
Auf der A2 bei Kamen ist in der Nacht zu Dienstag ein Schwertransport umgekippt und hat eine Vollsperrung in beiden Fahrtrichtungen ausgelöst. Der Schwertransport Unfall auf der A2 bei Kamen ereignete sich nach Angaben der Polizei Dortmund gegen 0.47 Uhr im Bereich der Anschlussstelle Kamen/Bergkamen. Zwei Menschen wurden leicht verletzt. Die Bergung gestaltete sich am Morgen aufwendig, weil Betriebsstoffe ausgelaufen waren und das schwere Gespann samt Ladung beide Fahrtrichtungen beeinträchtigte.
Der Schwertransport war in Fahrtrichtung Hannover unterwegs. Nach Angaben der Polizei könnte ein geplatzter Reifen dazu geführt haben, dass das Fahrzeug von seiner Spur abkam. Der Transporter geriet gegen die Mittelschutzplanke und kippte um. Teile des Gespanns beziehungsweise der Ladung gelangten dabei auf die Gegenfahrbahn in Richtung Oberhausen beziehungsweise Dortmund. Die Polizei bezeichnete die Ladung als Baukran. Die Feuerwehr Kamen sprach dagegen von einem geladenen Bagger. Eine abschließende amtliche Klärung dieser unterschiedlichen Bezeichnungen lag zunächst nicht vor.
Die beiden Insassen des Schwertransporters erlitten leichte Verletzungen. Nach Angaben der Feuerwehr wurden sie zur Beobachtung in ein Krankenhaus gebracht. Weitere Verletzte waren zunächst nicht bekannt. Angaben zu einer möglichen Verantwortlichkeit oder zu weiteren Ursachen des Unfalls lagen zunächst nicht vor.
Die Unfallstelle liegt auf Höhe der Anschlussstelle Kamen/Bergkamen. In Fahrtrichtung Hannover meldete der ADAC am Dienstagmorgen eine Sperrung zwischen Dortmund-Nordost und Kamen/Bergkamen. In der Gegenrichtung war die Strecke zwischen dem Kamener Kreuz und Lünen-Süd gesperrt. Verkehrsmeldungen empfahlen die ausgeschilderten Umleitungen U42 und U65a.
Im Zulauf auf die Sperrung bildeten sich am frühen Morgen erste Staus. Der ADAC meldete in Fahrtrichtung Hannover zwischen Dortmund-Mengede und Lünen-Süd rund zwei Kilometer Stau und mindestens zehn Minuten zusätzlichen Zeitbedarf. Die Verkehrslage kann sich wegen des Berufsverkehrs kurzfristig verändern.
Die Bergung konnte nicht unmittelbar nach dem Unfall beginnen. Nach Angaben der Feuerwehr traten Diesel und Hydrauliköl aus. Rund 30 Einsatzkräfte arbeiteten zunächst daran, die Flüssigkeiten mit Bindemittel aufzunehmen und ein Eindringen in den Boden zu verhindern. Weil in der Nähe die Seseke verläuft, wurde dort vorsorglich eine Ölsperre eingerichtet.
Nach Polizeiangaben sollten außerdem verunreinigte Bereiche des Grünstreifens ausgebaggert werden. Erst danach könne die eigentliche Bergung beginnen. Ob und in welchem Umfang auch die Fahrbahndecke selbst beschädigt wurde, war zunächst nicht bestätigt. Fest stand jedoch, dass die Mittelschutzplanke bei dem Unfall erheblich in Mitleidenschaft gezogen wurde. Eine belastbare Schätzung des gesamten Sachschadens lag zunächst ebenfalls nicht vor.
Für die Bergung wurde nach Angaben der Polizei ein spezialisiertes Unternehmen eingesetzt. Zunächst müssen das umgekippte Fahrzeug und seine schwere Ladung gesichert werden. Erst anschließend können die einzelnen Teile angehoben, aufgerichtet oder auf andere Transportfahrzeuge verladen werden. Ob dafür zusätzliche große Autokräne oder andere spezielle Hebefahrzeuge eingesetzt werden müssen, war am frühen Dienstagmorgen noch nicht bestätigt.
Bergungen von Schwertransporten benötigen häufig deutlich mehr Zeit als die Räumung gewöhnlicher Lastwagen. Neben dem Eigengewicht des Transportfahrzeugs muss die oftmals tonnenschwere Ladung berücksichtigt werden. Hinzu kommen die Sicherung der Unfallstelle, der Schutz vor auslaufenden Betriebsstoffen, die Auswahl geeigneter Anschlagpunkte und die Prüfung, ob Schutzplanken, Fahrbahn oder Untergrund vor einer Freigabe repariert werden müssen.
Die Feuerwehr Kamen ging am frühen Morgen davon aus, dass die Arbeiten mindestens bis in den Vormittag dauern würden. Die Polizei legte sich zunächst nicht auf einen konkreten Zeitpunkt für die Freigabe fest. Entscheidend ist neben der eigentlichen Bergung auch, wie schnell die verschmutzten Bereiche gereinigt und mögliche Schäden an der Autobahn beseitigt werden können.
Autofahrer sollten den Bereich möglichst weiträumig umfahren und die ausgeschilderten Umleitungen nutzen. Gerade auf den Ausweichstrecken rund um Kamen, Bergkamen und Dortmund kann die zusätzliche Verkehrsbelastung zu weiteren Verzögerungen führen.
Für Großraum- und Schwertransporte gelten in Deutschland besondere Vorschriften. Überschreiten Fahrzeuge oder Ladungen die regulär zulässigen Maße, Achslasten oder Gesamtmassen, können Ausnahmegenehmigungen nach der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung und eine Erlaubnis für die besondere Straßennutzung erforderlich sein. Die Genehmigung von Großraum- und Schwertransporten liegt grundsätzlich bei den zuständigen Behörden der Länder.
Führt die Strecke über eine Autobahn, wird die Autobahn GmbH regelmäßig in das Verfahren einbezogen. Dabei wird unter anderem geprüft, ob Brücken, Anschlussstellen, Baustellen, Durchfahrtshöhen und Fahrbahnbreiten für das jeweilige Fahrzeug geeignet sind. Je nach Transport können außerdem bestimmte Strecken, Fahrtzeiten und Sicherungsmaßnahmen vorgegeben werden.
Wer in den Rückstau gerät, muss bereits bei Schrittgeschwindigkeit oder stehendem Verkehr eine Rettungsgasse bilden. Sie verläuft zwischen dem äußersten linken Fahrstreifen und dem unmittelbar rechts danebenliegenden Fahrstreifen. Das gilt unabhängig davon, ob gerade ein Einsatzfahrzeug sichtbar ist.
Bei einer längeren Vollsperrung sollten Autofahrer zudem ausreichend Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug lassen, damit bei Bedarf rangiert werden kann. Die Rettungsgasse darf nicht zum eigenen Vorankommen genutzt werden. Wer eine Autobahn verlassen oder wenden soll, muss auf ausdrückliche Anweisungen von Polizei oder Einsatzkräften warten.
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