Pkw-Neuzulassungen in Europa: Volkswagen verliert Marktanteile, chinesische Hersteller wachsen

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der europäische Automarkt wächst, doch nicht alle Hersteller profitieren gleichermaßen von der steigenden Nachfrage. Während der Volkswagen-Konzern im September 2026 weniger Neuwagen zulassen konnte und deutlich Marktanteile verlor, verzeichneten mehrere chinesische Hersteller kräftige Zuwächse. Besonders BYD, Chery und SAIC bauten ihre Position in der Europäischen Union aus. Die aktuellen Zahlen des europäischen Automobilherstellerverbandes ACEA zeigen, wie sich die Kräfteverhältnisse auf dem europäischen Automarkt verändern.

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Insgesamt wurden im September 2026 innerhalb der Europäischen Union 971.048 neue Pkw zugelassen. Das entspricht einem Anstieg um 9,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Die Pkw-Neuzulassungen in der EU entwickelten sich damit insgesamt positiv. Allerdings fiel das Wachstum zwischen den einzelnen Herstellern sehr unterschiedlich aus.

Volkswagen verliert im September deutlich Marktanteile

Besonders auffällig ist die Entwicklung beim Volkswagen-Konzern. Die Zahl seiner Neuzulassungen sank im September innerhalb der EU um 4,1 Prozent auf 231.474 Fahrzeuge. Im entsprechenden Vorjahresmonat waren es noch 241.445 gewesen.

Weil der europäische Gesamtmarkt gleichzeitig wuchs, ging der Marktanteil des Konzerns erheblich zurück. Er verringerte sich von 27,2 Prozent im September 2025 auf 23,8 Prozent im September 2026. Das entspricht einem Rückgang um 3,4 Prozentpunkte.

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Auch die Kernmarke Volkswagen verzeichnete einen Rückgang. Ihre Neuzulassungen sanken um 7,0 Prozent auf 91.134 Fahrzeuge. Bei Audi lag das Minus bei 3,9 Prozent, bei Škoda bei 2,0 Prozent. Die zum Konzern gehörende Marke Cupra entwickelte sich dagegen positiv und steigerte ihre Zulassungen um 10,6 Prozent.

Trotz des Rückgangs blieb Volkswagen die mit Abstand größte Herstellergruppe auf dem EU-Automarkt. Der Abstand zur Konkurrenz ist weiterhin erheblich. Stellantis, zu dem unter anderem Peugeot, Opel, Fiat und Citroën gehören, erreichte im September einen Marktanteil von 14,4 Prozent und steigerte seine Neuzulassungen um 4,7 Prozent.

BYD, Chery und SAIC steigern ihre Neuzulassungen kräftig

Während Volkswagen Marktanteile verlor, konnten mehrere chinesische Autokonzerne deutlich zulegen. Besonders stark fiel der Zuwachs beim Hersteller BYD aus.

BYD erreichte im September innerhalb der EU 28.309 Neuzulassungen. Gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht das einem Wachstum um 111,4 Prozent. Damit hat sich die Zahl der neu zugelassenen Fahrzeuge innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt.

Noch höher war die prozentuale Steigerung bei Chery Automobile. Die Herstellergruppe, zu der unter anderem Omoda und Jaecoo gehören, verzeichnete 20.707 Neuzulassungen. Das waren 223,8 Prozent mehr als im September 2025.

Auch SAIC Motor, der chinesische Mutterkonzern der Marke MG, legte zu. Die Zulassungen stiegen um 24,8 Prozent auf 22.978 Fahrzeuge.

Die Geely-Gruppe kam auf 31.225 Neuzulassungen und erreichte damit ein Plus von 33,2 Prozent. Allerdings umfasst die ACEA-Statistik bei Geely neben chinesischen Automarken auch Volvo Cars, Polestar, Lotus und Smart. Die Gesamtzahl lässt sich deshalb nicht unmittelbar mit den Zulassungen ausschließlich chinesischer Automarken gleichsetzen.

Zusammengenommen erreichten diese vier Herstellergruppen im September 103.219 Neuzulassungen in der EU. Rechnerisch entspricht das 10,6 Prozent des Gesamtmarktes. Wegen der europäischen Marken innerhalb der Geely-Gruppe ist dieser Wert jedoch nicht mit einem reinen Marktanteil chinesischer Automarken gleichzusetzen.

Auch die Zahlen für die ersten neun Monate zeigen Veränderungen

Die Entwicklung beschränkt sich nicht auf einen einzelnen Monat. Von Januar bis September 2026 wurden innerhalb der EU insgesamt 8,52 Millionen neue Pkw zugelassen. Das waren 5,7 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Volkswagen erreichte in diesen neun Monaten rund 2,23 Millionen Neuzulassungen. Damit lag der Konzern zwar um 0,7 Prozent über dem Vorjahr, wuchs aber erheblich langsamer als der Gesamtmarkt.

Entsprechend verringerte sich sein Marktanteil von 27,5 auf 26,2 Prozent. Der Unterschied zwischen der positiven Entwicklung der absoluten Zulassungszahlen und dem rückläufigen Marktanteil verdeutlicht, dass Volkswagen zwar weiterhin viele Fahrzeuge verkauft, seine relative Position im wachsenden Markt aber schwächer geworden ist.

Bei BYD zeigt sich der gegenteilige Verlauf. Die Zahl der Neuzulassungen stieg innerhalb der EU von 80.977 auf 206.002 Fahrzeuge. Das entspricht einer Steigerung um 154,4 Prozent. Der Marktanteil wuchs von 1,0 auf 2,4 Prozent.

Auch Chery verzeichnete über die ersten neun Monate einen deutlichen Zuwachs. Mit 137.003 Zulassungen lag die Herstellergruppe um 246,5 Prozent über dem Vorjahreswert. SAIC Motor steigerte seine Neuzulassungen um 20,4 Prozent auf 186.650 Fahrzeuge.

Die Zahlen zeigen damit nicht nur kurzfristige Veränderungen im September, sondern eine breitere Verschiebung der Marktanteile zugunsten mehrerer neuer Wettbewerber.

Großbritannien verändert den Vergleich zwischen den Herstellern

Für den europäischen Automarkt werden häufig zwei unterschiedliche geografische Abgrenzungen verwendet. Neben den 27 EU-Staaten erfasst die ACEA auch eine größere Region, die zusätzlich Großbritannien sowie die EFTA-Staaten Island, Norwegen und Schweiz umfasst.

In dieser größeren Marktregion wurden im September 2026 insgesamt 1.363.210 Neuwagen zugelassen. Gegenüber dem Vorjahresmonat bedeutet das ein Wachstum um 10,2 Prozent.

Besonders deutlich werden die Unterschiede beim Vergleich von BYD und Chery. Innerhalb der EU lag BYD im September mit 28.309 Neuzulassungen vor Chery mit 20.707 Fahrzeugen.

Unter Einbeziehung Großbritanniens und der EFTA-Staaten erreichte Chery dagegen 52.801 Neuzulassungen und lag damit vor BYD mit 49.953 Fahrzeugen.

Auch über die ersten neun Monate betrachtet bleibt der Unterschied zwischen einzelnen Herstellern erheblich. BYD kam in der größeren europäischen Marktregion auf 283.997 Neuzulassungen, ein Plus von 134,6 Prozent. Damit lag der chinesische Hersteller sogar vor Ford, das 277.269 Neuzulassungen erreichte.

Volkswagen blieb mit rund 2,67 Millionen Fahrzeugen in diesem Vergleich Marktführer. Sein Marktanteil sank allerdings von 26,7 auf 25,3 Prozent.

Elektroautos gewinnen auf Europas Automarkt an Bedeutung

Parallel zu den Veränderungen bei den Herstellern verschiebt sich die Nachfrage zwischen den verschiedenen Antriebsarten.

Im September wurden innerhalb der Europäischen Union 290.117 rein batterieelektrische Pkw neu zugelassen. Gegenüber dem September 2025 war das ein Anstieg um 72,9 Prozent. Damit entfielen rechnerisch knapp 30 Prozent aller neuen Pkw auf Fahrzeuge mit rein elektrischem Antrieb.

Bei Plug-in-Hybriden stiegen die Neuzulassungen um 11,7 Prozent auf 102.267 Fahrzeuge. Klassische Hybridfahrzeuge einschließlich Mildhybriden erreichten 330.693 Neuzulassungen und lagen damit um 7,3 Prozent über dem Vorjahresmonat.

Deutlich rückläufig waren dagegen die Zulassungen von Fahrzeugen mit ausschließlich konventionellen Antrieben. Bei Benzinern verzeichnete die ACEA im September einen Rückgang um 23,4 Prozent. Dieselautos verloren 29,6 Prozent.

Auch die längerfristige Entwicklung fällt deutlich aus. Von Januar bis September 2026 erreichten batterieelektrische Fahrzeuge innerhalb der EU einen Marktanteil von 22,7 Prozent. Ein Jahr zuvor waren es 16,1 Prozent gewesen.

Hybridfahrzeuge blieben mit einem Marktanteil von 36,3 Prozent die größte Antriebsgruppe. Benziner und Diesel kamen zusammen nur noch auf 28,2 Prozent, nachdem ihr gemeinsamer Anteil im Vorjahreszeitraum noch bei 36,9 Prozent gelegen hatte.

Die Veränderungen zeigen, dass elektrifizierte Antriebe auf dem europäischen Neuwagenmarkt weiter an Bedeutung gewinnen. Das Wachstum chinesischer Hersteller lässt sich jedoch nicht allein mit dieser Entwicklung erklären, da deren Modellangebote unterschiedliche Antriebsarten umfassen.

Chinesische Hersteller wachsen trotz europäischer Importzölle

Die steigenden Zulassungszahlen fallen in eine Phase handelspolitischer Spannungen zwischen der Europäischen Union und China.

Die EU hatte Ende Oktober 2024 zusätzliche Ausgleichszölle auf bestimmte aus China eingeführte batterieelektrische Pkw eingeführt. Grundlage war eine Untersuchung der Europäischen Kommission zu staatlichen Subventionen in der chinesischen Elektroautoindustrie.

Für erfasste Hersteller gelten unterschiedliche zusätzliche Zollsätze. Bei BYD wurden 17,0 Prozent festgelegt, bei Geely 18,8 Prozent und bei SAIC 35,3 Prozent. Die Maßnahmen sind grundsätzlich für fünf Jahre vorgesehen.

Allerdings betreffen diese Zölle nicht pauschal sämtliche Fahrzeuge chinesischer Marken. Entscheidend sind unter anderem das Produktionsland, die Antriebsart und die jeweils geltenden Regelungen. So werden beispielsweise Plug-in-Hybride nicht von diesen speziellen Ausgleichszöllen auf batterieelektrische Pkw erfasst.

Im Februar 2026 akzeptierte die Europäische Kommission zudem eine besondere Mindestpreisvereinbarung für den in China produzierten Cupra Tavascan aus dem Volkswagen-Konzern. Für dieses Modell ist unter den vereinbarten Bedingungen eine Ausnahme von den zusätzlichen Ausgleichszöllen vorgesehen.

Der Fall zeigt, dass die europäischen Handelsmaßnahmen nicht ausschließlich chinesische Automarken betreffen. Auch europäische Hersteller können betroffen sein, wenn sie entsprechende Elektroautos in China produzieren und in die EU einführen.

Volkswagen bleibt Marktführer, doch der Wettbewerb nimmt zu

Die aktuellen Neuzulassungszahlen verdeutlichen eine zunehmende Konkurrenz auf dem europäischen Automarkt. Volkswagen behauptet seine führende Position, verliert jedoch relativ zum Gesamtmarkt an Bedeutung. Mehrere chinesische Hersteller gewinnen gleichzeitig Marktanteile und erreichen inzwischen Zulassungszahlen, die sie zu ernstzunehmenden Wettbewerbern etablierter Marken machen.

Dabei unterscheiden sich die Entwicklungen erheblich. BYD wächst besonders stark, Chery gewinnt ebenfalls schnell an Bedeutung und SAIC baut seine bereits vorhandene Marktposition weiter aus. Bei Geely ist die Entwicklung aufgrund der zahlreichen europäischen Marken im Konzern differenzierter zu betrachten.

Die Zulassungszahlen allein erlauben allerdings keine Rückschlüsse auf die Ertragslage der einzelnen Hersteller. Höhere Neuzulassungen bedeuten nicht automatisch höhere Gewinne. Auch Preisnachlässe, Produktionskosten und die Zusammensetzung der verkauften Modelle beeinflussen das wirtschaftliche Ergebnis.

Für die europäische Automobilindustrie zeigen die Daten dennoch eine klare Veränderung. Der Markt wächst, die Nachfrage nach elektrifizierten Fahrzeugen steigt und neue Wettbewerber gewinnen an Gewicht. Die etablierten europäischen Hersteller bleiben führend, müssen sich ihren Marktanteil aber zunehmend mit Konkurrenten aus China teilen.

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