Johann Lafer spricht so offen wie lange nicht über sein Befinden

Lecker aufs Land heute im SWR: Folge 104 aus dem Landkreis Rottweil
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Johann Lafer in Aachen steht wieder selbst am Herd und spricht zugleich ungewöhnlich offen über die vergangenen Monate. Bei der Media Night zur Reit-WM hat der 68-jährige Fernsehkoch ein neues Gesundheitsupdate gegeben. Der Auftritt fand am Dienstagabend, 11. August 2026, statt. Einen Tag später veröffentlichte RTL die Aussagen in einem Videobeitrag. Lafer erklärte darin, dass sich sein Befinden nach den belastenden Monaten seiner Krebstherapie verbessert habe. Eine medizinische Entwarnung oder eine ärztlich bestätigte Heilung verkündete er damit ausdrücklich nicht.

Johann Lafer gibt bei RTL ein neues Gesundheitsupdate

Gegenüber RTL formulierte Lafer seinen derzeitigen Zustand deutlich positiver als noch vor einigen Wochen. „Ich kann sagen, dass es mir wesentlich besser geht“, sagte der Koch bei der Media Night in Aachen. Zugleich machte er deutlich, dass die Therapie für ihn eine erhebliche Belastung gewesen sei. Nach seiner eigenen Einschätzung äußere er sich an diesem Abend erstmals öffentlich so klar darüber, dass es ihm besser gehe. Am Ende fasste er seine Entwicklung mit den Worten zusammen: „Es geht weiter aufwärts!“

Lafer sprach auch darüber, wie sehr ihn die vergangenen Monate beschäftigt hätten. Bei RTL sagte er, „der liebe Gott meint es gut mit mir“. Entscheidender als solche persönlichen Formulierungen ist die Grenze der Aussage: Lafer beschreibt sein aktuelles Befinden und seine Zuversicht. Eine ärztlich bestätigte Remission oder Heilung gab er bei diesem Auftritt nicht bekannt. Medizinische Rückschlüsse über den weiteren Verlauf lassen sich aus seinem öffentlichen Auftritt daher nicht ableiten.

Bei der Reit-WM kocht Lafer wieder selbst für die Gäste

Der Anlass für Lafers Auftritt war die Media Night zum Beginn der FEI World Championships Aachen 2026. Die Weltmeisterschaften laufen bis zum 23. August und umfassen sechs Disziplinen des internationalen Reitsports. Lafer war bei der Gala nicht lediglich als prominenter Gast anwesend. Wie schon bei früheren Veranstaltungen übernahm er Aufgaben bei der kulinarischen Betreuung der geladenen Gäste.

Auch der WDR sprach während der „Lokalzeit aus Aachen“ mit ihm. Lafer erklärte dort über seine Arbeit bei der Veranstaltung: „Dass ich viele, viele Menschen bewirten darf, das tut mir persönlich gut.“ Der Satz zeigt, dass er seinen öffentlichen Auftritt zugleich mit seiner beruflichen Rolle verbindet. Der WDR beschrieb das Wiedersehen mit dem Fernsehkoch bei der Media Night als besonderen Moment des Abends. Zu einer medizinischen Bewertung seines Zustands äußerte sich der Sender nicht.

Was Lafer selbst über seine Erkrankung bekannt gemacht hat

Lafer hatte seine Krebserkrankung erst Ende Mai 2026 öffentlich gemacht. Auf seinem eigenen Instagram-Kanal bezeichnete er die Diagnose als indolentes, niedrig malignes und nicht aggressives Non-Hodgkin-Lymphom. Nach seinen Angaben war die Erkrankung bereits deutlich früher festgestellt worden. Anfang 2026 begann er eine Chemotherapie. Damals berichtete Lafer auch darüber, dass die Behandlung körperlich sehr belastend für ihn sei.

In den folgenden Wochen sprach er mehrfach selbst über Nebenwirkungen und Einschränkungen. Besonders einschneidend war für einen Koch, dass zeitweise auch sein Geschmackssinn beeinträchtigt war. Im Juli erklärte Lafer zudem öffentlich, dass die Erkrankung nach seiner Kenntnis nicht heilbar, aber behandelbar beziehungsweise eindämmbar sei. Eine konkrete Prognose zur Lebenserwartung habe er nicht erhalten. Das aktuelle Update aus Aachen verändert diese medizinische Einordnung nicht. Es ist zunächst Lafers persönliche Beschreibung, dass es ihm gegenwärtig besser geht.

Reaktionen auf Lafers Rückkehr an den Herd

Der Auftritt in Aachen erhielt vor allem deshalb Aufmerksamkeit, weil Lafer dort wieder sichtbar in einer Rolle auftrat, mit der ihn das Publikum seit Jahrzehnten verbindet. Er kochte, bewirtete Gäste und sprach über neue Vorhaben. Der WDR hob das Wiedersehen mit ihm bei der Media Night hervor. Eine gesonderte öffentliche Stellungnahme seiner Familie oder enger Kochkollegen zu dem neuen Gesundheitsupdate wurde bei dem Auftritt nicht bekannt.

Lafer selbst stellte dabei nicht die Krankheit in den Mittelpunkt seiner Arbeit. Seine Aussagen gegenüber RTL und WDR verbanden vielmehr zwei Themen: die Belastungen der vergangenen Monate und den Wunsch, beruflich weiter aktiv zu bleiben. Bereits bei der öffentlichen Bekanntgabe seiner Diagnose hatte er erklärt, dass Arbeiten für ihn weiterhin wichtig sei. In Aachen setzte er diesen Anspruch praktisch um, indem er wieder selbst für die Gäste der Veranstaltung kochte.

Vom Grazer Kochlehrling zum Zwei-Sterne-Koch

Lafers Karriere begann weit entfernt vom Fernsehstudio. Geboren wurde er 1957 in der Steiermark. Von 1973 bis 1976 absolvierte er seine Kochlehre im Gösser-Bräu in Graz. 1977 folgte eine Station im Berliner Schweizer Hof, 1979 wechselte er zu Josef Viehhauser ins Hamburger Restaurant „Le Canard“. 1980 arbeitete Lafer als Chef-Pâtissier in den Schweizer Stuben in Wertheim und wurde als bester Pâtissier Deutschlands ausgezeichnet. Von 1981 bis 1982 gehörte er zum Team des Münchner Spitzenrestaurants „Aubergine“ von Eckart Witzigmann. Danach arbeitete er bei Gaston Lenôtre in Frankreich.

1983 wurde Lafer Küchenchef im „Le Val d’Or“ in Guldental. Vier Jahre später wurde das Restaurant mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichnet. 1988 übernahm Lafer den Betrieb als Eigentümer. Ab 1994 entwickelte er seine gastronomischen Aktivitäten auf der Stromburg bei Bingen weiter. Dort entstanden neben dem Gourmetrestaurant unter anderem ein Hotel, weitere Gastronomieangebote und die Kochschule „Table d’Or“. 1997 kürte ihn der Gault Millau zum Koch des Jahres. Das Restaurant war von 1983 bis 2019 durchgehend mit mindestens einem Michelin-Stern ausgezeichnet, zwischen 1987 und 2009 mit zwei Sternen.

Das Fernsehen machte Lafer einem Millionenpublikum bekannt

Parallel zur Spitzengastronomie entwickelte Lafer früh eine zweite Karriere im Fernsehen. Erste Auftritte hatte er bereits in den 1980er Jahren. Später folgten zahlreiche Kochsendungen und regelmäßige Fernsehformate. Besonders prägend war „Lafer! Lichter! Lecker!“, das er von 2006 bis 2017 gemeinsam mit Horst Lichter für das ZDF präsentierte. Seit 2008 gehört Lafer zudem zu den wechselnden Gastgebern der ZDF-Sendung „Die Küchenschlacht“. 2014 und 2015 war er Hauptjuror bei „Deutschlands bester Bäcker“.

Auch 2026 blieb Lafer im Fernsehen präsent. Noch Ende Mai moderierte er beim ZDF eine komplette Woche der „Küchenschlacht“. Am 24. Mai war er außerdem beim „ZDF-Fernsehgarten“ in einem Koch-Battle zu sehen. Seine Fernseharbeit ist damit weiterhin ein zentraler Bestandteil seiner beruflichen Tätigkeit, auch wenn er seit einigen Jahren kein eigenes Sternerestaurant mehr betreibt. In einem Interview mit der „Apotheken Umschau“ hatte Lafer 2024 erklärt, im Laufe seines Berufslebens an mehr als 3000 Kochsendungen beteiligt gewesen zu sein.

Restaurants, Produkte und neue Kooperationen

Mit dem Ende des eigenen Restaurantbetriebs 2019 verlagerte Lafer einen größeren Teil seiner Arbeit auf Medien, Bücher, Veranstaltungen, Markenprodukte und Kooperationen. Über seine eigene Plattform vertreibt er heute unter anderem Kochgeschirr, Messer, Küchenhelfer, signierte Kochbücher und Feinkost. Seine Marke ist damit längst nicht mehr allein an ein Restaurant gebunden.

Hinzu kommen Kooperationen mit Unternehmen. Seit 2025 arbeitet Lafer an der kulinarischen Ausrichtung der Lufthansa Business Class mit. Lufthansa bezeichnet ihn als Mitentwickler des Business-Class-Konzepts, das auf Herkunft, Vielfalt und Saisonalität der Zutaten setzt. Ende Juli 2026 dokumentierte die Fluggesellschaft seine Zusammenarbeit mit ausgewählten Lebensmittelproduzenten. Die Wirtschaftskammer Steiermark erklärte im Juli zudem, dass Lafer 2026 neue Gerichte für das Lufthansa-Catering entwickelt.

Familie spielte in Lafers Rückblicken eine wichtige Rolle

Über sein Privatleben spricht Lafer vergleichsweise zurückhaltend, hat den Einfluss seiner Karriere auf die Familie aber selbst mehrfach thematisiert. Er ist mit der Hotelfachfrau Silvia Buchholz-Lafer verheiratet und zweifacher Vater. In einem Interview aus dem Jahr 2025 sprach er darüber, inzwischen mehr Freizeit zu genießen und zu Hause auch einfache Mahlzeiten mit seiner Frau zu schätzen.

Deutlich selbstkritischer fiel sein Rückblick 2024 in der „Apotheken Umschau“ aus. Lafer sagte damals, seine Familie sei während der intensivsten Jahre seiner Karriere häufig zu kurz gekommen. Die Verbindung von Restaurant, Fernsehproduktionen und weiteren Projekten habe viel Zeit beansprucht. Diese Aussagen bekommen vor dem aktuellen Hintergrund zusätzliche Bedeutung, ohne dass daraus private oder gesundheitliche Schlussfolgerungen gezogen werden sollten. Für die Zeit unmittelbar nach dem Auftritt in Aachen hat Lafer jedenfalls bereits eine konkrete private Planung: RTL zufolge will er nach anstehenden Projekten einen längeren Urlaub mit seiner Familie verbringen.

Wie es für Johann Lafer beruflich weitergeht

Ein Rückzug aus dem Berufsleben ist derzeit nicht angekündigt. Neben seiner Fernsehpräsenz und der Zusammenarbeit mit Lufthansa steht bereits das nächste größere Veröffentlichungsprojekt fest. Im Oktober 2026 soll sein neues Kochbuch „Johann Lafer: Der Geschmack des Sonntags“ erscheinen. Die Wirtschaftskammer Steiermark verwies bei einer Ehrung anlässlich seines 50 Jahre zurückliegenden Lehrabschlusses außerdem darauf, dass Lafer weiterhin als Autor, Genussbotschafter und Initiator des „Next Chef Awards“ aktiv ist.

Der Auftritt in Aachen fügt sich damit in ein Bild ein, das Lafer selbst zeichnet: Er möchte weiterarbeiten, zugleich aber anders mit seiner Zeit und seinen Kräften umgehen. Sein neues Gesundheitsupdate ist deshalb vor allem eine persönliche Zwischenbilanz. Er sagt, dass es ihm besser gehe, steht wieder öffentlich am Herd und plant weitere berufliche Projekte. Welche medizinische Entwicklung daraus folgt, hat er nicht verkündet. Für die nächsten Wochen stehen zunächst Arbeitstermine, sein Familienurlaub und im Herbst die Veröffentlichung seines neuen Buches fest.

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