
In Wiesbaden müssen sich Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger am kommenden Wochenende auf eine Vollsperrung einstellen. Die Hagenauer Straße beziehungsweise Alte Schmelze wird im Bereich der Autobahnbrücke der A643 von Samstag, 10. Oktober 2026, bis Montag, 12. Oktober, vollständig gesperrt. Hintergrund sind Arbeiten an einem Kampfmittelverdachtspunkt unter dem Brückenbauwerk. Auch der Busverkehr zwischen den Stadtteilen Biebrich und Schierstein ist betroffen.
Die Vollsperrung der Hagenauer Straße in Wiesbaden beginnt am Samstag, 10. Oktober, um 20 Uhr. Nach Angaben der Landeshauptstadt sollen die Arbeiten bis Montag, 12. Oktober, um 5 Uhr abgeschlossen sein. Damit bleibt die Straßenverbindung insgesamt 33 Stunden gesperrt.
Betroffen ist die Unterführung Hagenauer Straße/Alte Schmelze unmittelbar unter der Autobahnbrücke der A643. Die Sperrung gilt in beiden Fahrtrichtungen und umfasst neben dem motorisierten Verkehr auch Fußgänger und Radfahrer. Eine Durchfahrt beziehungsweise Querung des gesperrten Bereichs ist während der Arbeiten nicht vorgesehen.
Die Stadt Wiesbaden hatte die Maßnahme bereits am 21. September angekündigt. Auch in ihrer Baustellenübersicht wird der Zeitraum vom 10. bis 12. Oktober 2026 genannt.
Hintergrund der Sperrung ist ein Verdachtspunkt unter der Autobahnbrücke, den der Kampfmittelräumdienst bestätigt hat. Dieser Punkt soll durch Bohrarbeiten überprüft werden. Für die Durchführung ist nach Angaben der Stadt eine vollständige Sperrung der darunter verlaufenden Straßenverbindung erforderlich.
Ob sich an der betreffenden Stelle tatsächlich ein Kampfmittel befindet, war zunächst nicht bestätigt. Die Mitteilung enthält weder Angaben zu einem konkreten Fund noch zu einer möglichen Entschärfung.
Die Untersuchung steht im Zusammenhang mit dem sechsstreifigen Ausbau der A643. Im Rahmen dieses Infrastrukturprojekts wird auch das Unterführungsbauwerk Hagenauer Straße/Alte Schmelze erneuert. Die Arbeiten an der Unterführung sind in zwei Bauphasen vorgesehen. Die bevorstehende Sperrung dient zunächst der Untersuchung des bestätigten Verdachtspunktes.
Für den Straßenverkehr hat die Landeshauptstadt Wiesbaden Umleitungen vorgesehen. Dabei unterscheiden sich die Strecken je nach Fahrtrichtung.
Verkehrsteilnehmer, die aus östlicher Richtung kommen, werden über die Äppelallee, die Rheingaustraße und die Saarstraße umgeleitet. Wer sich dem gesperrten Abschnitt aus westlicher Richtung nähert, soll über die Saarstraße, die Rheingaustraße, die Äppelallee und die Friedrich-Bergius-Straße fahren.
Die Umleitungsstrecken werden entsprechend ausgeschildert. Die Stadt empfiehlt ausdrücklich, den betroffenen Bereich möglichst weiträumig zu umfahren.
Mit Verkehrsbehinderungen ist insbesondere auf den ausgeschilderten Ersatzstrecken zu rechnen. Konkrete Prognosen zur Länge möglicher Staus oder zu zusätzlichen Fahrzeiten veröffentlichte die Stadt nicht. Autofahrer sollten deshalb mehr Zeit für Fahrten durch das betroffene Gebiet einplanen.
Die Vollsperrung wirkt sich auch auf den öffentlichen Nahverkehr aus. ESWE Verkehr hat am 6. Oktober angekündigt, dass die Buslinien 9 und N3 von Samstag gegen 20 Uhr bis Montag gegen 5 Uhr umgeleitet werden.
Bei der Linie 9 verlassen die Busse in Richtung Oderstraße nach der Haltestelle Friedrich-Bergius-Straße ihren üblichen Fahrtweg. Nach einer Wendefahrt im Kreisverkehr führt die Strecke über die Äppelallee und die Rheingaustraße zur Haltestelle Rheingaustraße. Anschließend fahren die Busse wieder regulär. In Richtung Mainz beziehungsweise Innenstadt gilt die umgekehrte Umleitung.
Auch die Nachtbuslinie N3 ist betroffen. In Richtung Oderstraße fahren die Busse zunächst bis Friedrich-Bergius-Straße und anschließend über die eingerichtete Umleitungsstrecke zur Saarstraße. In Richtung Mainz beziehungsweise Innenstadt erfolgt die Umleitung ab der Haltestelle Zeilstraße bis zur Friedrich-Bergius-Straße. Danach wird die gewohnte Strecke wieder aufgenommen.
Während der Sperrung entfallen auf den betroffenen Buslinien insgesamt drei Haltestellen in beiden Fahrtrichtungen:
ESWE Verkehr bittet Fahrgäste, die Änderungen bei der Reiseplanung zu berücksichtigen und gegebenenfalls zusätzliche Fahrzeit vorzusehen. Fahrplanauskünfte stehen über den interaktiven Liniennetzplan unter netzplan-wiesbaden.de zur Verfügung.
Weitere Informationen zu den Umleitungen veröffentlicht das Verkehrsunternehmen auf seiner Internetseite. Darüber hinaus ist der Kundenservice unter der Telefonnummer 0611 45022450 erreichbar. Die Hotline des Rhein-Main-Verkehrsverbunds bietet täglich rund um die Uhr Auskünfte unter 069 24248024.
Für den Schienenverkehr wurden im Zusammenhang mit dieser konkreten Sperrung keine zusätzlichen Einschränkungen angekündigt.
Die Arbeiten an der Hagenauer Straße gehören zu einem größeren Bauvorhaben an der A643. Die Autobahn GmbH des Bundes erweitert die Verbindung zwischen dem Autobahnkreuz Schierstein und der Rheinbrücke Schierstein auf sechs Fahrstreifen. Dazu müssen bestehende Bauwerke erneuert und die Verkehrsführung während der Bauzeit angepasst werden.
Bereits zwischen dem 22. und 26. September waren Arbeiten zur Verlegung des Verkehrs in Fahrtrichtung Mainz und Bingen auf eine neu errichtete Behelfsbrücke vorgesehen. Die Autobahn GmbH hatte hierfür nächtliche Einschränkungen angekündigt.
Nach Angaben des Unternehmens ist diese Verkehrsverlegung eine Voraussetzung für den Ersatzneubau des Unterführungsbauwerks Hagenauer Straße/Alte Schmelze.
Die Vollsperrung vom 10. bis 12. Oktober betrifft dagegen ausdrücklich die unter der Autobahn verlaufende Straßenverbindung. Eine zusätzliche Vollsperrung der A643 selbst für diesen Zeitraum wurde in den entsprechenden Mitteilungen nicht angekündigt.
Für Verkehrsteilnehmer sind vor allem der Samstagabend, der gesamte Sonntag und die frühen Stunden des Montags von der angekündigten Sperrung betroffen. Nach derzeitigem Planungsstand soll die Unterführung am Montagmorgen um 5 Uhr wieder zur Verfügung stehen.
Die Verkehrsbehörde weist auf die mit den Bauarbeiten verbundenen Einschränkungen hin und empfiehlt, die ausgeschilderten Umleitungsstrecken zu beachten. Betroffene Fahrgäste sollten außerdem vor Fahrtantritt überprüfen, ob ihre gewohnte Bushaltestelle während der Sperrung bedient wird.
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