
Amazon hat die Preise für mehrere eigene Geräte in Deutschland angehoben. Betroffen sind unter anderem Echo-Lautsprecher, Fire-TV-Geräte, Kindle-E-Book-Reader und Produkte der WLAN-Marke eero. Teilweise steigt die unverbindliche Preisempfehlung um mehrere Dutzend Euro. Als Grund nennt der Konzern deutlich höhere Kosten für Speicherbausteine. Die Amazon Preiserhöhung in Deutschland folgt wenige Tage nach entsprechenden Anpassungen in den USA.
Beim Echo Dot steigt die unverbindliche Preisempfehlung von bislang 64,99 Euro auf 89,99 Euro. Das entspricht einem Aufschlag von 25 Euro oder rund 38 Prozent. Auf der deutschen Amazon-Produktseite war die neue UVP am 25. August 2026 mit 89,99 Euro ausgewiesen. Der tatsächliche Verkaufspreis lag wegen einer zeitlich begrenzten Rabattaktion zu diesem Zeitpunkt allerdings darunter.
Noch größer fällt der absolute Aufschlag beim Fire TV Stick 4K Max aus. Nach einer am 25. August veröffentlichten Überprüfung der deutschen Amazon-Preise steigt dessen UVP von 79,99 Euro auf 114,99 Euro. Das sind 35 Euro mehr und ein Plus von knapp 44 Prozent. Auch hier können Aktionspreise zeitweise deutlich von der neuen UVP abweichen.
Weitere Preisänderungen betreffen den Kindle Paperwhite Signature. Dessen Preis steigt von 199,99 Euro auf 259,99 Euro, also um 60 Euro oder rund 30 Prozent. Die deutsche Amazon-Produktseite wies am 25. August für die entsprechende Variante ebenfalls 259,99 Euro aus.
Beim Echo Show 15 erhöht sich die UVP laut der aktuellen Preisprüfung von 329,99 auf 379,99 Euro. Für das eero-7-Dreierpaket werden demnach 429,99 statt zuvor 399,99 Euro angesetzt. Damit betreffen die Anpassungen mehrere Produktkategorien und nicht nur Geräte mit vergleichsweise großen Speicherkapazitäten.
Amazon begründet die Preisänderungen mit stark gestiegenen Kosten für Speicher- und Massenspeicherkomponenten. Eine Sprecherin der Sparte Devices & Services erklärte gegenüber dem US-Technikportal The Verge, die Unterhaltungselektronikbranche sei mit erheblichen Kostensteigerungen bei diesen Bauteilen konfrontiert. Amazon habe einen Teil der Mehrkosten zunächst selbst getragen und die Preise anschließend angepasst.
Eine eigene technische Veränderung der betroffenen Geräte ist mit der aktuellen Preisrunde nicht verbunden. Die höheren Listenpreise beziehen sich auf bereits angebotene Hardwaregenerationen. Amazon stellte zugleich in Aussicht, Geräte weiterhin zeitweise im Rahmen von Rabattaktionen günstiger anzubieten.
In den USA hatte Amazon die Preise bereits zuvor angehoben. Dort stieg der Echo Dot beispielsweise von 49,99 auf 79,99 Dollar. Der Fire TV Stick 4K Max verteuerte sich von 59,99 auf 84,99 Dollar und der Kindle mit 16 Gigabyte Speicher von 109,99 auf 149,99 Dollar. Die prozentualen Anpassungen unterscheiden sich damit zwischen einzelnen Produkten und Märkten.
Hinter der Entwicklung steht eine ungewöhnlich angespannte Lage auf dem weltweiten Speichermarkt. Besonders die stark wachsende Infrastruktur für künstliche Intelligenz benötigt große Mengen an DRAM und NAND-Speicher. Rechenzentren benötigen dabei nicht nur besonders schnellen Hochbandbreitenspeicher für KI-Beschleuniger, sondern zunehmend auch konventionelles DRAM sowie große Mengen an Flash-Speicher für Server und Datenspeicherung.
Zugleich konzentrieren Speicherhersteller einen Teil ihrer Kapazitäten auf besonders profitable Produkte für Rechenzentren. Dadurch steht für klassische Elektronikprodukte weniger Kapazität zur Verfügung. Reuters berichtete Anfang Juli unter Berufung auf Citi Research, dass die durchschnittlichen Verkaufspreise für DRAM im zweiten Quartal 2026 gegenüber dem Vorquartal um 44 Prozent und für NAND um 53 Prozent gestiegen seien. Analysten gingen zu diesem Zeitpunkt davon aus, dass das Angebot mindestens bis 2027 angespannt bleiben könnte.
Auch TrendForce hatte bereits vor Beginn des Jahres mit steigenden Preisen gerechnet. Als wesentlichen Faktor nannte der Marktforscher den Ausbau von Rechenzentren durch große Cloudanbieter und den wachsenden Speicherbedarf von KI-Servern. Für NAND-Flash sah TrendForce insbesondere die Nachfrage nach Unternehmensspeichern als wichtigen Wachstumstreiber.
Die Folgen beschränken sich deshalb nicht auf PCs oder Server. US-Branchenverbände aus den Bereichen Einzelhandel, Automobil, Elektronik und Telekommunikation warnten bereits im Juni vor höheren Kosten und möglichen Lieferproblemen bei zahlreichen Konsum- und Industriegütern. Nach ihrer Darstellung bindet der Bedarf von KI-Rechenzentren einen wachsenden Anteil der verfügbaren Speicherproduktion.
Für Verbraucher bedeutet die Entwicklung zunächst vor allem höhere Listenpreise bei einzelnen Elektronikgeräten. Wie stark sich die gestiegenen Speicherpreise dauerhaft im tatsächlichen Verkaufspreis niederschlagen, hängt jedoch auch von Rabattaktionen, Lagerbeständen und der weiteren Entwicklung der Komponentenpreise ab. Bei Amazon lagen mehrere betroffene Produkte am 25. August trotz angehobener UVP zeitweise deutlich unter dem Listenpreis.
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