Bäcker Lampe schließt zahlreiche Standorte nach Insolvenz

Ein multikulturelles Restaurant an der Wolbecker Straße in Münster schließt nach acht Jahren. Warum das Konzept endet – und wie es am Standort weitergeht.
Symbolbild: Evan Wise

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Die Thüringer Traditionsbäckerei Lampe verkleinert ihr Filialnetz erheblich. Im Zuge der Insolvenz sollen insgesamt 15 der ursprünglich 44 Verkaufsstellen geschlossen werden. Zugleich wird die Belegschaft reduziert. Mit den Einschnitten will das Familienunternehmen aus Roßleben-Wiehe seine wirtschaftliche Lage stabilisieren und wieder profitabel arbeiten.

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Insolvenz bei Bäcker Lampe führt zu 15 Filialschließungen

Die Insolvenz bei Bäcker Lampe hat deutliche Folgen für das Filialnetz in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Nach Angaben von Insolvenzverwalter Dr. Frank Kreuznacht gegenüber der Bild-Zeitung vom 21. Oktober wurden bereits drei Standorte geschlossen. Zwölf weitere sollen im Rahmen der Sanierung folgen.

Damit würde das Unternehmen mehr als ein Drittel seiner bisherigen Verkaufsstellen aufgeben. Von ursprünglich 44 Filialen blieben rechnerisch 29 übrig. Welche Standorte zusätzlich geschlossen werden und wann dies geschehen soll, wurde zunächst nicht im Einzelnen bekannt.

Bereits am 19. Oktober hatte die mit dem Verfahren betraute Kanzlei BBORS Kreuznacht mitgeteilt, dass die Neustrukturierung des Filialnetzes weit fortgeschritten sei. Mit wichtigen Vermietern habe man Vereinbarungen getroffen, um wirtschaftlich relevante Standorte langfristig zu sichern.

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Beschäftigtenzahl soll auf rund 150 sinken

Auch für die Belegschaft bedeutet die Sanierung erhebliche Einschnitte. Zu Beginn des Verfahrens im Frühjahr beschäftigte Bäcker Lampe rund 280 Menschen. Nach Angaben des Insolvenzverwalters sollen am Ende der Restrukturierung noch etwa 150 Arbeitsplätze bestehen bleiben.

Ein Teil des Personalabbaus ist bereits erfolgt. Zusätzlich sollen nach Kreuznachts Darstellung bis zum Abschluss der Maßnahmen etwa 40 weitere Beschäftigungsverhältnisse wegfallen.

Die Verringerung des Filialnetzes soll insbesondere Mietkosten, Personalausgaben und weitere laufende Betriebskosten senken. Damit will das Unternehmen seine verbleibenden Verkaufsstellen auf eine wirtschaftlich tragfähige Grundlage stellen.

Insolvenzverfahren läuft seit Ende August

Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Familienunternehmens wurden im Juni öffentlich bekannt. Bäcker Lampe hatte eine Sanierung angestrebt und zunächst auf eine Fortführung des Betriebs mit sämtlichen Verkaufsstellen gesetzt.

Das Amtsgericht Mühlhausen eröffnete am 31. August 2026 unter dem Aktenzeichen 8 IN 71/26 ein reguläres Insolvenzverfahren wegen Zahlungsunfähigkeit. Die ursprünglich angestrebte Eigenverwaltung wurde vom Gericht nicht zugelassen. Zum Insolvenzverwalter wurde Dr. Frank Kreuznacht bestellt.

Am Dienstag, 20. Oktober, fand eine Gläubigerversammlung statt. Nach Informationen der Bild-Zeitung unterstützten die Gläubiger die Fortführung des Unternehmens und die weitere Ausarbeitung eines Insolvenzplans einstimmig. Eine davon unabhängige Bestätigung des Abstimmungsergebnisses lag zunächst nicht vor.

Der Insolvenzplan befindet sich weiterhin in Vorbereitung. Er soll die rechtliche und wirtschaftliche Grundlage für einen Abschluss des Insolvenzverfahrens schaffen. Ein verbindlicher Abschlusstermin wurde bislang nicht genannt.

Hohe Kosten belasten den traditionsreichen Betrieb

Nach Angaben des Unternehmens haben vor allem gestiegene Energie-, Rohstoff- und Personalkosten die wirtschaftliche Situation verschlechtert. Hinzu kommen die Kaufzurückhaltung vieler Verbraucher sowie Unterschiede bei der Auslastung einzelner Filialen.

Der Insolvenzverwalter bewertet die bisherige wirtschaftliche Entwicklung nach eigenen Angaben positiv. Die eingeleiteten Veränderungen hätten die Rentabilität verbessert. Ob das Unternehmen langfristig wieder Gewinne erzielen kann, hängt auch von der weiteren Umsetzung des Sanierungsplans ab.

Die Bäckerei wurde 1879 von Albert Hermann Lampe in Obhausen bei Querfurt gegründet. Heute liegt der Haupt- und Produktionsstandort im thüringischen Roßleben-Wiehe. Das Unternehmen wird von André und Stephan Lampe geführt und befindet sich seit sechs Generationen in Familienhand.

Mit dem geplanten Abbau von Verkaufsstellen und Arbeitsplätzen verändert sich die Größe des Familienbetriebs erheblich. Die Produktion und der Verkauf von Backwaren sollen an den verbleibenden Standorten fortgeführt werden.

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