Nach Bedrohungsvorwurf: SEK stürmt Wohnung in Berlin-Hellersdorf

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Symbolbild Feuerwehreinsatz

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In Berlin-Hellersdorf hat ein mutmaßlicher Vorfall mit einer Langwaffe einen Einsatz des Spezialeinsatzkommandos ausgelöst. Ein 35-jähriger Mann soll in der Nacht zum Sonntag auf einem Balkon in der Stollberger Straße spielende Kinder bedroht haben. Die Polizei stellte später in der Wohnung eine Langwaffe mit Magazin, zwei verbotene Messer und fast 8.700 Zigaretten ohne Steuerbanderole sicher.

Vorwurf: Langwaffe auf dem Balkon

Nach Angaben der Berliner Polizei soll sich der 35-Jährige gegen 22.45 Uhr auf den Balkon einer Wohnung begeben und sich über den Lärm spielender Kinder beschwert haben. Dabei soll er eine Langwaffe in der Hand gehalten und den Kindern gedroht haben, falls sie nicht leiser würden. Die Kinder liefen weg. Ein Zeuge alarmierte daraufhin die Polizei.

Zu den genauen Umständen des Vorfalls gab es zunächst keine weiteren gesicherten Angaben. Auch ob die Waffe zu diesem Zeitpunkt einsatzfähig war, wurde nicht näher bestätigt.

SEK dringt in Wohnung ein

Das Spezialeinsatzkommando lokalisierte die Wohnung und drang dort ein. Neben dem 35-Jährigen trafen die Einsatzkräfte einen 47-jährigen Mann und eine 43-jährige Frau an. In der Wohnung fanden die Beamten eine Langwaffe mit Magazin. Munition war nach Polizeiangaben nicht vorhanden. Außerdem wurden zwei verbotene Messer sowie fast 8.700 Zigaretten ohne Steuerbanderole beschlagnahmt.

Der Einsatz blieb damit nicht auf den ursprünglichen Bedrohungsvorwurf beschränkt. Durch die Sicherstellungen stehen nun auch mögliche Verstöße im Zusammenhang mit Waffen und unversteuerten Tabakwaren im Raum. Welche strafrechtlichen Vorwürfe am Ende konkret erhoben werden, war zunächst nicht abschließend bestätigt.

Beide Männer wieder auf freiem Fuß

Der 35-Jährige wurde nach der Feststellung seiner Personalien und weiteren polizeilichen Maßnahmen vor Ort wieder entlassen. Der 47-jährige Wohnungsinhaber wurde nach Polizeiangaben für erkennungsdienstliche Maßnahmen in ein Polizeigewahrsam gebracht. Auch er konnte dieses anschließend wieder verlassen. Die sichergestellten Gegenstände wurden dem 47-Jährigen zugeordnet.

Die weiteren Ermittlungen dauern an. Behördliche Angaben zu einem Motiv, zur Herkunft der Langwaffe oder zur Herkunft der unversteuerten Zigaretten lagen zunächst nicht vor. Auch ein ähnlicher SEK-Einsatz in Wuppertal hatte zuletzt für Aufsehen gesorgt.

Warum der Fall über Berlin hinaus auffällt

Der Vorfall ist über die Berliner Polizeilage hinaus relevant, weil er mehrere Ebenen verbindet: einen mutmaßlichen Bedrohungsvorwurf gegenüber Kindern, einen SEK-Einsatz in einem Wohngebiet, den Fund einer Langwaffe ohne Munition sowie den Fund verbotener Messer und unversteuerter Zigaretten. Zugleich zeigt der Fall, wie zurückhaltend die Bewertung ausfallen muss, solange die Ermittlungen nicht abgeschlossen sind.

Offiziell bestätigt war zunächst nur der von der Polizei geschilderte Ablauf, die Sicherstellung der Gegenstände und die Entlassung der beteiligten Männer nach den jeweiligen Maßnahmen. Ob sich der Verdacht gegen einzelne Personen erhärtet, blieb zunächst offen. Der SEK-Einsatz Berlin-Hellersdorf steht damit für einen mehrdimensionalen Polizeieinsatz, dessen rechtliche Aufarbeitung noch aussteht.

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