
Der Anne-Frank-Tag erinnert bundesweit an das Leben von Anne Frank und an die Verfolgung und Ermordung der Jüdinnen und Juden im Holocaust. Der Aktionstag richtet sich vor allem an Schulen und stellt die Frage in den Mittelpunkt, wie Erinnerungskultur heute aktiv vermittelt werden kann.
Der Anne-Frank-Tag wird seit zehn Jahren vom Anne-Frank-Zentrum organisiert. Anlass ist der Geburtstag von Anne Frank am 12. Juni 1929. Für Schulen stellt das Zentrum kostenlose Lernmaterialien bereit. In diesem Jahr steht der Aktionstag unter dem Motto Geschichten erzählen. Die Materialien sollen Schülerinnen und Schüler dabei unterstützen, sich mit dem Holocaust, dem Leben Anne Franks und der Bedeutung aktiven Erinnerns auseinanderzusetzen. Der Aktionstag verbindet damit historische Bildung mit aktuellen Fragen von Demokratie, Menschenrechten und gesellschaftlicher Verantwortung.
Die SPD-Bundestagsfraktion hebt zum Anne-Frank-Tag die Rolle von Demokratiebildung und Erinnerungskultur hervor. Nach Darstellung der Fraktion geraten demokratische Werte zunehmend unter Druck, während antisemitische Vorfälle und die Relativierung historischer Fakten Anlass zur Sorge geben. Gerade deshalb sieht sie Schulen als wichtige Orte, an denen junge Menschen früh für Ausgrenzung, Diskriminierung und Menschenfeindlichkeit sensibilisiert werden können. Das Schicksal Anne Franks gilt dabei als persönlicher Zugang zur Geschichte der Shoah, weil es abstrakte historische Ereignisse über eine konkrete Biografie nachvollziehbar macht.
Erinnerungskultur wird in der Stellungnahme nicht allein als Rückblick auf historische Ereignisse verstanden. Sie soll auch dazu beitragen, heutige Formen von Antisemitismus, Rassismus und Diskriminierung zu erkennen. Der Anne-Frank-Tag setzt deshalb nicht nur auf historische Wissensvermittlung, sondern auch auf die Auseinandersetzung mit aktuellen Gefahren für eine offene Gesellschaft. Dazu gehört die Frage, wie Hass, Ausgrenzung und antidemokratische Einstellungen entstehen und wie ihnen widersprochen werden kann. Für Schulen entsteht daraus ein Bildungsauftrag, der über den Geschichtsunterricht hinausreicht.
Aus Sicht der SPD-Bundestagsfraktion hat sich Antisemitismus in seinen Erscheinungsformen verändert, seine Wirkung sei jedoch weiterhin spürbar. Genannt werden Anfeindungen, Drohungen, Gewalt und gesellschaftliche Isolation von Jüdinnen und Juden. Der Anne-Frank-Tag soll deshalb auch die Sensibilität für gegenwärtigen Antisemitismus stärken. Das Anne-Frank-Zentrum knüpft mit dem Aktionstag an das Vermächtnis Anne Franks an und verbindet die Erinnerung an die Shoah mit der Frage, wie demokratische Grundwerte heute geschützt werden können
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