Sonnenfinsternis im Osten: Wo freie Sicht am Mittwoch besonders wichtig wird

Das Bild zeigt eine Lupe, die etwas sucht und symbolisiert eine Internetsuche
Symbolbild mit KI erstellt

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Die Sonnenfinsternis im Osten Deutschlands dürfte am Mittwochabend, 12. August 2026, vielerorts unter günstigen Wetterbedingungen zu beobachten sein. Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen erwarten nach der aktuellen Prognose überwiegend trockenes und vielfach sonniges Wetter. Entscheidend wird allerdings nicht allein die Bewölkung sein. Weil die Sonne beim Maximum bereits sehr tief über dem westnordwestlichen Horizont steht, können selbst Bäume, Häuser, Hügel oder dünne Wolkenfelder die Sicht auf die schmale Sonnensichel verhindern.

Berlin und Brandenburg mit guten Chancen auf freie Sicht

Für Berlin und Brandenburg sind die Aussichten am Mittwochabend vergleichsweise günstig. Der Deutsche Wetterdienst erwartet einen heiteren und trockenen Mittwoch mit Höchsttemperaturen zwischen etwa 24 und 27 Grad. Einzelne Quellwolken sollen sich im Tagesverlauf bilden können, sich zum Abend aber weitgehend wieder auflösen. Zum Sonnenuntergang werden in Berlin ungefähr 20 Grad erwartet, dazu nur leichter Wind.

Etwas Schleierbewölkung kann aus westlicher Richtung auftauchen. Sie dürfte die Sicht nach aktueller Einschätzung zwar nicht grundsätzlich verhindern, kann die tief stehende Sonne jedoch etwas matter erscheinen lassen. Gerade deshalb lohnt sich ein Standort mit möglichst unverbautem Horizont. Innerhalb Berlins können Gebäude und Baumreihen schnell zum Problem werden. Auf freien Flächen in Brandenburg oder an erhöhten Standorten sind die Voraussetzungen grundsätzlich besser.

Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen bleiben sonnig und trocken

Auch in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen spricht die Wetterlage zunächst für gute Beobachtungsbedingungen. Der DWD erwartet am Mittwoch viel Sonne und weitgehend trockenes Wetter. Besonders in Thüringen können die Höchstwerte bis etwa 30 Grad erreichen. Größere Regengebiete oder verbreitete Gewitter sind nach der derzeitigen Prognose für den Finsternisabend nicht das bestimmende Thema.

Für Beobachter in Dresden, Leipzig, Magdeburg und Erfurt besteht damit eine gute Chance auf freie Sicht, sofern der Westhorizont nicht durch lokale Wolkenfelder oder Gelände verdeckt wird. In Mittelgebirgsnähe ist der Standort besonders wichtig. Ein Hügel oder Bergrücken im Westen kann die Sonne bereits deutlich vor dem rechnerischen Sonnenuntergang verschwinden lassen. Offene Ebenen und Anhöhen mit freiem Blick nach Westnordwesten sind deshalb klar im Vorteil.

Zeiten der Sonnenfinsternis in Berlin, Dresden und Leipzig

Die Unterschiede zwischen den Städten betragen nur wenige Minuten. Deutlicher unterscheiden sich Bedeckungsgrad und Sonnenhöhe. Das astronomische Ende der partiellen Finsternis liegt in Deutschland erst nach Sonnenuntergang. In der folgenden Übersicht bezeichnet Ende deshalb den Zeitpunkt, an dem die teilverfinsterte Sonne am jeweiligen Ort untergeht.

Berlin liegt damit im bundesweiten Vergleich am unteren Ende der Bedeckungswerte. Weiter südwestlich nimmt der Anteil der verdeckten Sonnenscheibe zu. Gleichzeitig beträgt die Sonnenhöhe beim Maximum im Osten nur wenige Grad. In Dresden sind es rechnerisch rund 2,3 Grad, in Leipzig etwa 3,2 Grad, in Berlin ungefähr 3,3 Grad und in Erfurt etwa 3,7 Grad.

Warum der freie Westhorizont diesmal entscheidend ist

Eine Sonnenhöhe von nur zwei oder drei Grad bedeutet, dass die Sonne praktisch unmittelbar über dem Horizont steht. Eine Baumreihe, ein mehrstöckiges Gebäude oder eine nahe Anhöhe kann deshalb ausreichen, um den entscheidenden Abschnitt der Finsternis vollständig zu verdecken. Der beste Beobachtungsplatz ist diesmal nicht zwingend der höchste, sondern vor allem ein Standort mit möglichst freier Sicht nach Westnordwesten.

Geeignet sind offene Feldränder, große freie Wiesen, erhöhte Flächen ohne westliche Bebauung oder Uferbereiche mit freiem Blick über Wasser. In Berlin empfiehlt die Stiftung Planetarium Berlin ausdrücklich einen freien Horizont in Richtung Westnordwest. Für Brandenburg sind offene Landschaften besonders günstig. In Dresden bietet auch die Sternwarte Gönnsdorf eine Beobachtung der Finsternis an, sofern der Himmel wolkenfrei bleibt.

Gute Bedingungen für die Perseiden nach Sonnenuntergang

Nur wenige Stunden nach der Sonnenfinsternis folgt das zweite astronomische Ereignis der Nacht. Die Perseiden erreichen in der Nacht vom 12. auf den 13. August ihr Maximum. Weil gleichzeitig Neumond herrscht, fehlt störendes Mondlicht. Unter sehr dunklem Himmel sind unter optimalen Bedingungen bis zu rund 100 Meteore pro Stunde möglich.

Für Berlin und Brandenburg bleibt der Himmel in der Nacht zunächst gering bewölkt bis klar. Von Westen können allerdings dünne Schleierwolken ostwärts ziehen. Dadurch könnten vor allem schwächere Sternschnuppen zeitweise schwieriger zu erkennen sein. In Berlin werden nachts ungefähr 14 Grad erwartet, in ländlichen Teilen Brandenburgs können die Werte deutlich niedriger liegen. Auch in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen spricht das trockene Wetter grundsätzlich für brauchbare Beobachtungsbedingungen. Am besten sind dunkle Standorte fern größerer Städte.

Sonnenfinsternis nur mit geeigneter Schutzbrille beobachten

Auch bei einer Bedeckung von rund 85 Prozent darf die verbleibende Sonnensichel niemals ungeschützt betrachtet werden. Erforderlich ist eine für direkte Sonnenbeobachtung geeignete Sonnenfinsternisbrille nach ISO 12312-2, beziehungsweise nach der entsprechenden europäischen Norm DIN EN ISO 12312-2. Beschädigte Filter mit Kratzern, Rissen oder Löchern dürfen nicht verwendet werden.

Normale Sonnenbrillen bieten keinen ausreichenden Schutz. Dasselbe gilt für CDs, Röntgenbilder, geschwärzte Gläser oder andere improvisierte Filter. Ferngläser, Kameras und Teleskope dürfen nur mit dafür vorgesehenen Sonnenfiltern verwendet werden, die vor dem Objektiv sitzen. Besonders wegen der tief stehenden Sonne kann die geringe Helligkeit am Horizont dazu verleiten, den Augenschutz abzunehmen. Sicher ist die direkte Beobachtung jedoch nur mit geeignetem Filter.

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