Zwölf US-Langstreckenbomber verlassen RAF Fairford

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Die USA haben alle zuletzt auf dem britischen Luftwaffenstützpunkt RAF Fairford eingesetzten B-1B-Langstreckenbomber zurück in die Vereinigten Staaten verlegt. Das US-Verteidigungsministerium bestätigte, dass sämtliche dort stationierten amerikanischen Bomber zu ihren Heimatbasen zurückgekehrt seien. Zuletzt befanden sich zwölf B-1B Lancer in Fairford. Die Maschinen verließen den Stützpunkt am Sonntag, 4. Oktober.

Die Rückverlegung erfolgt nur wenige Tage nach einem sicherheitsrelevanten Vorfall in unmittelbarer Nähe der Basis. Britische Anti-Terror-Ermittler untersuchen seit Ende September die Hintergründe. Amerikanische Regierungsvertreter erklärten gegenüber dem Wall Street Journal, Sicherheitsbedenken im Zusammenhang mit möglichen Plänen gegen den Stützpunkt seien für die Verlegung ausschlaggebend gewesen. In der vom Pentagon öffentlich bestätigten Erklärung zur Rückkehr der Flugzeuge wurde ein konkreter Grund dagegen nicht genannt.

Pentagon bestätigt Abzug aller Bomber aus Fairford

Das Pentagon erklärte, alle US-Bomber, die nach RAF Fairford verlegt worden waren, seien inzwischen zu ihren Heimatstandorten in den Vereinigten Staaten zurückgekehrt. Auch das US European Command bestätigte die Rückverlegung. Gleichzeitig betonte das US-Militär, dass seine Langstreckenstreitkräfte weiterhin von amerikanischem Boden aus weltweite Einsätze durchführen könnten. Die B-1B-Bomber in RAF Fairford waren damit ein vorgeschobener Teil der amerikanischen Luftstreitkräfte und keine dauerhaft dort stationierte Flotte.

Die zwölf Maschinen verließen Fairford innerhalb eines Tages. Die B-1B Lancer ist ein schwerer Langstreckenbomber, der von der US Air Force für konventionelle Angriffsmissionen eingesetzt wird. Nach Angaben des Air Force Global Strike Command verfügt der Flugzeugtyp über interkontinentale Reichweite und kann bis zu rund 34 Tonnen Waffen tragen. Die Besatzung besteht aus vier Personen.

Fairford war wichtiger Standort für Einsätze gegen Iran

RAF Fairford in Gloucestershire gehört zu den wichtigsten europäischen Standorten für amerikanische Langstreckenbomber. Die US Air Force bezeichnet die Basis als ihren bevorzugten vorgeschobenen Bomberstandort in Europa. Ihre Infrastruktur ist darauf ausgelegt, große Flugzeuge wie B-1B und B-52 aufzunehmen und zeitweise stationierte Verbände zu versorgen.

Seit März waren von Fairford aus zahlreiche amerikanische Bomberoperationen im Zusammenhang mit dem Konflikt mit Iran durchgeführt worden. Die US Air Force bestätigte im Frühjahr unter anderem Einsätze von B-1B im Rahmen der Operation Epic Fury gegen iranische Raketenstellungen. Zeitweise befanden sich nach Angaben des Fachmagazins Air & Space Forces rund zwei Dutzend amerikanische Bomber in Fairford, darunter etwa 18 B-1B und sechs B-52H. Die B-52 waren bereits zuvor wieder abgezogen worden. Zuletzt verblieben zwölf B-1B auf dem Stützpunkt.

Ermittlungen nach Vorfall nahe der Militärbasis

Ausgangspunkt der aktuellen Sicherheitslage ist ein Vorfall am frühen Morgen des 27. September. Nach Angaben der britischen Counter Terrorism Policing gingen bei der Polizei Hinweise auf drei verdächtige Fahrzeuge ein, die sich in Richtung RAF Fairford bewegten. Bewaffnete Einsatzkräfte nahmen daraufhin im nahe gelegenen Whelford fünf Männer fest. Gegen sie wurde wegen des Verdachts auf Verstöße gegen das britische Sprengstoffrecht sowie wegen des Verdachts der Vorbereitung einer terroristischen Handlung ermittelt.

Die Fahrzeuge wurden anschließend von Spezialisten und Forensikern untersucht. Improvisierte Sprengsätze wurden nach Angaben der Ermittler nicht gefunden. Allerdings stellten die Behörden eine Menge Benzin sicher. Die fünf Festgenommenen wurden später unter Auflagen gegen Kaution freigelassen. Die Ermittlungen gegen sie dauern an. Counter Terrorism Policing betonte, dass mehrere mögliche Hintergründe geprüft würden.

Am 1. Oktober nahmen die Behörden in London außerdem einen 25 Jahre alten Mann mit britischer und iranischer Staatsangehörigkeit fest. Auch gegen ihn bestand der Verdacht der Vorbereitung terroristischer Handlungen. Er wurde am 3. Oktober ebenfalls gegen Kaution freigelassen. Die Ermittlungen zu den Vorgängen in Gloucestershire werden fortgesetzt.

Möglicher Iran-Bezug ist nicht abschließend geklärt

Die britischen Terrorermittler prüfen ausdrücklich auch eine mögliche Beteiligung eines ausländischen Staates oder von Personen, die im Auftrag eines ausländischen Akteurs gehandelt haben könnten. Großbritanniens Premierminister Andy Burnham erklärte Ende September, es gebe starke Hinweise darauf, dass Iran bei den Vorgängen eine Rolle gespielt habe. Eine abschließende behördliche Feststellung dazu liegt bislang nicht vor.

Iran weist eine Beteiligung zurück. Die britische Polizei hat bislang weder einen konkreten Auftraggeber noch einen abschließend geklärten Tatplan öffentlich benannt. Gesichert ist, dass keine improvisierten Sprengsätze in den untersuchten Fahrzeugen gefunden wurden und dass sämtliche bislang Festgenommenen unter Auflagen wieder auf freien Fuß gesetzt wurden.

Bereits im Sommer hatten die iranischen Revolutionsgarden RAF Fairford als mögliches Ziel bezeichnet, weil von dort amerikanische Flugzeuge für Einsätze gegen Iran gestartet waren. Diese frühere Drohung belegt jedoch für sich genommen keine Verbindung zu den Ereignissen vom 27. September.

Kein vollständiger Rückzug der USA aus Großbritannien

Der Abzug der B-1B bedeutet keinen allgemeinen Rückzug der amerikanischen Streitkräfte aus Großbritannien. RAF Fairford ist vor allem für zeitweise verlegte Bomberverbände ausgelegt. An anderen britischen Standorten bleiben weiterhin dauerhaft amerikanische Kräfte stationiert. RAF Lakenheath beherbergt unter anderem F-35A- und F-15E-Kampfflugzeuge, während auf RAF Mildenhall amerikanische Tankflugzeuge stationiert sind.

Auch innerhalb der NATO wird die Rückverlegung der zwölf Bomber nicht als grundlegende Veränderung der Bündnisverteidigung eingeordnet. Ein hochrangiger NATO-Militärvertreter erklärte, die Fähigkeit des Bündnisses zur Verteidigung gegen mögliche Angriffe bleibe unverändert. Für die USA verändert sich mit dem Abzug jedoch die unmittelbare Verfügbarkeit ihrer B-1B in Großbritannien. Von Fairford aus waren Einsätze Richtung Naher Osten mit deutlich kürzeren Flugwegen möglich als von Heimatbasen in den Vereinigten Staaten.

Damit endet vorerst die monatelange Stationierung der B-1B-Bomber in RAF Fairford. Der Stützpunkt selbst bleibt weiterhin für amerikanische Bomberoperationen ausgelegt und kann bei Bedarf erneut für entsprechende Verlegungen genutzt werden.

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