
Magdalena Neuner trauert um Werner Brombach. Die frühere Biathlon-Olympiasiegerin hat mit persönlichen Worten Abschied von dem langjährigen Inhaber der Privatbrauerei Erdinger Weißbräu genommen. Brombach war am 8. August 2026 im Alter von 86 Jahren gestorben. Für Neuner war der Unternehmer weit mehr als der Chef eines früheren Werbepartners. Über viele Jahre begegneten sich beide bei Wettkämpfen und Veranstaltungen, Brombach gehörte während und nach ihrer außergewöhnlichen Biathlonkarriere zu ihren regelmäßigen Wegbegleitern.
Neuner machte ihre Trauer auf ihrem Instagram-Account öffentlich. Sie schrieb dort, die Nachricht von Brombachs Tod habe sie sehr berührt und zahlreiche Erinnerungen an die gemeinsame Zeit zurückgebracht. Besonders präsent sei ihr das Bild des Unternehmers geblieben, der nach Rennen im Ziel auf sie gewartet habe. Sie beschrieb ihn als langjährigen und von ihr sehr geschätzten Wegbegleiter.
Ihre Worte machen deutlich, wie eng die Verbindung über die klassische Beziehung zwischen Sportlerin und Sponsor hinausging. Neuner erinnerte an viele Begegnungen, Gespräche und gemeinsame Jahre. Vor allem Brombachs herzliche Art und sein Humor seien ihr in Erinnerung geblieben. Weitergehende Angaben zu privaten Umständen machte die ehemalige Biathletin nicht. Ihr Beitrag konzentrierte sich ausschließlich auf ihre eigenen Erinnerungen an den Verstorbenen.
Erdinger Weißbräu bestätigte den Tod des Unternehmers. Auf der Internetseite der Brauerei werden als Lebensdaten der 29. Dezember 1939 und der 8. August 2026 genannt. Nach Angaben des Unternehmens war Brombach im Alter von 86 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit gestorben. Er hatte das Familienunternehmen über Jahrzehnte geprägt und aus einer regionalen Brauerei eine international bekannte Weißbiermarke aufgebaut.
Brombach war 1965 in die von seinem Vater geführte Brauerei eingestiegen. Damals lag der Jahresausstoß bei rund 40.000 Hektolitern. In den folgenden Jahrzehnten wuchs das Unternehmen erheblich. 1990 überschritt Erdinger erstmals die Marke von einer Million Hektolitern. Zuletzt wurden die Produkte der Brauerei in mehr als 100 Länder exportiert. 2025 brachte Brombach seine Unternehmensanteile in eine Familienstiftung ein.
Ein wesentlicher Teil der öffentlichen Wahrnehmung Erdingers entstand durch das Engagement im Sport. Die Marke arbeitete im Laufe der Jahre mit prominenten Athleten und Trainern zusammen. Zu den bekannten Namen gehörten Franz Beckenbauer, Jürgen Klopp, Magdalena Neuner, Triathlet Patrick Lange und später Thomas Müller. Besonders stark engagierte sich das Unternehmen im Biathlon, Laufsport und Triathlon.
Für Neuner fiel diese Partnerschaft in eine Phase, in der sie zu einem der bekanntesten Gesichter des deutschen Wintersports wurde. Brombach war bei Wettkämpfen nicht nur als Unternehmer präsent. Neuners Erinnerung daran, dass er nach Rennen im Ziel auf sie wartete und persönlich gratulierte, erklärt, weshalb ihr Abschied so persönlich ausfiel. Ihre Verbindung bestand über einen erheblichen Teil ihrer aktiven Karriere und darüber hinaus.
Neuner ist nicht die einzige Sportgröße, die Brombach öffentlich gewürdigt hat. Auch der dreimalige Ironman-Weltmeister Patrick Lange nahm über Instagram Abschied. Er bezeichnete Brombach dort als Förderer und Freund und erinnerte daran, dass dieser selbst im hohen Alter persönlich bei bedeutenden Wettkämpfen dabei gewesen sei, sowohl in Bayern als auch bei internationalen Veranstaltungen.
Die enge Verbindung zwischen Brombach und dem Ausdauersport war bereits lange vor seinem Tod dokumentiert. Noch im Frühjahr 2026 hatte eine Dokumentation zum 25-jährigen Engagement von Erdinger Alkoholfrei im Triathlon Brombachs Rolle beleuchtet. Patrick Lange bezeichnete ihn dabei als wichtige Konstante seiner Karriere und verwies auf dessen langjährige Unterstützung von Athleten und Veranstaltungen.
Magdalena Neuner gehört zu den erfolgreichsten deutschen Wintersportlerinnen überhaupt. Die am 9. Februar 1987 in Garmisch-Partenkirchen geborene Athletin wuchs in Wallgau auf und begann im Alter von neun Jahren mit Biathlon. Bereits als Jugendliche feierte sie internationale Erfolge, ehe sie mit 18 Jahren ihr Debüt im Weltcup gab. Wenig später etablierte sie sich dauerhaft in der deutschen Nationalmannschaft.
Ihr Durchbruch gelang bei der Weltmeisterschaft 2007 in Antholz. Neuner gewann dort Gold im Sprint, in der Verfolgung und mit der deutschen Staffel. Bis zu ihrem Karriereende sammelte sie insgesamt zwölf Weltmeistertitel. Hinzu kamen drei Siege im Gesamtweltcup sowie 34 Weltcupsiege in Einzelrennen. Damit prägte sie eine ganze Biathlon-Generation.
Der sportliche Höhepunkt folgte bei den Olympischen Winterspielen 2010 in Vancouver und Whistler. Neuner gewann Gold in der Verfolgung und im Massenstart. Im Sprint holte sie zudem Silber. Damit verließ sie ihre einzigen Olympischen Winterspiele mit drei Medaillen. Auf ihrer eigenen Internetseite bezeichnet sie Vancouver bis heute als persönliches Highlight ihrer Laufbahn.
Ihre Erfolgsbilanz ist außergewöhnlich. Neben zwölf WM-Goldmedaillen und zwei Olympiasiegen gewann Neuner dreimal den Gesamtweltcup, in den Saisons 2007/08, 2009/10 und 2011/12. In Deutschland wurde sie mehrfach als Sportlerin des Jahres ausgezeichnet. 2017 erfolgte ihre Aufnahme in die Hall of Fame des deutschen Sports.
Trotz ihrer sportlichen Ausnahmestellung beendete Neuner ihre Karriere bereits 2012. Nach der Heim-Weltmeisterschaft in Ruhpolding verabschiedete sie sich mit 25 Jahren aus dem professionellen Biathlon. Ihre Entscheidung hatte sie bereits während ihrer letzten Saison angekündigt. Neuner wollte nach vielen Jahren im Leistungssport neue Schwerpunkte setzen und sich stärker ihrem Leben außerhalb des Weltcups widmen.
Das ungewöhnlich frühe Karriereende änderte nichts an ihrer Popularität. Neuner blieb dem Wintersport und der Öffentlichkeit verbunden, ohne eine Rückkehr als aktive Athletin anzustreben. Sie übernahm Aufgaben als Markenbotschafterin, trat bei Veranstaltungen auf und arbeitete zeitweise als Moderatorin beziehungsweise Co-Moderatorin verschiedener Sportformate. Über mehrere Jahre war sie zudem als Biathlon-Expertin im Fernsehen im Einsatz.
Auf ihrer aktuellen Internetseite beschreibt Neuner ihr Leben inzwischen vor allem durch drei Bereiche: Familie, Projekte mit langjährigen Partnern und soziales Engagement. Sie ist Mutter von drei Kindern. Nach eigener Darstellung lebt sie ihren Traum von einer eigenen Familie und arbeitet parallel als Botschafterin und Geschäftspartnerin mit verschiedenen Unternehmen zusammen.
Hinzu kommt ihr Engagement für Kinder und Jugendliche. Neuner unterstützt unter anderem die Peak Performer Stiftung. Dort geht es darum, jungen Menschen über Bewegung, persönliche Erfahrungen und gemeinschaftliche Aktivitäten Selbstvertrauen und Eigeninitiative zu vermitteln. Neuner beschreibt diese Aufgabe auf ihrer Homepage ausdrücklich aus ihrer Perspektive als Mutter und ehemalige Spitzensportlerin.
Ihre offizielle Vita führt sie außerdem weiterhin als Biathlon-Expertin der ARD. In den Jahren nach ihrem Rücktritt war sie regelmäßig in unterschiedlichen Rollen vor der Kamera zu sehen. Der Mittelpunkt ihres Lebens liegt nach ihren eigenen Angaben inzwischen jedoch abseits des früheren Weltcupalltags bei ihrer Familie sowie ausgewählten beruflichen und gesellschaftlichen Projekten.
Der Tod Werner Brombachs berührt für Magdalena Neuner damit auch einen Abschnitt ihres eigenen Lebens, in dem sie innerhalb weniger Jahre vom Nachwuchstalent zu einer der erfolgreichsten Biathletinnen der Geschichte wurde. Brombach und seine Brauerei gehörten in dieser Zeit zu den engen Partnern im Umfeld des deutschen Wintersports.
Neuners öffentlicher Abschied bleibt bewusst persönlich und zurückhaltend. Sie erinnert nicht an geschäftliche Erfolge oder Werbekampagnen, sondern an Begegnungen nach Rennen, gemeinsame Gespräche und einen Menschen, der sie über viele Jahre begleitet hat. Genau darin liegt die Bedeutung ihrer Worte: Es ist die Erinnerung einer früheren Spitzensportlerin an einen Weggefährten aus einer außergewöhnlichen Phase ihres Lebens.






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