Alphabet-Aktie erlebt historischen Kurssturz: Google-Konzern verliert Hunderte Milliarden an Börsenwert

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Die Alphabet-Aktie ist nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen für das dritte Quartal 2026 massiv eingebrochen. Trotz eines Umsatzanstiegs um 25 Prozent auf 127,6 Milliarden US-Dollar verlor die Google-Muttergesellschaft am Donnerstag, 29. Oktober, rund 13 Prozent ihres Börsenwerts. Auslöser waren enttäuschte Erwartungen an das Werbegeschäft, hohe Ausgaben für künstliche Intelligenz und ein deutlich gesunkener Nettogewinn. Auch am Freitag setzte sich der Kursrückgang fort.

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Alphabet-Aktie verzeichnet stärksten Tagesverlust seit 2004

Die Alphabet-Aktie der Klasse A mit dem Börsenkürzel GOOGL verlor am Donnerstag 12,64 Prozent und schloss an der US-Technologiebörse Nasdaq bei 283,82 Dollar. Am Vortag hatte der Schlusskurs noch bei 324,89 Dollar gelegen. Es war der stärkste prozentuale Tagesverlust seit dem Börsengang des Unternehmens im Jahr 2004.

Nach Berechnungen von Yahoo Finance verringerte sich der Börsenwert von Alphabet an diesem Handelstag um etwa 475 Milliarden Dollar. Andere Berechnungen bezifferten den Rückgang auf rund 482 Milliarden Dollar. Zeitweise lag der rechnerische Wertverlust noch höher. Die unterschiedlichen Angaben erklären sich unter anderem durch den jeweiligen Berechnungszeitpunkt.

Der Rückgang bedeutet nicht, dass Alphabet diesen Betrag aus seinen Kassen verloren hat. Vielmehr sank der Wert, den die Börse den ausstehenden Aktien des Konzerns beimisst.

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Am Freitag, 30. Oktober 2026, gab die GOOGL-Aktie nochmals um 1,40 Prozent auf 279,84 Dollar nach. Dieser Schlusskurs wurde um 16 Uhr New Yorker Ortszeit festgestellt, entsprechend 21 Uhr deutscher Zeit. Damit lag die Aktie zum Wochenende rund 13,9 Prozent unter ihrem Schlusskurs vom Mittwoch vor Veröffentlichung der Quartalszahlen.

Google-Suchgeschäft enttäuscht trotz steigender Werbeeinnahmen

Ein wesentlicher Grund für die negative Reaktion der Anleger ist die Entwicklung des Suchmaschinengeschäfts. Die Erlöse aus Google Search und verwandten Angeboten stiegen im dritten Quartal um zwölf Prozent auf 63,35 Milliarden Dollar. Im zweiten Quartal hatte das Wachstum noch bei rund 17 Prozent gelegen.

Auch die Werbeeinnahmen von YouTube blieben hinter den Erwartungen zurück. Sie erhöhten sich gegenüber dem Vorjahresquartal um rund neun Prozent auf 11,21 Milliarden Dollar. Insgesamt erzielte Google mit Werbung 82,01 Milliarden Dollar.

Alphabet-Geschäftsvorstand Philipp Schindler nannte bei der Vorstellung der Ergebnisse mehrere Gründe für das langsamere Wachstum der Suchmaschinenumsätze. Den größten Einfluss auf die Abschwächung gegenüber dem Vorquartal hätten Wechselkurseffekte gehabt. Hinzu kämen Veränderungen in einzelnen Werbebranchen.

Eine weitere Rolle spiele die zunehmende Nutzung des KI-gestützten Suchmodus AI Mode. Die darüber abgewickelten Suchanfragen ließen sich gegenwärtig weniger stark durch Werbung monetarisieren als herkömmliche Suchanfragen. Google arbeitet deshalb daran, zusätzliche Werbeformate in seine KI-Suche zu integrieren.

Alphabet steigert Umsatz deutlich, Nettogewinn sinkt

Die schwächeren Erwartungen an das Werbegeschäft stehen im Gegensatz zur Entwicklung des Gesamtkonzerns. Alphabet steigerte seinen Quartalsumsatz gegenüber dem Vorjahr um 25 Prozent auf 127,58 Milliarden Dollar. Damit verfehlte der Konzern allerdings die durchschnittliche Analystenerwartung von rund 128,2 Milliarden Dollar.

Besonders stark entwickelte sich Google Cloud. Die Sparte steigerte ihre Erlöse um 103 Prozent auf 30,71 Milliarden Dollar. Ihr operativer Gewinn erhöhte sich von 3,59 Milliarden auf 11,12 Milliarden Dollar.

Auch das operative Ergebnis des Gesamtkonzerns verbesserte sich deutlich. Es stieg um 30 Prozent auf 40,58 Milliarden Dollar.

Der auf die Stammaktionäre entfallende Nettogewinn sank dagegen von 34,98 Milliarden auf 26,17 Milliarden Dollar. Das verwässerte Ergebnis je Aktie fiel von 2,87 auf 2,12 Dollar.

Dabei belasteten Verluste aus Finanzbeteiligungen das Ergebnis erheblich. Alphabet verbuchte im dritten Quartal einen negativen Saldo von rund 8,7 Milliarden Dollar aus Aktienbeteiligungen. Nach Angaben im Quartalsbericht standen dahinter vor allem nicht realisierte Wertverluste bei der Beteiligung am Raumfahrtunternehmen SpaceX. Der Rückgang des Nettogewinns lässt sich deshalb nicht allein auf die Entwicklung des eigentlichen Google-Geschäfts zurückführen.

Hohe KI-Investitionen drücken den freien Cashflow

Zusätzlich belastete die Entwicklung der Investitionsausgaben die Alphabet-Aktie. Der Konzern investierte im dritten Quartal 51,36 Milliarden Dollar in Sachanlagen, insbesondere in technische Infrastruktur. Im Vorjahresquartal hatte dieser Betrag noch bei 23,95 Milliarden Dollar gelegen.

Der operative Cashflow erreichte 42,29 Milliarden Dollar. Nach Abzug der Investitionen blieb ein negativer freier Cashflow von 9,07 Milliarden Dollar. Bereits im zweiten Quartal hatte Alphabet einen negativen freien Cashflow ausgewiesen.

Für das gesamte Jahr 2026 hält das Unternehmen an geplanten Investitionsausgaben zwischen 195 und 205 Milliarden Dollar fest. Finanzchefin Anat Ashkenazi stellte außerdem einen weiteren deutlichen Anstieg der Investitionen für 2027 in Aussicht.

Der Konzern begründet die hohen Ausgaben mit dem Ausbau seiner Rechenzentren, der Nachfrage nach Cloud-Dienstleistungen und dem wachsenden Bedarf an leistungsfähiger Infrastruktur für künstliche Intelligenz.

Die Entwicklung verdeutlicht den finanziellen Aufwand der KI-Strategie: Obwohl Google Cloud stark wächst und hohe operative Gewinne erzielt, beansprucht der Ausbau der Infrastruktur erhebliche liquide Mittel.

Analysten senken Kursziele für Alphabet

Der historische Einbruch löste auch bei mehreren Investmentbanken Neubewertungen aus.

Die Schweizer Großbank UBS senkte ihr Kursziel für die Alphabet-Aktie am 29. Oktober von 380 auf 332 Dollar. Die Einstufung blieb bei „Neutral“. Analyst Stephen Ju verwies auf die schwächer als erwarteten Einnahmen im Suchmaschinen- und YouTube-Geschäft sowie auf Unsicherheiten bei der Monetarisierung zusätzlicher KI-Suchanfragen.

Die US-Investmentbank Goldman Sachs reduzierte ihr Kursziel von 435 auf 385 Dollar, hielt jedoch an ihrer positiven Einstufung fest. JPMorgan senkte das Kursziel von 425 auf 375 Dollar. Die Analysten von Citizens stuften Alphabet dagegen von „Outperform“ auf „Market Perform“ herab.

Damit unterscheiden sich die Einschätzungen der Banken. Während einige Analysten weiterhin Aufwärtspotenzial sehen, nehmen andere die Risiken im Werbegeschäft und die hohen Investitionskosten stärker in den Blick. Die Kursziele sind Einschätzungen der jeweiligen Institute und keine garantierten zukünftigen Aktienkurse.

Kurssturz belastet den US-Technologiemarkt

Wegen seiner hohen Börsenbewertung hat Alphabet erheblichen Einfluss auf die großen amerikanischen Aktienindizes. Am Donnerstag verlor der technologielastige Nasdaq Composite 1,4 Prozent. Der breiter gefasste S&P 500 gab um 0,3 Prozent nach, obwohl die Mehrheit seiner Einzelwerte Kursgewinne verzeichnete.

Der Rückgang der Alphabet-Aktie verstärkte damit die Unsicherheit über die finanziellen Folgen des weltweiten KI-Investitionsbooms. Alphabet steht vor der Aufgabe, den starken Ausbau seiner Cloud- und KI-Infrastruktur mit einer dauerhaft profitablen Entwicklung seines Werbegeschäfts zu verbinden.

Der Kursverlust vom 29. Oktober gehört zu den größten an einem einzelnen Handelstag vernichteten Börsenwerten in der Geschichte des amerikanischen Aktienmarktes. Für Alphabet war es zugleich der stärkste prozentuale Tagesrückgang seit dem Börsengang.

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