Radfahrer stirbt am Bahnübergang in Glückstadt

Symbolbild: Blaulicht auf dem Dach eines Einsatzfahrzeugs
Symbolbild Feuerwehreinsatz

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Bei einem Bahnunfall in Glückstadt ist am Dienstagmorgen ein 75 Jahre alter Radfahrer ums Leben gekommen. Der Mann wurde gegen 6.30 Uhr am Bahnübergang Janssenweg von einem Regionalexpress erfasst. Nach Angaben der Bundespolizei hatte er die dort geschlossenen Halbschranken umfahren. Der Lokführer leitete eine Schnellbremsung ein, konnte den Zusammenstoß aber nicht mehr verhindern.

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Unfall am Bahnübergang Janssenweg

Der Unfall ereignete sich auf der Marschbahn zwischen Westerland auf Sylt und Hamburg. Die Bundespolizei erhielt gegen 6.30 Uhr die Meldung über eine Kollision zwischen einem Zug und einem Radfahrer. Einsatzkräfte sperrten daraufhin den betroffenen Streckenabschnitt.

Nach den ersten Feststellungen der Bundespolizei hatte der Radfahrer am Bahnübergang Janssenweg die Halbschranken umfahren und war anschließend vom Regionalexpress erfasst worden. Er starb an seinen Verletzungen. Weitere persönliche Angaben werden nicht genannt. Eine davon abweichende Darstellung zum Unfallhergang durch die ebenfalls eingesetzte Landespolizei lag zunächst nicht vor.

Der Übergang war damit nicht lediglich durch ein Andreaskreuz oder Warnlichter gesichert. Es handelt sich ausdrücklich um einen Bahnübergang mit Halbschranken. Bereits in früheren Jahren hatte die Bundespolizei in Glückstadt wiederholt Verstöße gegen Rotlicht und geschlossene oder sich senkende Schranken an Bahnübergängen festgestellt.

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Regionalexpress war Richtung Hamburg unterwegs

Anders als zunächst teilweise angenommen, war der Regionalexpress nach den derzeit belastbaren Angaben in Richtung Hamburg unterwegs. Der NDR bezeichnet den Unfallzug als Regionalexpress nach Hamburg. Die Bundespolizei nennt in ihrer Mitteilung die Bahnstrecke Westerland nach Hamburg, ohne eine Zugnummer anzugeben.

Auf dieser Verbindung verkehrt die Regionalexpresslinie RE6 zwischen Westerland, Husum, Itzehoe, Elmshorn und Hamburg-Altona. Betreiber des Netzes West ist seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2025 DB Regio Marschbahn. Auf der RE6 werden regulär lokbespannte Züge eingesetzt, unter anderem mit Diesellokomotiven der Baureihe 245 und Reisezugwagen. Ob der am Dienstag beteiligte Zug exakt dieser üblichen Fahrzeugkonfiguration entsprach, war zunächst nicht bestätigt.

Rund 40 Reisende bleiben unverletzt

Im Regionalexpress befanden sich nach Angaben der Bundespolizei etwa 35 bis 40 Reisende. Sie wurden durch die Schnellbremsung nicht verletzt. Auch über Verletzungen des Lokführers gab es keine Angaben.

Eine gesonderte psychologische oder psychosoziale Betreuung des Lokführers oder der Fahrgäste wurde in den zunächst veröffentlichten Angaben nicht genannt. Vor Ort waren die Feuerwehr Glückstadt, ein Rettungswagen mit Notarzt, der organisatorische Leiter des Rettungsdienstes sowie Einsatzkräfte von Bundespolizei und Landespolizei.

Strecke fast drei Stunden gesperrt

Die Bahnstrecke war nach Angaben der Bundespolizei von 6.19 Uhr bis 9.14 Uhr gesperrt, damit knapp drei Stunden. Deutsche Bahn und Nordbahn richteten zwischen Itzehoe und Glückstadt einen Schienenersatzverkehr ein.

Betroffen war vor allem der Verkehr auf der Marschbahn. Züge der Linie RE6 konnten während der Sperrung den Abschnitt nicht passieren und mussten unter anderem in Itzehoe wenden. Seit 9.14 Uhr war der Zugverkehr nach Angaben des NDR wieder möglich.

Rund 150 Bahnübergangsunfälle pro Jahr

Unfälle an Bahnübergängen bewegen sich in Deutschland seit mehreren Jahren in einer Größenordnung von rund 150 Fällen jährlich. Für 2024 wurden 153 Unfälle registriert. Bei 96 davon gab es Personenschäden, 25 Menschen kamen ums Leben. Für 2023 hatte die Deutsche Bahn 154 Unfälle an ihren Bahnübergängen angegeben.

Die Zahl der Übergänge im Netz der Deutschen Bahn ist langfristig deutlich zurückgegangen. 2023 bestanden noch 15.820 Anlagen. Rund 63 Prozent waren technisch gesichert, beispielsweise mit Lichtzeichen, Halb- oder Vollschranken. Nicht technisch gesicherte Übergänge werden in der Regel mindestens durch das Andreaskreuz gekennzeichnet. Es weist darauf hin, dass der Schienenverkehr Vorrang hat.

Fehlverhalten ist häufigste Unfallursache

Nach Angaben der Deutschen Bahn gehen mehr als 95 Prozent der Kollisionen an Bahnübergängen auf Unaufmerksamkeit, riskantes Verhalten oder mangelnde Kenntnis der Verkehrsregeln durch Straßenverkehrsteilnehmer zurück. Dazu gehören das Missachten von Lichtsignalen sowie das Umfahren geschlossener Schranken. Technische oder organisatorische Fehler können ebenfalls eine Rolle spielen, machen nach den verfügbaren Auswertungen jedoch einen deutlich kleineren Anteil aus.

Halbschranken sollen die Zufahrt auf die Gleise sperren, lassen die gegenüberliegende Fahrbahnhälfte jedoch offen, damit Fahrzeuge den Gefahrenbereich verlassen können. Vollschranken sperren dagegen die gesamte Fahrbahn. Lichtzeichen und akustische Warnsignale ergänzen solche Anlagen. An allen Bahnübergängen gilt unabhängig von der technischen Ausstattung der Vorrang des Schienenverkehrs.

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