisie-Saison 2025/26 kam De Regt in allen 34 Ligaspielen zum Einsatz. Dabei erzielte er drei Tore und bereitete sieben weitere Treffer vor. Er gehörte damit zu den regelmäßig eingesetzten Offensivspielern einer Mannschaft, die den Verbleib in der niederländischen ersten Liga sicherte.

Auch der Start in die neue Spielzeit zeigte seine Bedeutung für Excelsior. Beim 4:0 gegen Cambuur bereitete er bereits nach 17 Minuten das erste Tor vor. De Regt erhielt den Ball nach einem Ballgewinn in der eigenen Hälfte, trieb ihn in Richtung Strafraum und legte anschließend für Irakli Yegoian auf. Es war zugleich sein letzter bekannter Pflichtspieleinsatz vor dem Wechsel nach Deutschland.

Bereits während der Vorbereitung hatte der Flügelspieler seine offensive Form gezeigt. Beim 4:1 in einem Testspiel gegen Heracles Almelo erzielte De Regt zwei Tore. Seine Entwicklung hatte deshalb schon vor dem Saisonbeginn das Interesse mehrerer Vereine geweckt.

Warum De Regt gut zum Fußball von Tim Walter passt

Bei Holstein trifft De Regt auf eine Mannschaft, die unter Trainer Tim Walter wieder offensiver und aktiver auftreten soll. Walter steht für einen Fußball, bei dem Ballbesitz nicht nur der Kontrolle dienen soll. Seine Mannschaften versuchen, Gegner früh zu beschäftigen, Räume mutig zu besetzen und nach vorne zu spielen.

Genau hier kann De Regt mehrere Aufgaben übernehmen. Mit seiner Geschwindigkeit kann er gegnerische Abwehrreihen nach hinten drücken. Seine Läufe in die Tiefe eröffnen zugleich Räume für zentrale Offensivspieler. Auf der linken Seite könnte er außerdem für Eins-gegen-eins-Situationen sorgen, während Spieler aus dem Mittelfeld nachrücken.

Seine Verpflichtung erweitert gleichzeitig Walters Möglichkeiten innerhalb der Offensive. Holstein verfügt mit Guillermo Balzi bereits über einen technisch starken Spieler, der auf den Außenbahnen und im offensiven Zentrum eingesetzt werden kann. Adrián Kaprálik bringt ebenfalls Tempo und Variabilität mit. Dazu kommen unter anderem Alexander Bernhardsson, Faride Alidou, Phil Harres und der erfahrene Mittelstürmer Giorgi Kvilitaia.

De Regt würde damit nicht zwangsläufig für eine einzelne festgelegte Position verpflichtet. Vielmehr könnte Walter seine offensiven Rollen je nach Gegner unterschiedlich verteilen. Der Niederländer bringt dabei eine Fähigkeit mit, die für Kiel besonders interessant ist: Er kann aus breiten Ausgangspositionen unmittelbar Richtung Tor beschleunigen.

Holstein Kiel hat die Offensive im Sommer deutlich verändert

Der Transfer fügt sich in einen umfangreichen Umbau des Kieler Kaders ein. Nach einer schwierigen Saison 2025/26, die Holstein auf Platz zwölf der 2. Bundesliga beendete, haben Sport-Geschäftsführer Olaf Rebbe und Trainer Tim Walter mehrere Mannschaftsteile verändert.

Mit Guillermo Balzi kam ein offensiv flexibel einsetzbarer Spieler von Newell’s Old Boys. Der Argentinier war zuvor zwei Jahre an APO Levadiakos in Griechenland ausgeliehen und unterschrieb bis 2029. In 61 Spielen für den griechischen Erstligisten hatte er neun Tore erzielt und 14 weitere vorbereitet. Rebbe hob bei dessen Verpflichtung besonders Technik und Kreativität hervor.

Für das Sturmzentrum verpflichtete Holstein Giorgi Kvilitaia. Der erfahrene georgische Nationalspieler kam vom französischen Club FC Metz und erhielt einen Vertrag bis 2027. Rebbe beschrieb ihn bei seiner Vorstellung als klassischen Mittelstürmer, der vor allem mit körperlicher Präsenz und Kopfballstärke zusätzliche Möglichkeiten eröffnet.

Auch Erfahrung für die Defensive kam hinzu. Sebastian Schonlau kehrte aus Nordamerika nach Deutschland zurück. Der frühere HSV-Kapitän kennt Walter bereits aus der gemeinsamen Zeit in Hamburg und wurde als Führungsspieler verpflichtet.

Hinzu kommen junge Spieler mit Entwicklungsperspektive. Moritz Reimers wechselte aus dem Nachwuchsbereich des Hamburger SV nach Kiel und erhielt einen Vertrag bis 2030. Torhüter Ben Schmit unterschrieb ebenfalls bis 2030. Tayar Tasdelen war bereits im Januar verpflichtet worden, sollte aber erst im Sommer aus Hannover zur Mannschaft stoßen.

Am Mittwoch, 12. August, stellte Holstein zudem Niko Takahashi vor. Der 20 Jahre alte Linksverteidiger kommt für eine Saison auf Leihbasis von Cerezo Osaka. Kiel besitzt anschließend eine Kaufoption. Sport-Geschäftsführer Rebbe beschrieb ihn als schnellen, technisch starken und laufstarken Außenverteidiger.

De Regt wäre einer der teuersten Kieler Sommerzugänge

Sollte sich die berichtete Ablöse von etwa zwei Millionen Euro bestätigen, würde der Transfer auch finanziell aus dem bisherigen Kieler Sommer herausragen. De Regt war erst ein Jahr zuvor ablösefrei zu Excelsior gekommen. Für die Niederländer wäre der Verkauf deshalb ein erhebliches Transferplus.

Holstein würde im Gegenzug eine vergleichsweise hohe Summe in einen Spieler investieren, der mit 22 Jahren noch Entwicklungspotenzial besitzt und bereits eine vollständige Eredivisie-Saison als Stammspieler absolviert hat. Der langfristige Vertrag bis 2030 passt zu dieser Logik. Kiel sichert sich die sportlichen Rechte über mehrere Jahre und hätte bei einer weiteren positiven Entwicklung auch bei einem späteren Transfer eine stärkere Verhandlungsposition.

Dass die KSV bereit ist, für genau dieses Profil zu investieren, passt zu den Aussagen der sportlichen Leitung aus der bisherigen Kaderplanung. Rebbe hatte bereits früher im Sommer deutlich gemacht, dass Holstein zusätzliche offensive Spieler mit Toren und Vorlagen suche. De Regts zehn direkte Torbeteiligungen in der vergangenen Eredivisie-Spielzeit treffen dieses Anforderungsprofil.

Gleichzeitig ist die Summe von rund zwei Millionen Euro weiterhin als berichtete Ablöse einzuordnen. Holstein selbst hat sie nicht bestätigt.

Konkurrenz auf den Außenbahnen wird größer

Für den vorhandenen Kieler Kader bedeutet De Regts Ankunft vor allem zusätzliche Konkurrenz. Auf den offensiven Außenpositionen stehen Walter bereits mehrere Spieler mit unterschiedlichen Profilen zur Verfügung. Kaprálik kann über die Flügel kommen und besitzt viel Geschwindigkeit. Balzi kann sowohl außen als auch zentral spielen. Bernhardsson, Alidou und weitere Offensivkräfte erhöhen die Auswahl zusätzlich.

De Regt unterscheidet sich vor allem durch die Kombination aus konsequentem Tiefgang und Erfahrung aus einer technisch anspruchsvollen ersten Liga. Obwohl er erst 22 Jahre alt ist, hat er bereits regelmäßig in der Eredivisie gespielt. Zuvor sammelte er bei Vitesse Erfahrung im niederländischen Profifußball.

Seine Entwicklung verlief dabei nicht über den klassischen Weg eines großen Nachwuchsleistungszentrums. De Regt spielte zunächst bei kleineren Vereinen und schaffte später den Sprung in den Profifußball. Bei Vitesse absolvierte er 73 Partien, bevor er 2025 ablösefrei nach Rotterdam wechselte. Diese Erfahrung macht ihn trotz seines Alters zu einem Spieler, der nicht erst grundsätzlich an den Erwachsenenfußball herangeführt werden muss.

Konkretes Saisonziel bleibt bewusst offen

Der Transfer allein verändert Holsteins sportliche Zielsetzung nicht automatisch. Die vergangene Saison hat gezeigt, wie eng die 2. Bundesliga sein kann. Kiel befand sich zeitweise mitten im Abstiegskampf und sicherte den Klassenerhalt erst nach der Rückkehr von Tim Walter. Am Ende standen 41 Punkte und Tabellenplatz zwölf.

Walter blieb anschließend im Amt. Bei seiner Vertragsverlängerung sprach er von einem Club mit Potenzial und einer klaren Idee, der gleichzeitig nachhaltig und ambitioniert arbeite. Eine konkrete Aufstiegsforderung formulierte Holstein dabei nicht.

Auch der Start in die neue Saison spricht gegen voreilige Zielsetzungen. Am ersten Spieltag kam die KSV bei Darmstadt 98 nach einer zwischenzeitlichen 2:0-Führung nicht über ein 2:2 hinaus. Bereits am Freitag folgt das erste Heimspiel gegen den FC St. Pauli.

Mit Spielern wie Balzi, Kvilitaia, Schonlau, Takahashi und nun voraussichtlich De Regt hat Holstein den Kader allerdings in mehreren Bereichen verändert. Der Niederländer verstärkt dabei besonders jenen Teil der Mannschaft, in dem Geschwindigkeit, direkte Aktionen und Torbeteiligungen gefragt sind.

Für De Regt wiederum bedeutet der Wechsel den ersten Schritt in den deutschen Profifußball. Dass die sprachliche Umstellung zunächst eine Aufgabe sein wird, räumte er nach seinem letzten Spiel für Excelsior selbst mit einem Lächeln ein. Sportlich kommt er dagegen mit einer kompletten Eredivisie-Saison, zehn Scorerpunkten und einem Assist zum Auftakt der neuen Spielzeit nach Kiel.

Sollte die formelle Abwicklung wie erwartet abgeschlossen werden, bekommt Tim Walter damit einen weiteren offensiven Spieler, der nicht nur Perspektive verspricht, sondern bereits auf Erstliganiveau regelmäßig eingesetzt wurde. Genau diese Mischung macht den bevorstehenden Transfer für Holstein Kiel interessant.

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