
Ein beschädigtes Fahrzeug, ein verschwundener Fahrer und eine Ladung von außergewöhnlichem Gewicht: Auf der A3 bei Erlangen in Bayern hat die Polizei nach einem Unfall rund vier Tonnen gebrauchte Wasserzähler aus Messing entdeckt. Die Gegenstände waren zuvor in Ingolstadt gestohlen worden. Der Wagen war offenbar so schwer beladen, dass die Bergung mit einem Kran nicht möglich war. Die Ermittler prüfen, ob das Gewicht der Ladung zu dem Unfall beigetragen haben könnte.
Der Vorfall ereignete sich am Montag, 5. Oktober 2026, gegen 2.30 Uhr bei Frauenaurach, einem Stadtteil von Erlangen in Mittelfranken. Ein Zeuge hatte der Polizei ein liegen gebliebenes Fahrzeug auf der Autobahn gemeldet. Dieses befand sich zwischen dem rechten und dem mittleren Fahrstreifen.
Als die Einsatzkräfte eintrafen, war niemand mehr im Wagen. Nach Einschätzung der Polizei hatte der Fahrer das Fahrzeug vermutlich kurz zuvor verlassen und war in einem angrenzenden Wald verschwunden. Eine Absicherung des beschädigten Autos war offenbar nicht erfolgt.
Wer den Wagen gefahren hatte, war zunächst unbekannt. Auch zu den näheren Umständen seines Verschwindens lagen keine gesicherten Angaben vor.
Die Spuren an der Unfallstelle deuteten nach Angaben des Polizeipräsidiums Mittelfranken darauf hin, dass das Fahrzeug durch einen Reifenschaden ins Schlingern geraten war.
Dabei wurde eine Felge vollständig abgerissen. Durch den Unfall entstand außerdem erheblicher Schaden an der Asphaltoberfläche der Autobahn. Das tatsächliche Ausmaß des Schadens wurde zunächst nicht beziffert.
Als mögliche Ursache für den Kontrollverlust kommt nach Einschätzung der Polizei auch das außergewöhnlich hohe Gewicht der Ladung in Betracht. Ob die Überladung den Reifenschaden verursachte oder den weiteren Unfallverlauf beeinflusste, stand allerdings zunächst nicht abschließend fest.
Bei der Untersuchung des Fahrzeugs entdeckten die Einsatzkräfte zahlreiche gebrauchte Wasserzähler aus Messing. Die Polizei schätzte das Gesamtgewicht der Ladung auf ungefähr vier Tonnen.
Die Wasserzähler befanden sich in großer Zahl im Inneren des Fahrzeugs. Für die Beamten ergab sich dadurch neben der Untersuchung des Unfalls auch die Frage nach der Herkunft dieser ungewöhnlichen Fracht.
Wasserzähler werden eingesetzt, um den Wasserverbrauch in Gebäuden zu erfassen. Messing ist eine Metalllegierung, die überwiegend aus Kupfer und Zink besteht. Das Material findet wegen seiner Eigenschaften unter anderem in Armaturen und technischen Bauteilen Verwendung.
Welchen konkreten Warenwert die aufgefundenen Wasserzähler hatten, wurde zunächst nicht mitgeteilt. Auch die genaue Stückzahl war nicht bekannt. Bei den vier Tonnen handelt es sich um eine polizeiliche Schätzung und nicht um ein veröffentlichtes Wiegeergebnis.
Das hohe Gewicht hatte auch unmittelbare Folgen für die Bergung des Unfallwagens. Der eingesetzte Abschleppdienst konnte das Fahrzeug nach Polizeiangaben nicht wie vorgesehen mit einem Kran anheben.
Stattdessen musste der beschädigte Wagen mithilfe einer Seilwinde auf das Abschleppfahrzeug gezogen werden.
Die außergewöhnlich schwere Fracht erschwerte damit nicht nur die Untersuchung des Unfallhergangs, sondern auch die praktische Räumung der Unfallstelle.
Wie lange die Bergungsarbeiten insgesamt dauerten und ob größere Verkehrsbehinderungen entstanden, ging aus den zunächst veröffentlichten Angaben nicht hervor. Auch zu möglichen Verletzten wurden keine näheren Informationen bekannt.
Die Untersuchung der Ladung brachte einen weiteren Sachverhalt ans Licht. Nach Angaben der Polizei waren die Wasserzähler zuvor in Ingolstadt entwendet worden.
Damit besteht ein Zusammenhang zwischen dem Fund auf der A3 und einem Diebstahl in der oberbayerischen Stadt. Wo genau die Wasserzähler gestohlen wurden, zu welchem Zeitpunkt der Diebstahl erfolgte und wie viele Personen daran beteiligt gewesen sein könnten, blieb zunächst offen.
Ebenso war nicht bekannt, wohin die Ladung transportiert werden sollte. Aus dem Fund allein ergibt sich noch nicht, wer die Wasserzähler entwendet hat.
Ob der verschwundene Fahrer an dem Diebstahl beteiligt war oder die Herkunft der Gegenstände kannte, war zunächst ungeklärt.
Das Gewicht der aufgefundenen Wasserzähler ist auch aus verkehrsrechtlicher Sicht relevant. Fahrzeuge dürfen im öffentlichen Straßenverkehr grundsätzlich nur innerhalb ihrer zulässigen Gewichtsgrenzen betrieben werden. Dabei sind sowohl das Gesamtgewicht als auch die zulässigen Achslasten zu beachten.
Außerdem schreibt die Straßenverkehrsordnung vor, dass Ladung so gesichert sein muss, dass sie selbst bei starken Bremsmanövern oder plötzlichen Ausweichbewegungen nicht verrutscht oder umfällt.
Welche Gewichtsgrenzen für das konkret verwendete Fahrzeug galten, wurde zunächst nicht veröffentlicht. Eine genaue Berechnung der Überschreitung ist deshalb nicht möglich. Die Polizei bezeichnete die Beladung jedoch als massiv überhöht.
Die Ermittlungen müssen insbesondere klären, welche Rolle der Reifenschaden und die schwere Ladung bei dem Unfall spielten.
Der Fahrer war beim Eintreffen der Polizei nicht mehr am Unfallort. Ob die Ermittler seine Identität inzwischen feststellen konnten, war aus den bis Samstag, 10. Oktober, bekannt gewordenen Angaben nicht ersichtlich.
Neben der Klärung des Unfallhergangs stehen damit die Herkunft und der Transport der gestohlenen Wasserzähler im Mittelpunkt. Der Fund verbindet einen Verkehrsunfall auf der A3 bei Erlangen mit einem Diebstahl in Ingolstadt.
Gesichert sind bislang der beschädigte Wagen, die ungewöhnlich schwere Ladung und die von der Polizei festgestellte Herkunft der Wasserzähler. Die persönliche Verantwortung für den Diebstahl und die genauen Umstände der Fahrt sind dagegen noch nicht abschließend geklärt.
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