Audi-Chef Döllner bleibt im Amt: Sondersitzung nach Trump-Auftritt ohne öffentliche Konsequenzen

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Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Ingolstadt. Audi-Chef Gernot Döllner bleibt nach der außerordentlichen Aufsichtsratssitzung vom Freitag, 30. Oktober 2026, im Amt. Das Kontrollgremium des Autoherstellers hatte sich in Ingolstadt getroffen, nachdem Döllners gemeinsamer Auftritt mit US-Präsident Donald Trump bei einer Wahlkampfveranstaltung massive Kritik ausgelöst hatte. Nach Angaben des Donaukuriers endete die Sitzung, ohne dass konkrete Ergebnisse öffentlich bekannt wurden. Ein ausdrücklicher Vertrauensbeschluss für den Vorstandsvorsitzenden wurde nicht mitgeteilt. Gleichzeitig steht Audi angesichts schwacher Geschäftszahlen und eines geplanten Milliardenprojekts in den USA unter erheblichem wirtschaftlichem Druck.

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Audi-Aufsichtsrat berät nach umstrittenem Auftritt in den USA

Die Sondersitzung war kurzfristig angesetzt worden. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur sollten dabei insbesondere das geplante amerikanische Audi-Werk und die Umstände seiner öffentlichen Ankündigung besprochen werden.

Döllner war am Samstag, 24. Oktober, bei einer Wahlkampfveranstaltung Trumps in Perry im US-Bundesstaat Georgia aufgetreten. Der US-Präsident hatte zuvor den geplanten Bau einer Audi-Fabrik angekündigt. Anschließend betrat Döllner die Bühne und bedankte sich bei Trump für dessen Unterstützung.

Der Zeitpunkt war politisch besonders sensibel. Am 3. November stehen in den Vereinigten Staaten die Zwischenwahlen zum Kongress an. Der Audi-Chef trat damit nur wenige Tage vor der Abstimmung im Umfeld einer republikanischen Wahlkampfveranstaltung auf.

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Ob das Kontrollgremium am Freitag weitere interne Schritte vereinbarte, blieb zunächst offen. Öffentlich bekannt wurde keine personelle Veränderung an der Audi-Spitze.

Arbeitnehmervertreter kritisieren Döllner deutlich

Besonders scharfe Kritik kam aus der Arbeitnehmervertretung des Volkswagen-Konzerns. VW-Konzernbetriebsratschefin Daniela Cavallo warf Döllner vor, durch seinen Auftritt aktive Wahlkampfhilfe für Trump geleistet zu haben.

Cavallo verwies außerdem auf interne Vorgaben zur parteipolitischen Neutralität. Diese untersagten nach ihrer Darstellung öffentlichkeitswirksame Auftritte mit kandidierenden Politikern in den drei Monaten vor einer Wahl.

Auch IG-Metall-Vorsitzende Christiane Benner kritisierte die Teilnahme an der Veranstaltung. Sie bezeichnete den Auftritt als politisch inakzeptabel und sah darin einen Verstoß gegen Unternehmensgrundsätze.

Der Vorsitzende des Audi-Gesamtbetriebsrats, Jörg Schlagbauer, erklärte, der Auftritt habe bei Beschäftigten erhebliche Irritationen ausgelöst. Gleichzeitig betonte er die Bedeutung des amerikanischen Absatzmarktes. Vorrang müsse jedoch die Sicherung der deutschen Standorte haben.

Ob und in welcher Form das Unternehmen intern einen Regelverstoß feststellte, wurde zunächst nicht bekannt.

Audi verteidigt die Entscheidung für den Trump-Auftritt

Audi hatte die Teilnahme an der Veranstaltung bereits am 26. Oktober offiziell erläutert. Eine Delegation des Unternehmens sei nach Georgia gereist, um Gespräche über den geplanten Produktionsstandort voranzubringen.

Im Verlauf dieser Verhandlungen sei Audi gebeten worden, das Projekt gemeinsam mit dem amerikanischen Präsidenten öffentlich vorzustellen. Die Teilnahme habe ausschließlich wirtschaftlichen Interessen des Unternehmens gedient.

Zugleich räumte Audi ein, dass der politische Rahmen der Bekanntgabe Irritationen ausgelöst habe. Das Unternehmen bekräftigte seine eigenen Werte und Grundsätze.

Hinter der Entscheidung steht ein wirtschaftliches Problem: Audi ist nach eigenen Angaben auf dem amerikanischen Markt derzeit nicht profitabel. Eine Fertigung vor Ort soll künftig Handelsrisiken und Wechselkursschwankungen reduzieren sowie die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber anderen Premiumherstellern verbessern.

Vier Milliarden Dollar für neues Audi-Werk geplant

Das geplante Werk in Georgia gehört zu den größten aktuellen Investitionsvorhaben der Volkswagen-Tochter.

  • Geplante Investition: 4 Mrd. $
  • Geplante Arbeitsplätze: 4.500
  • Kapazität pro Jahr: 200.000 Fahrzeuge
  • Geplanter Baubeginn: 2027

Planungsangaben von Audi, Stand 25. Oktober 2026.

Der Produktionsstart ist für Anfang der 2030er Jahre vorgesehen. In der neuen Fabrik sollen vor allem große SUV für den nordamerikanischen Markt entstehen.

Allerdings ist das Projekt trotz seiner öffentlichen Vorstellung noch nicht endgültig beschlossen. Die notwendige Zustimmung des Aufsichtsrats der Volkswagen AG steht weiterhin aus.

Die Arbeitnehmerseite verbindet ihre Unterstützung mit Bedingungen. Nach Darstellung von Konzernbetriebsratschefin Cavallo müsse zunächst geklärt werden, welche Auswirkungen die zusätzliche Produktion in den Vereinigten Staaten auf die bestehenden Werke habe. Besonders die deutschen Standorte stehen dabei im Mittelpunkt.

Audi-Gewinn bricht im dritten Quartal ein

Zusätzlich zu den Diskussionen um Döllners Auftritt belasten schwache Geschäftszahlen den Hersteller. Am Freitag veröffentlichte Audi seine Ergebnisse für die ersten neun Monate des Jahres 2026.

Der Umsatz der Audi-Markengruppe, zu der neben der Kernmarke auch Bentley, Lamborghini und Ducati gehören, sank von 48,4 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum auf 42,1 Milliarden Euro.

Das operative Ergebnis ging von rund 1,56 Milliarden auf 1,15 Milliarden Euro zurück. Das entspricht einem Rückgang von etwa 26 Prozent. Die operative Umsatzrendite verschlechterte sich von 3,2 auf 2,7 Prozent.

Besonders schwach fiel das dritte Quartal aus. Nach den veröffentlichten Quartalszahlen verzeichnete die Kernmarke Audi bei 11,6 Milliarden Euro Umsatz einen operativen Verlust von 174 Millionen Euro. Die gesamte Markengruppe erreichte dank der übrigen Marken noch ein positives operatives Ergebnis von 28 Millionen Euro.

Zu den wesentlichen Belastungen gehören die rückläufigen Verkäufe in China und Nordamerika sowie ein verschärfter internationaler Wettbewerb.

Die weltweiten Auslieferungen der Marke Audi sanken in den ersten neun Monaten um 11,4 Prozent. In China lag der Rückgang bei 24,5 Prozent. Für Nordamerika ohne Mexiko meldete das Unternehmen ein Minus von 17,3 Prozent.

Audi muss Sparmaßnahmen und internationale Expansion verbinden

Die schwierige Geschäftsentwicklung erhöht den Druck auf die Unternehmensführung. Finanzvorstand Jürgen Rittersberger kündigte an, Audi werde seine Maßnahmen zur Kostensenkung und Effizienzsteigerung verstärken.

Gleichzeitig hält das Unternehmen an Investitionen in neue Modelle, Technologien und internationale Absatzmärkte fest.

Das geplante US-Werk ist Teil dieser Strategie. Für Audi könnte eine eigene amerikanische Fertigung die Abhängigkeit von Fahrzeugimporten reduzieren. Ob die Investition tatsächlich unter den bislang angekündigten Bedingungen umgesetzt werden kann, hängt jedoch weiterhin von der Zustimmung innerhalb des Volkswagen-Konzerns ab.

Für Döllner bedeutet das Ergebnis der Sondersitzung zunächst personelle Kontinuität. Seine Position als Audi-Vorstandsvorsitzender bleibt unverändert. Die wirtschaftlichen Entscheidungen über den Ausbau des US-Geschäfts und die künftige Aufstellung des Unternehmens sind damit allerdings noch nicht abgeschlossen.

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